Zusammenarbeit digital unterstützt

Dokumentation des Einsatzes von „intelligenten Stiften“ zur Unterstützung u. a. von Zusammenarbeit, Dialogorientierung, Brainstorming und ansprechender Visualisierung in einer Lehrveranstaltung im Studiengang Medienmanagement. EIn Beitrag von Johanna Grübelbauer und Christian F. Freisleben.

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Erfahrungen aus Studienreisen intensiv geteilt

Ein Beitrag von Andrea Pilgerstorfer & Alois Huber (Studiengang Soziale Arbeit)

Austausch und Vernetzung sind für die Soziale Arbeit grundlegend. Am Studiengang Sozialarbeit legen wir zusätzlich Wert auf internationale Erfahrungen, daher reisen Studierende im Rahmen einer Studienreise im 2. Semester in „Modul 5 – Konzepte der Hilfe“  in Kleingruppen in verschiedene Länder um dort in unterschiedlichen Kontexten zu erfahren wie Sozialarbeit konkret umgesetzt wird. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit den Strukturen sozialer Arbeit auf Mikro-, Meso- und Makroebene, d.h. die direkte Arbeit mit den einzelnen Nutzern und Nutzerinnen, der Institution und deren Einbettung in die soziale Landschaft sowie die Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen bzw. politischen Strukturen des Landes. Gleichzeitig soll die Reise eine vergleichende Auseinandersetzung mit sozialen Problemlagen anregen, Studierende bereiten sich auf die Einrichtungen vor und bereiten die Erfahrungen entsprechend nach. Begleitet und gecoached wird der Prozess von zwei Lehrenden im Sinne des ICM mit viel blended learning.

Am eCampus wurden Informationen bereitgestellt, wie eine solche Reise ablaufen und wie unterschiedlich der Fokus bei der Wahrnehmung vor Ort aussehen kann. Die Studierenden treffen Mitarbeitenden einer konkreten Institution, stellen diesen Fragen zu deren Alltag. Teilweise begleiten sie konkrete Einsätze vor Ort oder nehmen an Besprechungen teil. Gleichzeitig tauchen sie sehr unmittelbar in das Sozialsystem vor Ort ein, nehmen diesen Sozialraum aktiv wahr. Dazu ein interessantes Beispiel: Bratislava wird auch von dort lebenden Menschen bzw. einigen dort tätigen SozialarbeiterInnen als „aufstrebende Wirtschaftsregion“ beschrieben, vor Ort nahmen die Studierende aber viele Beispiele von öffentlich sichtbarer Armut wahr.

Am eCampus wurden weiters – unterstützt auch durch Beratungsarbeit von SKILL – Informationen zum Thema „Bloggen“ sowie zum Thema „Podcast“ zur Verfügung gestellt. Vor und nach der Studienreise standen zwei gemeinsame Präsenztermine. Beim ersten Termin wurde, aufbauend auf den Informationen vom eCampus, Details zur Reise bzw. zur Vorgangsweise besprochen und auf Fragen der Studierenden eingegangen. Eine Sensibilisierung für eine vergleichende Auseinandersetzung und die theoretischen und geschichtlichen Hintergründe sozialer Strukturen erfolge. Der Reiseplan wurde präsentiert.

Zur Dokumentation und als Lernzielkontrolle war der Auftrag von den Erlebnissen der Studienreise einen eigenen Blog zu gestalten, der die gemachten Wahrnehmungen dokumentierte. Diese Blogs enthielten dann auch vielfältige Bildmaterialien – also eine intensivere Form der Sozialraumwahrnehmung. Zusätzlich sollten die Blogs anderer Studierender verfolgt und kommentiert werden.

Ein wichtiger Schwerpunkt des zweiten Termins war die Erstellung vom Podcasts. Die Studierenden hatten dazu während der Studienreise auch Interviews gesammelt, sowie verschiedene Geräusche – also eine weitere Form der bewussten Sozialraumwahrnehmung. Unterstützt durch einen Inverted Classroom-Assisstent (Studierender Medientechnik) nahmen die Studierenden dann die Podcasts auf und kommentierten diese wiederum gegenseitig.

Sowohl durch die Vorbereitungsmaterialien und vor allem auch durch den ständigen Reflexionsprozess über Blog und Materialsammlung für den Podcast wurde gewährleistet, dass die gemachten Lern-Erfahrungen über die Studienreise hinaus wirken können.

 

 

Hier einige Beispiele von entstandenen Blogs:

Hamburg: https://hamburgwirkommen.wordpress.com/

Stuttgart: https://studytripstuttgart.wordpress.com/ – enthält auch den Link zum Podcast

Prag: https://studytrip15.wordpress.com/

Bratislava: https://bratisloverblog.wordpress.com/ ebenso mit Link zu Podcasts

Philippinen mit Podcast: http://luciarosati85.wix.com/philippines

Berlin: https://stpoeltenmeetsberlin.wordpress.com/

Tipps für Kleingruppen & Peer Learning / Assessment

In innovativen didaktischen Ansätzen ist der bewusste Einsatz von Kleingruppenarbeit ein wesentliches Element. Mit diesen werden Peer Learning sowie Peer Assessment überhaupt erst möglich. Unterstützt wird dabei sowohl in (online) Vorbereitungs- und Präsenzphasen u.a.:

  • Methodenvielfalt
  • selbstorganisiertes Lernen inkl. dem wichtigen Aspekt der gegenseitigen Unterstützung
  • Aktivierung der Studierenden und Steigerung der Motivation bzw. Möglichkeiten zur Partizipation
  • Unterstützung der Rollenflexibilität: Studierende übernehmen auch Aufgaben wie Erklärung, (An)Leitung, Moderation, Koordination, Präsentation & Visualisierung, eigenständiges Entwickeln von Lern- und Forschungsfragen bzw. -aufgabenstellungen, konstruktives Feedback Geben inkl. Bewertung von Leistungen
    • damit gefördert werden auch Kompetenzen auf Ebenen wie Handlungs-, Methoden, Sozial- und Fachkompetenz

Als Hintergrund zu diesem Thema gibt es:

