Inverted Classroom, kollaboratives Lernen und “Studierende als Macher”

Schlüsseltrends in der Hochschullehre:

Der aktuell erschiene „HORIZON-Report 2014“ bietet spannenden Input für unsere aktuelle Lehrentwicklungsstrategie. Die Hochschulausgabe des Horizon Report wird seit 2004 jährlich vom New Media Consortium (NMC) und der EDUCAUSE Learning Initiative (ELI) herausgegeben und gilt weltweit als eine der aktuellsten und renommiertesten Informationsquellen über neue Technologien im Hochschulbereich.

Als „Schlüsseltrends, die den Einsatz von neuen Technologien im Hochschulbereich befördern“ wurden im aktuellen Report z.B. isoliert:

  •  Integration von Online-, Blended- und kollaborativem Lernen“ und
  • Paradigmenwechsel von Studierenden als Konsumenten hin zu Studierenden als Machern“.

In einem weiteren Kapitel des Reports wird – als „wichtige lehr-/lerntechnologische Entwicklung im Hochschulbereich“, die in einem Zeithorizont von weniger als einem Jahr nach Erscheinen des Berichts massiv verstärkte Bedeutung gewinnt – das

in seinem Entstehungskontext, aktuellen Entwicklungsstatus und weiteren Perspektiven diskutiert.

Der HORIZON-Report schreibt dazu u.a.:

„Das Inverted-Classroom-Modell wird an Hochschulen immer beliebter, weil es den Präsenzunterricht für Lehrende und Lernende neu gestaltet und zu einer effizienteren und bereichernden Nutzung der Unterrichtszeit führt. (…) Die Unterrichtsumgebung verwandelt sich in einen dynamischen, stärker gemeinschaftsorientierten Raum, in dem Studierende kritische Diskussionen führen oder Aufgabenstellungen in Gruppen bearbeiten können.“

Studien untersuchen derzeit, wie der Inverted Classroom sich auf den Lernprozess auswirkt, und erste Ergebnisse sind sehr vielversprechend. Eine Untersuchung von Grundlagenkursen in Pharmazie an der University of North Carolina zeigt, dass das neue Lernmodell die Testergebnisse um 5,1% gesteigert hat (vgl. HORIZON-Report, S.49).

Interessante Fußnote: MOOCs – Massive Open Online Courses, die die deutschsprachige Hochschullandschaft derzeit intensiv beschäftigen, sind laut Horizon Report 2014 hingegen bereits ein nachlassender Trend. Sie laufen in den USA nicht so erfolgreich, wie der Hype um sie vermuten ließ. Dennoch hat die Publicity-Welle viele Universitäten dazu gebracht, eine Internet-Strategie zu entwickeln und ihr Curriculum um qualitativ hochwertige Online-Materialien von internationalen Lehrenden anzureichern.

Inverted Classroom an der FH St. Pölten:

Die FH St. Pölten trägt diesen globalen Entwicklungen innerhalb der Hochschullandschaft im Rahmen der aktuellen „Strategie 2017“ insofern Rechnung als bereits im WS 13/14 ein studiengangsübergreifendes Lehrentwicklungsprojekt „Inverted Classroom“ gestartet wurde. In einzelnen Sequenzen von Pilotlehrveranstaltungen in mehreren Studiengängen wurde das Potential des Modells explorativ ausgelotet. Der renommierte Inverted-Classroom-Pionier Prof. Jürgen Handke war wesentlicher „Geburtshelfer“ in dieser Phase. Im WS 14/15 wird mit der nächsten Projektphase das Modell auf ganze Lehrveranstaltungen ausgeweitet. Eine entsprechende Begleitforschung soll eine klare Orientierung über Leistungsfähigkeit und Grenzen des Modells liefern.

In weiteren Blog-Posts der kommenden Wochen wollen wir Ihnen Einblick in bisherige Aktivitäten und Erfahrungen mit dem Inverted Classroom-Modell an der FH St. Pölten geben.

Ansprechpartner für das Projekt „Inverted Classroom“ ist:

Mit herzlichen Grüßen

Das SKILL-Team

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Author: Josef Weißenböck

Leiter des Kompetenzzentrums für Hochschuldidaktik "SKILL" an der FH St. Pölten seit 2008. Aufbau des hochschuldidaktischen Fortbildungs- u. Beratungsangebotes, Entwicklung des Lehrgangs zum “Zertifikat hochschuldidaktische Kompetenz” und der Vernetzungsveranstaltung “Tag der Lehre”. Inhaltliche Schwerpunkte: Didaktisches Design, Student Centered Learning, Blended Learning, aktivierende Lehrmethoden und Peer Learning als Strategie didaktischer Kompetenzentwicklung.

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