Anwendung des ICM im Rahmen der Lehrveranstaltung „Ernährung des Kindes und Jugendlichen“

Heidemarie Ramler
Heidemarie Ramler

Ich heiße Heidemarie Ramler und  bin seit Oktober 2007 im Studiengang Diätologie an der FH St. Pölten tätig. Das IC-Modell finde ich als zusätzliche Methode zur traditionell gestalteten Vorlesung spannend, da es den Dialog in der Lehre und die kritische Auseinandersetzung der Studierenden mit dem Stoff fördert.

Erste Erfahrungen mit dem ICM habe ich im Sommersemester 2014 mit der LV „Ernährung des Kindes und Jugendlichen“ gesammelt. Innerhalb des Moduls Pädiatrie umfasst diese LV acht Einheiten mit 30 Studierenden. Ausgesucht habe ich mir diese LV für IC deshalb, weil die Stundenanzahl gut überschaubar ist und sich die Themen voneinander gut abgrenzen lassen. Zudem hatten die Studentinnen bereits Vorwissen aus einer vorgelagerten LV.

Zunächst wurden die Studierenden über das ICM informiert, Hintergrund, Ziele und Ablauf wurden erklärt. Als erste Reaktion habe ich eine gewisse Skepsis bemerkt, befürchtet wurde ein Mehraufwand. Offensichtlich ist das Konzept der ECTS nur bedingt bekannt, also dass in jedem Fall ein gewisses Maß an Selbststudium anfällt. Zudem denke ich, dass die Studierenden einerseits sehr an traditionelle Wissensvermittlung gewöhnt sind, wenngleich sie gerne mit neuen Medien arbeiten.

Die acht Einheiten wurden auf 3 Präsenztermine aufgeteilt. Für das Selbststudium habe ich zu jedem Termin Materialien zur Verfügung gestellt: Fachliteratur in Form von pdfs, Grafiken (z.B. die Ernährungspyramide) sowie Lehrfilme und Youtube-Videos. Angekündigt habe ich auch, dass die Auseinandersetzung mit diesen Inhalten ein wichtiger Ausgangspunkt für Übungen in der Präsenzphase ist. Als Übung kamen ein Rollenspiel, ein Gruppenpuzzle und eine moderierte Diskussion zur Anwendung.

Im Rollenspiel wurden Ernährungsberatungen in Triaden nachgestellt (Diätologin, Patientin, Beobachterin) und häufig gestellte Fragen vom Schwangeren beantwortet. Beim Gruppenpuzzle wurden ausgewählte Themen zuerst in ExpertInnengruppen bearbeitet und dann in gemischten Gruppen diskutiert. In der moderierten Diskussionsrunde wurden Do’s und Dont’s in der Ernährungserziehung besprochen.

Meine Aufgabe in der Präsenzphase bestand darin in die Kleingruppen hineinzuhören, offene Fragen zu beantworten, manches zu unterstreichen und anderes zu relativieren. Produktbeispiele machten manches greifbarer.

Gesammelte Erfahrungen:

  • Nicht alle kamen zum 1. Präsenztermin vorbereitet, was aber die aktive Beteiligung in den Kleingruppen unmöglich gemacht hat. Ich gehe davon aus, dass es auch für die Studierenden ein Lernprozess ist, sich an eigenständige Vorbereitungen zu gewöhnen
  • Das Wissen aus dem Selbststudium musste selbst in eigene Worte gefasst werden. Das fördert das Verständnis und wirft zugleich neue, kritische Fragen auf, was ich sehr positiv bewerte
  • Die Studentinnen waren durchwegs gut bei der Sache, zurücklehnen und abwarten war nur schwer möglich.

Conclusio: Als zusätzliche Methode finde ich das ICM zielführend um die Studierenden zu aktivieren und für mehr Dynamik zu sorgen. Auch Studierende müssen lernen mit dem IC-Ansatz zu arbeiten.

Ich werde diese LV im nächsten Sommersemester wieder als IC gestalten. Zusätzlich möchte ich einige Elemente der VO Lebensmittelkunde im Inverted Classroom vermitteln

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Author: Redaktion

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