  • Eine Prezi-Präsentation mit grundlegenden Hinweisen zu Rahmenbedingungen und Möglichkeiten von Peer Learning / Arbeiten in Kleingruppen
  • Hinweise, wie sich Mitglieder von Kleingruppen gegenseitig Rückmeldung geben, die Verläufe in der Gruppe reflektieren können
  • Ideen für das Bilden von Kleingruppen (entstanden in einem Workshop von Christian F. Freisleben mit Lehrenden am FH Campus Wien; Fotoprotokoll)
    • ergänzend: Ideen für Kennenlernphasen (entstanden in einem Wokshop mit Christian F. Freisleben mit Lehrenden an der FH St. Pölten; Fotoprotokoll)
  • Weiterführend: Ein Google Dok (Kommentare herzlich willkommen!) mit Beispielen, wie im Hochschulbereich Peer Assessment, Mentoring und Tutoring umgesetzt werden können
  • Ebenso zum Einsatz kommen kann in einer Kleingruppe ein – auch gemeinsames – Arbeiten an einem Lerntagebuch, dazu dieses Pdf mit Impulsfragen
  • Beispiel für den Weg eines Peer Assessment (ebenso entstanden in einem Workshop von Christian F. Freisleben mit Lehrenden am FH Campus Wien)

Weiterführende Literatur:

 

ICM in Wirtschafts- und Unternehmensethik

litschkaFH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Michael Litschka, Studiengangsleiter Media Management (MA)

Die Skripten für diese Lehrveranstaltung im Wintersemester 15/16 waren schon vor der intensiveren Einbeziehung von Ansätzen aus dem Inverted Classroom Modell stark interaktiv ausgerichtet und haben u. a. mit Zwischenfragen das Arbeiten in den selbstorganisierten Lernphasen begleitet bzw. strukturiert.

Das Skriptum wurde nun auch eingesetzt, um das Peer-Learning sowie Peer-Assessment noch intensiver zu gestalten: Die Teilnehmenden wurden schon am Beginn der Lehrveranstaltung in vier Gruppen mit je sieben Teilnehmenden eingeteilt. In zwei der Präsenzeinheiten stellten sich nun Gruppen gegenseitig jeweils sieben Fragen zu den Inhalten des Skriptums, die sie selber ausgearbeitete hatten. Eingesetzt wurde dann ein Peer Review, bei dem sowohl die Antworten als auch die gestellten Fragen ausgehend von festgelegten Kriterien beurteilt wurden.

Für die vier Gruppen wurden weiters folgenden Aufgaben gegeben:

A: Link- und Videosammlung zu den wichtigsten Wirtschafts-Ethik-Ansätzen; Präsentation der Sammlung (auch konträrer) Standpunkte im Plenum; Link-Liste und Abstract (ca. 8 Seiten) auf eCampus stellen (Forum für Link-Liste, Aufgabe für Abstract)

B: Case Studies zu Wirtschafts- und Unternehmens-Ethik, Unternehmensbeispiele (positiv und negativ), Managementverhalten etc. (Desk Research und Case Studies Bücher bei ML; auf Verbindung zur Theorie achten!); Abstract (ca. 10 Seiten) auf eCampus stellen (Aufgabe)

C: Rätsel der Wirtschaftsethik: „The paradox of a Paretian Liberal“; „Grenzen des Pareto-Optimums“; „Ökonomische Ethik vs. Integrative Wirtschaftsethik“ (Hilfestellung bei ML); Abstract (ca. 10 Seiten) auf eCampus stellen (Aufgabe)

D: Stakeholder Ansatz: Geschichte, Theorie, Verbindungen zur CSR, Anwendungsmöglichkeiten, Cases; Abstract (ca. 10 Seiten) auf eCampus stellen (Aufgabe)

Jede Gruppe präsentierte Ergebnisse an einem Termin, wobei die Beiträge viele spannende Ergebnisse brachten.

So ergab sich folgender Workload: 3 ECTS = 75 Std., davon:

22,5 Std. Präsenz; 32,5 Stunden Lernaufwand Skripten, Fragen und Quizzes; 20 Std. Vorbereitungsaufwand Arbeitsgruppen.

Die Prüfung wurde auf zwei Teile aufgeteilt, eine erfolgte nach dem Part zu Wirtschaftsethik, die zweite gegen Ende der Lehrveranstaltung. In beiden Fällen wurde ein Multiple Choice Test auf dem eCampus umgesetzt – dieser fand dann im Computerraum statt. Der Test mit 12 Fragen war so gestaltet, dass Studierende unterschiedliche Fragen bekamen und ebenso die Antwortmöglichkeiten in der Reihenfolge variiert wurden. Die im erwähnten Skriptum enthaltenen Fragen wurden so adaptiert, dass sie von der Art und Weise des nötigen Denkprozesses ähnlich jenen im Multiple Choice Test waren.

Nach jedem Test wurden alle Fragen und Antworten mit den Studierenden durchgegangen sowie erklärt, warum welche Antworten stimmten oder nicht. Es gab nach dem ersten Termin einige Diskussionen angesichts der Punktevergabe – bei einer Wiederholung ist es sicher wichtig, den komplexen Berechnungsvorgang eines automatisierten Multiple Choice noch genauer zu erklären.

Für die Notengebung berücksichtigt wurden ebenso:

  1. AGs: 20 Punkte
  2. Quizzes: 20 Punkte (je 10)
  3. Peer Review: 10 Punkte

Effekte die zu beobachten waren:

  • Die Studierenden setzten sich deutlich intensiver mit den Skripten auseinander und auch an der Art von Fragestellungen war zu merken, dass sie sich eingehend mit Details auseinander gesetzt hatten
  • Die Durchfallquote lag früher teilweise bei 10 Prozent, am Ende dieser Umsetzung gab es keine einzige negative Note. Die Studierenden waren durch die intensive Vorbereitungsaufgaben bzw. das Besprechen der Ergebnisse sehr gut auf die Prüfung vorbereitet. Deutlich zu merken war ebenso, dass die Studierenden weniger Angst vor den Prüfungssituationen hatten.
  • Auch bei einem Fach in dem es stark um ethische Fragen geht, kann ein Multiple Choice Test eingesetzt werden, wobei der Vorbereitungsaufwand für die Entwicklung der Fragen nicht unterschätzt werden darf. Zu überlegen ist, einen solchen Test mit offenen Fragen zu ergänzen.

Tag der Lehre 2016 – Call for Contributions

Am 20. Oktober 2016 findet an der FH St. Pölten bereits zum fünften Mal der „Tag der Lehre“ statt. Thematischer Fokus ist diesmal:

„Kompetenzorientiert lehren und prüfen“

Kompetenzorientierung ist an den Universitäten und Hochschulen seit Jahren in aller Munde. Tatsächlich „kompetenzorientierte“ Curricula zu entwickeln, stellt StudiengangsentwicklerInnen, Studiengangsleitungen, Modulverantwortliche und Lehrende allerdings nach wie vor multiple Herausforderungen. Darüber hinaus soll dem „Shift from Teaching to Learning“ auf allen Ebenen der Planung und Gestaltung Rechnung getragen werden sowie der Dynamik, die in diesem Kontext die Digitalisierung der Hochschullehre mit sich bringt.

Die Fachhochschule St. Pölten setzt im Jahr 2016 einen Schwerpunkt rund um dieses Entwicklungsfeld. Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich, dass es sowohl einschlägige Expertise als auch langfristige engagierte Beratung und Begleitung der relevanten AkteurInnen braucht, um qualitativ hochwertig den Anspruch von Kompetenzorientierung in der Konstruktion von Curricula, Modulen und Lehrveranstaltungen umsetzen zu können. An der FH St. Pölten kann dabei bereits auf die Erfahrungen aus zwei großen fhweiten Lehrentwicklungsprojekten („Inverted Classroom“ und „Game Based Learning“) aufgebaut werden, die kompetenzorientierte didaktische Konzepte propagieren. Wir möchten den Tag der Lehre 2016 als Plattform nutzen, um alle interessierten AktivistInnen rund um spannende modellhafte Umsetzungen von Kompetenzorientierung miteinander in einen intensiven institutionenübergreifenden Austausch zu bringen.

Wir laden daher KollegInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Hochschulraum ein, Beiträge zu folgenden Aspekten einzureichen:

  • “Kompetenz” und „Kompetenzdimensionen“ – welche Kompetenzdefinitionen haben sich in der praktischen Arbeit bewährt? Wie komplex müssen bzw. wie komplex dürfen die jeweiligen Arbeitsmodelle sein?
  • Constructive Aligment – Best Practices der (strategischen) Umsetzung im Hochschulbereich
  • Sinnvolle Learning Outcomes formulieren und mit diesen konsequent arbeiten – Erfahrungsberichte und Best Practices
  • Wie gelingt die Verknüpfung von formulierten Learning Outcomes und passenden Prüfungsmodellen? Welche innovativen Zugänge zu kompetenzorientiertem Prüfen haben sich in der Praxis bereits bewährt?
  • Multiple-Choice-Prüfungen: Notlösung oder doch besser als ihr Ruf?
  • Peer Review/Peer-Assessment: Potential und “Fallen”. Welche ermutigenden Erfahrungen wurden hier bereits gemacht?
  • Game Based Learning als Assessment-Methode – welche beispielhaften Ansätze haben sich hier bereits bewährt?
  • Inverted Classroom als Modell zu stärkerer Kompetenzorientierung: lernen und prüfen am Weg. Erfahrungsberichte, Best Practices?
  • Integration formativer & summativer Assessment-Methoden: Erfahrungsberichte, Best Practices?
  • ePortfolios als Instrumente der Förderung kompetenzorientierten Prüfens
  • Parcours-Prüfungen (OSCE): Good Practices
  • Planspiele und Simulationen als kompetenzorientierte Assessment-Methoden

Format der Einreichungen:

Wir freuen uns neben klassischen Präsentationen und Workshops insbesondere über Beiträge, die nicht nur inhaltlich, sondern auch im Vermittlungsformat „kompetenzorientiert“ sind. Bitte informieren Sie uns in Ihrer Einreichung über etwaige spezielle Anforderungen, die für die Umsetzung des Beitrags erforderlich sind.

„Kompetenzorientierte Vermittlungs-Formate“:

Z.B. Hands-on-Sessions, Rollenspiele, Schnitzeljagden, Videobeiträge, Planspiele, theatrale Methoden, inverted Panels, Disputationen, Poster u.a.m.

Workshops:

Workshops sind teilnehmerInnen-orientiert: eine klar abgegrenzte Fragestellung wird – ausgehend von einem Impuls-Input der Workshopleitung – mithilfe der Vorerfahrungen, Ressourcen und Kompetenzen der TeilnehmerInnen bearbeitet. Ein Workshop dauert 90 Minuten und wird für eine Gruppengröße von max. 15 Personen geplant.

Präsentationen:

Eine Präsentation dauert maximal 30 Minuten (20 min. Vortrag + 10 min. Diskussion). Präsentationen sollten eine Verbindung von praktischen Erfahrungen mit theoretischen Konzepten gewährleisten und praxisrelevante Ergebnisse präsentieren. Auch diese können Elemente aus dem Game Based Learning enthalten bzw. Konzepte des Inverted Classroom nutzen.

Wir laden weiters dazu ein, im Vorfeld der Tagung Blogbeiträge zu diesen Themen einzureichen. Maximale Länge: 1.700 Zeichen. Diese sollen ab Juni 2016 hier erscheinen: http://skill.fhstp.ac.at und auf den Tag der Lehre vorbereiten – gerne auch mit provokanten Fragen und Thesen. Ausdrücklich möchten wir hier noch auf das bereits beim 4. Tag der Lehre und der Konferenz „Inverted Classroom and beyond“ erfolgreich genutzte Format „Kurzvideo“ (max. 4 Minuten) hinweisen. Auch andere kreative multimediale Formate sind herzlich willkommen!


Einreichprocedere:

Ihr Beitragsabstract senden Sie bitte mittels beiliegendem Einreichungstemplate bis zum 15.4. 2016 an Wolfgang Gruber, E-Mail: wolfgang.gruber@fhstp.ac.at.

Bis zum 9.5. 2016 wird über die Annahme Ihres Abstracts entschieden und Sie werden dann über das weitere Procedere informiert.

Bis zum 9.5. 2016 wird über die Annahme Ihres Abstracts entschieden und Sie werden dann über das weitere Procedere informiert. In weiterer Folge haben Sie die Möglichkeit Ihr Abstract zu einem vollwertigen Publikationsbeitrag (Deadline 15. Juni) auszubauen, der dann im Tagungsband zum 5. Tag der Lehre erscheinen wird. Die dafür notwendigen Spezifikationen erhalten sie nach Annahme Ihres Abstracts.

Aktuelle Didaktik-Fortbildungsangebote

Die Didaktik-Fortbildungsangebote von SKILL für das SS 2016 sind ab sofort für Anmeldungen offen. Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnahme.

SKILL-Fortbildungen für Lehrende

Hier die Angebote auf einen Blick:

  • Die Methoden-Toolbox – Lehrmethoden zielgerecht einsetzen / Martin Lehner  / Mi, 16. März 2016 / 17.00 – 19.30   (Kooperationsveranstaltung mit FH Technikum Wien)
  • Rhetorik und Körpersprache für Fortgeschrittene (Advanced Level) / Wolfgang Bilinski /  Do, 31. März  2016 / 09.00 – 17.00
  • Studierende einbinden durch Live-Einsatz digitaler Werkzeuge in LVA / Wolfgang Gruber / Do, 7. April 2016 / 14.00 – 16.00
  • Bewerten und Benoten in projektorientierten Lehrveranstaltungen / Anja Centeno García /  Mo, 25. April 2016 / 09.00 – 17.00
  • Keep cool in der Lehre – professionelles Selbstmanagement / Sabine Sawczynski  /  Di, 26. April 2016 / 17.00 – 19.30   (Kooperationsveranstaltung mit FH Technikum Wien)
  • Bruno brEXCEL“ – ein spielerischer Ansatz zur Vermittlung von EDV-Grundkompetenzen / Nico Pirner /  Fr, 13. Mai 2016 / 09.00 – 17.00
  • Hochschuldidaktik-Workshop für neue LektorInnen (Advanced Level) / SKILL – Team / Sa, 21. Mai 2016 / 10.00 – 17.00
  • Didaktik Praktisch! Praktischer Einsatz von „Teams-Games-Tournament“ / Wolfgang Gruber / Mi, 8. Juni 2016 / 10.00 – 12.00
  • Schlagfertigkeit – Umgang mit Zwischenrufern und Störungen / Wolfgang Bilinski   /  Fr, 24. Juni 2016 / 13.00 – 17.00
  • Praktische Planungswerkstatt für Lehrveranstaltungen / SKILL – Team / Mo, 4. Juli 2016 / 09.00 – 12.00

Details zu den Workshops hier:

Anmeldung zu den Workshops bitte über das CIS der FH St. Pölten.  Rückfragen bitte an wolfgang.gruber@fhstp.ac.at bzw. 02742 / 313228 – 281.

Darüber hinaus stehen wir gerne für individuellen Support (z.B. Hospitationen von LVA) zur Verfügung.

Mit herzlichen Grüßen

Das SKILL-Team

Fazit

Der zweite Tag der Konferenz Inverted Classroom and beyond 2016 neigt sich dem Ende zu und ich bin wieder in Wien, bereit, morgen früh wieder den Bloggerinnenhut (weitere Blogbeiträge)  ab- und den Lehrerinnenhut (dr)aufzusetzen.

Meine 5 Take-Home-Messages:

  1. Bei ICM geht es nicht nur um die Qualität der Videos, sondern vor allem auch um die Qualität der Präsenzzeiten.
  2. Das Rad neu zu erfinden ist nicht notwendig. Die Community ist da, Vernetzung ist alles.
  3. Mut zum Ausprobieren bringt’s. Und wenn man einmal scheitert – so what? Alle Vortragenden sprachen über ihre Lernprozesse und Anfangsfehler.
  4. Sockenpuppen sind erstaunlich ausdrucksfähig.
  5. ICM ermöglicht Individualisierung, weil in den Präsenzphasen dafür plötzlich mehr Zeit vorhanden ist.

Danke, liebe #icmbeyond-Community! Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.

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ICM Zukunftswerkstatt – Christian F. Freisleben-Teutscher, Wolfgang Gruber, Josef Weißenböck

Die Schlussrunde Konferenz Inverted Classroom and beyond 2016 wird eingeläutet. Was nehmen wir mit nach Hause? Was tun wir ab morgen in unseren Institutionen? (weitere Beiträge vom LiveBlogging)

Umgesetzt wird eine Miniaturausgabe einer Zukunftswerkstatt, angeleitet vom SKILL-Team. (Die Ergebnisse wurde auch fotografisch dokumentiert).

Schritt 1: Tal der Tränen – Was sind unsere Hindernisse, Barrieren und Schwierigkeiten?

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Schritt 2: Die Zukunft ist da! Wie stellen wir sie uns vor?

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Schritt 3: Was machen wir am Montag?
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Danke für eine spannende, inspirierende, hybride Konferenz! 🙂

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Keynote ICM in der Hochschule – Karsten Morisse

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Karsten Morisse ist einer der Vorreiter, was die Implementierung von ICM in der Hochschullehre angeht (Präsentationsfolien, Hintergrund, Aufzeichnung der Keynote: siehe hier). Auch er betont, wie wichtig die gemeinsame Präsenzzeit von Lernenden und Lehrenden ist. Über Jahre hat er seine Herangehensweise angepasst. Zunächst war die Präsenzphase nur auf Diskussionen fokussiert. Später wurde sie ausgebaut, als die Studierenden den Wunsch äußerten, Input in kleinen Dosen zu erhalten. Key Facts aus den Onlinephasen können am Anfang der Vorlesung beispielsweise wiederholt werden.

Am Beispiel der Lehrveranstaltung zur Theoretischen Informatik erläutert Karsten Morisse sein System: Das von ihm erstellte Skript hat 300 Seiten – ein Lehrbuch über Theoretische Informatik ist grundsätzlich einmal sehr formal und enthält viele Beweise. Um aber die Herangehensweise zu illustrieren, werden Videos verwendet. Am Seitenrand des Skripts befinden sich QR-Codes. Wenn die Studierenden diese scannen, öffnet sich das Erklärvideo, das die trockene Theorie greifbarer macht.

Die Analyse von Karsten Morisses letzter Veranstaltung hat ergeben: Die Teilnehmer/innen, die regelmäßig in die Präsenzphasen gekommen sind, haben auch bestanden. Das ist wohl eines der besten Argumente, mit denen sich zukünftige Studierende überzeugen werden lassen.

MOTIVATION FÜR STUDIERENDE

  • Klare Kommunikation im Vorfeld: Was wird erwartet?
  • Zeitliche Belastung klären: Wieviel müssen die Studierenden an Zeit investieren?
  • Orientierungshilfe geben: 5-10 Minuten trotzdem Key Facts in der VO vorbringen – Studierende können dann den Einstieg in die Materie besser aufnehmen
  • Anreizsysteme bieten: Bonussysteme – Bonuspunkte für die abschließende Klausur geben, z.B. max. 5-10% für die Klausur im Vorfeld erwerben

 

Workshop Lernen durch Lehren Simone Dinse de Salas

LiveBlogging von der Konferenz Inverted Classroom and beyond 2016. In Simone Dinse de Salas‘ Workshop (Hintergrund mit ergänzenden Materialien & Links) steht die Aktivierung der Lernenden im Mittelpunkt. Sie erstellen selbst Erklärvideos und erschließen sich so ein Thema.

Erfahrungswerte:

  • Stativ verwenden: das bringt Ruhe ins Bild
  • Software bedenken: für die Schule ist die VivaVideo – App gut einsetzbar
  • Zeitplan: wie hoch soll die Qualität der Videos sein und welche Zeit steht dafür zur Verfügung?
  • Drehbuch: Etherpads oder Google Docs sind gut geeignet, das Drehbuch kann in Tabellen- oder Fließtextform sein
  • Einverständniserklärung formulieren: Sind alle damit einverstanden, die Videos auf Youtube und nachher in einem Wiki zu veröffentlichen?
  • Darstellungsform: Werden Lernende gezeigt? Wenn nicht, sind Sockenpuppen toll, denn dann können die Lernenden trotzdem noch drübersprechen, im Bild sind aber nur die Puppen
  • Vorbereitung: Sprechtext vorher üben, nicht gleich spielen
  • Meilensteine in der Planung setzen (Gestaltungsprinzipien, Ideenfindung, …)
  • Kameraaufstellung, Beleuchtung (Stehlampe), Ton

„Ich bediene eine Socke“ (Zitat eines Teilnehmers)

Das Erlernte wird ausprobiert. Hilfsmittel: Mozartkugeln, Sockenpuppen, Stifte, Stimme, kreative Köpfe 😉

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Keynote – Blended Learning and beyond – erst online, dann live – Laura Lenz

Da Ingrid Isenhardt, die die Keynote hätte halten sollen, leider erkrankt ist, ist Laura Lenz für sie eingesprungen (Hintergrund; Aufzeichnung und Präsentationsfolien siehe hier). Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institutscluster IMA/ZLW & IfU der RWTH Aachen University.

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Dem Wunsch von Christian Freisleben-Teutscher nach einem Betriesbsausflug an die Universität Aachen schließen sich – so mein Eindruck nach Frau Lenz‘ Vortrag – die Konferenzteilnehmer/innen im Großen Festsaal vollsten Herzens an.

Die hohe Professionalität und die kreativen Zugänge der RWTH Aachen University beeindrucken die Teilnehmer/innen nachhaltig. Bisher standen hier auf der #icmbeyond16 umgedrehte Klassenzimmer im Zentrum, in denen Teilnehmer/innenzahlen von bis zu 30 die Regel sind. In die Lehrveranstaltung, an der Laura Lenz mitwirkt, hatten sich im WS 2015 etwa 1600 Studierende eingeschrieben.

Aktuelle Herausforderungen für die Lehre:

  • Mangelnde Ausrichtung auf Digital Natives. Wenn wir nur noch Fakten abfragen, kommen die Studierenden nicht mehr zur Universität. Wir sollten Studierenden etwas geben, worüber sie reflektieren können, sonst haben sie keinen Grund, Vorlesungen zu besuchen.
  • Durchgang von Schule zu Studium muss besser werden. Wünschenswert ist, dass Studierende nicht erst auf der Uni mit Blended Learning konfrontiert werden – selbstständiges Lernen soll Teil der Lehre werden.
  • Die Studierenden brauchen einen Praxisbezug, der es für sie sinnvoll macht, das Fach zu besuchen. Die Relevanz für ihr Leben muss herausgestellt werden.

Der Praxisbezug wird durch die Unternehmenssimulation ROBOFLEX hergestellt. Die Studierenden bilden ein virtuelles Unternehmen und lernen, in Teams zu arbeiten. Ein Verständnis für Teamtypen wird so entwickelt. Das Ziel dabei ist, mit Lego NXT Mindstorms Fahrzeuge zu programmieren. Als Anregung dient ein Wettbewerb, der die Studierenden animiert. Das Gewinnerteam erhält am Ende ingenieursgerechte Preise, wie etwa Akkuschrauber.

Die Bereitschaft, das „beyond“ zu denken, zeigt sich an den diversen Wegen, die das Lehrveranstaltungsteam begeht oder noch begehen will. Zu nennen wären hier beispielsweise Mixed Reality oder die Ingenieure ohne Grenzen Challenge. Bei dieser wurde etwa von Studierenden eine Zerkleinerungshilfe für Bananenstämme entwickelt.

Immer ist dabei relevant, wie die Inhalte mit der Lebensrealität der Studierenden verlinkt werden können. Die Darstellung realer Problematiken ist im Fokus – so kann „Lehre mit Mehrwert“ gelingen und Studierende werden motiviert, sich zu engagieren.

 

Begrüßung – Johann Haag, Norbert Kraker, Jürgen Handke

Die drei Partner der Konferenz Inverted Classroom and beyond 2016 stellten am zweiten Tag ihre Institutionen und bisherigen Erfahrungswerte in der Begrüßung vor. (weitere Blogbeiträge zur Konferenz)

Johann Haag ist Teil des Hochschulmanagements der FH St. Pölten. Jürgen Handke hat ihn vor zwei Jahren mit seinem Enthusiasmus für das Thema Flipped Classroom angesteckt.

Was sind die Erfahrungswerte bisher? Was ist wichtig für die Umsetzung an der FH St. Pölten?

  • Ressourcen: die Lehrenden brauchen Ressourcen, müssen aber auch unterstützt, beraten und gecoacht werden
  • Mut: als Hochschule und Lehrende/r ist Mut wesentlich – man muss alles, was man bisher gemacht hat, ändern
  • Didaktik: gut ausgebildete Dozenten/Lehrende sind wesentlich – Gesamtkonzept ist wichtig
  • Präsenzphase: nicht nur über Videos reden (Sebastian Schmidt hat das gestern auch betont), sondern ganz besonders auch über die Präsenzphasen
  • Raumplanung: der Hörsaal ist nicht notwendigerweise für die Präsenzphase sinnvoll, „aktive Bestuhlung“ – Wer Flipped Classroom sagt, muss auch Raumkonzept sagen.

Norbert Kraker vertritt die PH NÖ und stellt den Zugang seiner Institution vor:

  • Veränderung der Lehre: „The kids changed, but I didn’t“ (Steve Kelly) – für ihn Beginn der Veränderung – Wissen muss also neu formiert werden, denn die Lernenden haben sich verändert
  • Veränderung der Lehrenden: Wer sich als Lehrende/r nicht auf diesen Weg begibt, dem entgeht etwas
  • Veränderung des Zugangs: E-Learning muss fix verankert sein –  die PH NÖ löst dies durch 75% Präsenzphase und 25% E-Learning
  • Individualisierung kann durch ICM verstärkt in den Blick genommen werden
  • Ressourcen müssen dafür zur Verfügung stehen

Norbert Kraker stellt fest, die Qualität des Unterrichts und Outputs sei gestiegen. Die PH NÖ misst dies an den schriftlichen Masterarbeiten, deren Qualitätssteigerung auf E-Learning zurückzuführen ist.

An der Universität Marburg hat alles begonnen. Von 2012 – 2015 fanden dort die ICM-Konferenzen statt. Auch 2017 soll dort wieder die ICM-Konferenz staffinden. Jürgen Handke von der Philipps-Universität Marburg ist der Dritte im Bunde der Kooperationspartner und stellt die Geschichte der Konferenz vor.

  • 2012: Alles begann mit der Frage nach Videos in der Lehre – wie geht das überhaupt und wie kriegt man Inhalte in Videos?
  • 2013: Die Präsenzphase rückt in den Blick – wie soll diese gestaltet sein?
  • 2014: Bindeglieder zwischen den Phasen – wie optimiert man die Verbindung zwischen Präsenphase und Selbstlernphase?
  • 2015: Digitalisierung der Lehre – was sind die Stolpersteine für die Hochschullehre, wie können diese beseitigt werden?

Zwei Preise konnten bereits mit dem innovativen Flipped Classroom Zugang gewonnen werden: der Ars legendi Preis 2012 und der Mint von Morgen Schulpreis 2015.

Abschluss Tag 1 – Gerhard Brandhofer & Christian F. Freisleben-Teutscher

Foto 1

Foto 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Plenum wird am Ende des ersten Tages der Konferenz Inverted Classroom and Beyond auf Plakaten festgehalten und besprochen, was für die Planung und Umsetzung von Inverted Classrooms im Hochschul- und Schulbereich in den nächsten drei Jahren wichtig und notwendig sein wird (siehe auch diese Fotos mit den weieteren Ergebnissen).

Ein paar Blitzlichter:

  • Der Wunsch nach einer Plattform für österreichische Lehrende kommt auf – das gibt es auf Flipped Classroom Austria
  • „Sharing is caring.“
  • „Wertschätzung kommt von den SchülerInnen direkt zurück. Wenn die das Gefühl haben, dass sie was gelernt haben, brauch ich meinen Direktor nicht.“
  • Verankerung von FCM/ICM in der Lehramtsbildung ist ausschlaggebend
  • Wir träumen gemeinsam von einem stets funktionierenden WLan für Lernende. Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

 

Flipped Classroom in der Praxis – Flipped History Class! – Josef Buchner

Josef Buchners Linksammlung ist ein Schatz für alle FCM-Interessierten:

Sammlung auf Titanpad

Die „vier T“ von Bergman & Sams – Julia Müter

Julia Müter (Workshop am ersten Tag der Konferenz Inverted Classroom and beyond) ist Projektmitarbeiterin am Institut für Mathematik und Informatik der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Sie betreut Projektschulen, die am Projekt „Flip your Class!“, einem Kooperationsprojekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, der Bertelsmann-Stiftung und dem Berliner Unternehmen sofatutor, teilnehmen.

Endlich finden wir heraus, wofür die 4 T stehen – aufmerksame Leser/innen wissen das natürlich schon längst, weil sie diesen Beitrag gelesen haben.

John Bergman und Aaron Sams haben 4 Hürden definiert, die da sind:

Thinking

Sowohl LuL als auch SuS sind hier gefordert:

  • Welche Probleme/Schwierigkeiten/Herausforderungen sind mir als Lehrperson im eigenen Unterricht aufgefallen?
  • Wie kann ich die Videos vorbereiten?
  • Wie soll ich den SuS aufzeigen, was Zweck und Sinn des Flipped Classrooms ist? Wie verändert sich das Lernen der SuS dadurch?
  • Wie kann ich Überzeugunsarbeit bei Eltern leisten? Ihre Unterstützung ist wesentlich.

Technology

  • Minimalistisch vorgehen! Eine Software zur Produktion, eine zur Bearbeitung verwenden
  • Ein externes Mikro für saubere Aufnahmen hilft
  • Das Wissen der SuS kann aktiviert werden – vielleicht können sie LuL auch weiterhelfen
  • Bei den SuS abfragen, was für eine Ausstattung sie haben (Endgeräte, WLan)

Time

  • Der Einstieg am Beginn kostet Zeit.
  • Klein anfangen! Am besten konzentriert man sich auf ein Fach und eine Stunde.

Training

  • SuS auf Methode vorbereiten
  • Einführung in das richtige Ansehen von Lernvideos – direkte Verknüpfungen mit Lernstrategien/Lehrstrategien sollen hergestellt werden

Bevor die Videos geschaut werden, ist es empfehlenswert, mit den SuS Folgendes zu besprechen:

  • Was wissen sie schon über das Thema?
  • Was könnte sie erwarten?

Während des Videos können die SuS

  • Notizen machen
  • Inhalte in Übersicht zusammenstellen
  • Zusammenhänge herstellen
  • die Funktionen eines Videos nutzen (pausieren, zurückspulen)

Flipped Classroom in Sekundarstufe I – Sebastian Schmidt

Am Anfang war der Lernprozess

Sebastian Schmidt fängt mit dem Anfang an. Seinem eigenen nämlich. Er dachte einmal, wenn Videos gemacht würden, die im Unterricht geschaut werden, werde alles gut. Dann hat er festgestellt: Dem ist nicht so. Die Crux liegt in der Art und Weise, wie die Videos eingesetzt werden. Gemeinsam Videos zu schauen bringt die Klasse nicht notwendigerweise weiter. Das Video allerdings vorauszusetzen hat seinen Unterricht besser gemacht.

Absicherung

Als nächstes drehte er an der Schraube der Inhaltssicherung. Zu Beginn ließ er die Schüler/innen Hefteinträge schreiben, dann stellte er fest, dass sie sich einfach vorklickten auf das letzte Bild und das abschrieben, ohne das Video gesehen zu haben. Clever! Statt Hefteinträgen verwendet er nun LearningApp Quizzes zur Absicherung. Außerdem stellt er im Unterricht gezielte Fragen zum Video.

In der Kürze liegt die Würze

5 Minuten sind die längste Zeit, die man SuS abverlangen kann.

Übungsphase

Die Erklärung der Übungsphase ist besonders aufschlussreich – oft konzentrieren wir uns ja auf die Erstellung der Videos. Nun haben wir schon einige Male gehört, wie wesentlich der Unterricht selbst ist. Sebastian Schmidt erklärt genau, wie er die Unterrichtszeit mit den Schüler/innen plant.

Üben ist

  • individuell: SuS entscheiden selber, wie sie weitermachen
  • kollaborativ: SuS wenden sich an andere SuS, die den Inhalt schon für sich erschlossen haben
  • differenziert: SuS kriegen 3 Aufgabenpools, schon bestehende Aufgaben aus dem Lehrbuch teilt die Lehrkraft nur in Pools ein, das Lehrbuch dient als Leitfaden

In der Übungsphase wichtig:

  • Tutor/innen: helfen Schüler/innen, die sich schwer tun, dürfen nicht einsagen oder durchstreichen
  • Freiarbeit (alle 3-4 Stunden): Schüler/innen arbeiten gesondert an Themen, die sie schwierig fanden
  • aktives Plenum (nach Christian Spannagel) – es gibt eine komplexe Aufgabe, mehrere Schüler/innen versuchen, eine Aufgabe zu lösen – Lehrkraft hält sich heraus
  • Rolle der Lehrkraft muss sich ändern – „Mach eine halbe Stunde lang nur diese eine Aufgabe, schau, wie du selber bis zur Lösung kommst“
  • Deal: Hausaufgabe ist auf 20 Minuten gedeckelt, 4-7 Minuten Video, 10 Minuten zum Abschreiben, ein paar Minuten für LearningApps
  • Fairness: Wenn die Mehrheit sagt, sie haben länger als 20 Minuten gebraucht, gibt es Hausaufgabenerlass

Was für ein erfrischender Vortrag! Den Blick nicht nur auf die Erstellung der Videos, sondern auf die Unterrichtsphase selbst zu richten, hat mir persönlich Fragen beantwortet, von denen ich noch gar nicht wusste, dass ich sie mir gestellt habe.

Präsentation Sebastian Schmidt

A Teacher’s Journey to Flipped Learning – Steve Kelly

Steve Kelly is a long-term maths and science teacher from Michigan who held the keynote speech at #icmbeyond16 (see this background informations and the recording of the keynote).

SteveKelly

„The most important part is what you do in the clasroom, not the video.“ 

 

Is inverted learning the answer?

Steve doesn’t believe everything that’s shiny and new is the solution, but his experience showed that students improved tremendously. He saw huge academic improvements and changes in passion for learning in his students.

 

Why should we do it?

 

Because we’ll have more time for differentiation in class. When we’re actually in class, we’ll have time for smaller groups and for individuals.

Should you spend ages on editing your video?

Absolutely not. Flipped classroom is not about the videos, it’s about the time you get with your students in class. „Teachers forget about the meat and potatoes part“ – the content is what really matters. The videos don’t have to be long, they actually should be short so that students watch them.

Do you have to be an island?

Collaboration is key. Steve Kelly works with a partner – he’s convinced it’s time we share our best practices. Millions of teachers are creating the same thing – what happened if instead, we worked together?

Most common questions:

Should you flip every lesson?  No! If there’s something that works really well, keep it. Rewind and watch it again! Tell the kids to rewind in the video!

What if the students don’t watch the video?Make their life painful! 😀 They’ll do it once and twice, but it’s rare they do it a third time – create the learning atmosphere where they want the knowledge.

Do they need to watch it at home? No! You can put the videos on DVDs, use the public library and school computers.

Do you need videos to flip your classroom? No – you can use audio files as well or get students to read a piece of poetry as preparation.

Should I make my own videos? Absolutely! Students want to see their teacher, especially young learners. Parents want to see you. You can even have the students make the videos for their parents.

What if I don’t have screen capture software? You can use your smartphone!

Why does it take me five hours to make a video? At the beginning, they’re not amazing. Get used to it.

 

AUDIENCE QUESTION TIME 

Q1: What are the 3 most common mistakes that teachers make when they start flipping?

  1. Don’t get hung up on a video. Get it done, figure out how to make it better in the future.
  2. Don’t take more than you’re capable of taking up – be smart about what you do and how much you do.
  3. Don’t change for the sake of change – just because it’s the latest thing doesn’t mean it’s awesome. If you were a crummy teacher before, you’re gonna be a crummy teacher if you flip your lesson.

Q2: Does it have a negative effect on handwriting/notetaking?

Notetaking is important. Pause the video to finish the note. On the video, the teacher tells you: Watch that part again. You’re gonna need it, write it down. “What the hand writes, the mind remembers”. Thinking, working and scribbling are still important.

Q3: What do you do in the lesson?

Whatever you have time to create. Steve says he tries to address different learning styles. So the advantage is that we can try to adress different levels.

 

Play phase is very important. Students get a question in class. The anger level escalates if they can’t solve the question. You can also have a traditional homework day. Practice time is quality time in class. Students ask questions and spend valuable time with the teacher and other peers who are quicker.

Präsentation Steve Kelly

Videosammlung

Start der Konferenz und Workshop Camtasia

Es geht los!

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Der Raum beim ersten Workshop ist gut gefüllt beim ersten Workshop. Anton Bollen von der TechSmith Corporation stellt das Programm Camtasia vor, mit dem auf einfache Weise Videos für den Flipped Classroom erstellt werden können.

Fünf nützliche Hinweise für Flipped Classroom Interessierte:

  1. A little goes a long way: Kleine Schritte am Anfang machen, sich an die Themen herantasten, Feedback von den Schüler/innen einholen, Themen bearbeiten, mit denen man schon vertraut ist
  2. Roten Faden beibehalten, Drehbuch verfassen, damit Stottern vermieden wird
  3. In der Kürze liegt die Würze: kurze Videos sind effektiver – lieber kleine Videos (2-3 Minuten), aber mehr davon
  4. Muss es perfekt sein oder bis morgen fertig sein? Keine Angst vor unperfekten Videos – inhaltlich sollten die Videos natürlich stimmen, aber Räuspern oder Versprecher sind in Ordnung.
  5. Auf den guten Ton achten! Die Aufnahmeumgebung sollte ruhig sein, der Raumklang gut. Ein gutes Mikrofon ist wesentlich, damit die Aufnahme gelingt.
  6. Humor, Überraschung und Witz – „engagement“ ist wesentlich. Schüler/innen schätzen Humor – Überraschung 😉

Der Twitter-Hashtag ist #icmbeyond16 – join us!

Gastbloggen zur #icmbeyond16 Konferenz

Mein Name ist Carina Maier. Ich unterrichte seit vier Jahren an der AHS Heustadelgasse in Wien Deutsch, Englisch und elearning. Wir sind eine eLSA- und KidZ-Schule. Digitales Lernen und innovative Lernszenerien sind uns daher besonders wichtig. Ein weiterer Schwerpunkt an unserer Schule ist Erasmus+. Auf unserem Schulblog sammeln wir darüber Erfahrungen.

Ich darf nächste Woche auf der #icmbeyond16 Konferenz als Gastbloggerin über Blitzlichter, Einblicke und Einsichten berichten.

Bei einem Teacher Training zu „Technology in the classroom“ in Irland habe ich das Konzept „Flipped Classroom“ 2014 erstmals kennengelernt und ausprobiert. Mein erster Eindruck war: Wow, ein höchst revolutionärer und spannender Ansatz! Das lag nicht zuletzt am Enthusiasmus des Lehrenden – eines ehemaligen Mixed Martial Arts Champions, der Englischlehrer geworden war – , der uns selbstgedrehte Videos zeigte, die er im Unterricht der Sekundarstufe I einsetzt. Sein ehemaliges Lieblingsspielzeug, ein Transformer-Männchen, wurde zum Hauptakteur einer Grammatikerklärung und er ließ Lego-Figuren durchs Bild wandern, um die Bildung von Adverbien zu erklären.

Mir gefiel der persönliche Zugang zu eher sperrigen Themen. Die wenigsten 13-Jährigen brennen vor Begeisterung, wenn Grammatiktheorie ansteht. Aber wenn mich das Transformermännchen-Video für If-Sätze begeistern konnte, war die Wahrscheinlichkeit nicht so gering, dass dies auch bei SchülerInnen funktionieren würde.

Besonders freue ich mich auf den ersten Tag der Konferenz. Es wird spannend, zu beobachten, wie KollegInnen das Modell des „Flipped Classroom“ in ihrem Unterricht umsetzen.

Josef Buchner bezieht die SchülerInnen auf produktive Art in seinem Geschichtsunterricht mit ein. Sein Ansatz klingt verheißungsvoll, da die SchülerInnen nicht nur konsumieren, sondern selbst produzieren. Unterricht wird dann spannend, wenn man die „Road less travelled“ nimmt und die ausgetretenen Pfade verlässt. Kurt Söser wird über OneNote im Flipped Classroom sprechen – wie sich das wohl verbinden lässt? Ich bin neugierig auf seinen Input.

Als große Anhängerin von Stickern kann ich mir vorstellen, dass ein Zugang mit Punktesystem, wie Jörg Winckler es konzipiert hat, Lernende besonders motiviert. Belohnung ist schließlich Belohnung, ob es nun ein Katzensticker (höchste Kategorie!) oder ein Punktesystem ist.

Flipped Classroom in der Praxis: Flipped History Class

Josef Buchner, Projekt flipped Classroom an der PH Niederösterreich gestaltete am ersten Tag der Konferenz Inverted Classroom and beyond 23./24.2. einen Workshop und steelte dort auch diese Linksammlung vor (gerne ergänzen!):

„Zahlen, Daten und Fakten, damit werden Schülerinnen und Schüler im Unterricht aller Schularten und Fächer täglich konfrontiert. Durch die neuen Lehrpläne sowohl für Unter- als auch Oberstufe wird der reine Wissenserwerb um die Aneignung von für die Fächer zentralen Kompetenzen erweitert.

Das Problem dabei: Ohne vorhandenes Wissen können keine Kompetenzen trainiert werden!

Der Faktor Zeit spielt hier eine große Rolle, besonders in den so-genannten Nebenfächern wie etwa Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung, Geographie und Wirtschaftskunde usw.

Die geringe Anzahl an Unterrichtsstunden mit der jeweiligen Klasse sorgt dafür, dass die lehrerzentrierte Wissensvermittlung nach wie vor die meiste Zeit des Unterrichts einnimmt und die Lernenden weder aktiv, noch eigenverantwortlich lernen können.

Eine Möglichkeit, die Wissensvermittlung und die Aneignung von Kompetenzen miteinander zu kombinieren bietet das Konzept Flipped Classroom:

Im Herbst 2015 wurde der Geschichtsunterricht einer 4. Klasse AHS Unterstufe auf den Kopf gestellt. Das Kapitel “Österreich I – die Erste Republik” wurde mit Hilfe von selbst produzierten Lernvideos, die den Schülerinnen und Schülern über YouTube sowie die Moodle-Plattform der Schule zur Verfügung gestellt wurden, unterrichtet.

Um den Einstieg in das Konzept zu erleichtern, wurden die Videosequenzen zunächst im Unterricht gemeinsam angesehen und die begleitenden Arbeitsmaterialien bearbeitet. Das bereitstellen von aktivierenden Aufgaben während des Videosehens ist entscheidend, um die Vorteile des Konzepts nutzen zu können.

Im Anschluss wurden Fragen beantwortet und die gefundenen Lösungen zu den Arbeitsaufgaben besprochen.

Der große Teil der Unterrichtszeit wird nun für aktivierende und dialogorientierte Methoden verwendet, wie etwa:

-Quizerstellung in der Kleingruppe

-Quellenanalysen z.B.: Wahlplakate der 1. Republik, Karikaturen- und Bildanalysen

-Kartenarbeit

-Think-Pair-Share

Ich freue mich, Ihnen Einblicke in meine Flipped History Class im Workshop geben zu dürfen. Als Vorbereitung können Sie sich meine Videos auf YouTube sowie das Begleitmaterial bzw. die Homepage http://www.flipped-classroom-austria.at ansehen.

Weiters erwarten Sie folgende Lernziele in meinem Workshop:

-Die ersten Schritte zum eigenen Video

-Kriterien für Lern- bzw. Erklärvideos

-Ideensammlung für die Umsetzung im eigenen Unterricht/im eigenen Fach