Videos vorab produzieren für ICM

Mein Name ist Kerstin Blumenstein. Neben meiner Forschungstätigkeit im Bereich Mobile Internet unterrichte ich an der Fachhochschule im Bereich Medientechnik (mobile) (Web) Development. Als ich das erste Mal vom Inverted Classroom Model gehört habe, dachte ich, muss man denn jedes neumodische Zeug mitmachen?

Später habe ich weiter darüber nachgedacht und festgestellt, dass das IC Model in meinem Fach durchaus Vorteile für Studierende und mich selbst als Lehrende bringen kann. Ich unterrichte eine Einführung in die clientseitige Webentwicklung (Sprachen HTML & CSS) und zwar in fünf Gruppen. Das bedeutet, ich muss fünf Mal die gleichen Erklärungen abgeben. Gibt es Videos, die die Studierenden zur Vorbereitung auf die Übungen anschauen müssen, könnten die Übungen mehr zum Üben genutzt werden und ich selbst erspare mir die wiederholten Erklärungen. Zudem können die Studierenden auch im späteren Verlauf der Lehrveranstaltung auf die Videos zurückgreifen. Aufgrund der potentiellen Vorteile lag es nahe, einfach mal einen Test zu machen. Ich nutzte dafür die letzte Lehrveranstaltung des Wintersemesters.

Die Studierenden sollten sich zur Vorbereitung auf die letzte Einheit zwei Videos anschauen und ein Mulitple Choice Quiz, was den Lehrstoff, der gesamten Lehrveranstaltung abdeckte, beantworten. Wer 85% der Fragen richtig beantwortete, galt in der letzten Vorlesung als anwesend. Die Vorlesung selbst stand für offene Fragen zur Verfügung und wurde, auch wenn nur ein Studierender die 85%-Hürde nicht schaffte, von rund 50 (von 120) Studierenden besucht.

Die Produktion der Videos hat mich einen Nachmittag gekostet. Es sollten zwei kurze Videos (zwischen 5 und 10 Minuten) werden. Nachdem zwei Themen gefunden waren, schrieb ich für jedes Video eine Art Drehbuch. Wichtig war für mich die Abfolge der einzelnen Schritte und die Festlegung einzelner Redewendungen, so dass die Aufnahme selbst in einem „Rutsch“ stattfinden konnte – so war die Theorie 🙂 Die Praxis war nah dran.

Ich nutzte die 30 Tage Testversion von Camtasia2(Mac), um meinen Bildschirm aufzunehmen. Screencaptures kann man am Mac auch ohne zusätzliche Software mit dem QuickTime Player aufnehmen. Camtasia bietet aber mehr Komfort, vor allem auch beim Nachbearbeiten. Es können bspw. sehr einfach Zooms auf wichtige Teile des Bildschirms oder Einblendungen gemacht werden. Bei Camtasia kann man auch entscheiden, ob per Webcam ein Bild vom Aufnehmenden selbst mit integriert wird. Ich habe mich dagegen entschieden. Was sich allerdings empfiehlt, ist ein Headset. Das Mikrofon am Mac ist an der Gehäuse-Seite angebracht. Wenn man vor dem Rechner sitzt, zeigt es also nicht in die Richtung, in die man spricht. Ein Headset, egal welcher Preisklasse hat hier den Vorteil, dass das Mikrofon beim Mund ist und somit eine wesentlich bessere Tonqualität bringt.
Natürlich verspricht man sich mal und natürlich hat man den Ehrgeiz, es muss alles ohne Verhaspler und „Äh“ aufgenommen werden. Bei kurzen Video ist es kein Problem, einen weiteren Versuch zu starten oder man wiederholt einfach den Satz nochmal. Mit Camtasia lassen sich die Video- und die Tonspur getrennt voneinander bearbeiten, sodass man Verhaspler gut rausschneiden kann. Meine Empfehlung dazu: nie mitten im Satz einen Verhaspler rausschneiden wollen, sondern immer den gesamten Satz bzw. Absatz wiederholen.

Ich hatte nach der Aufnahme sehr viel Spaß mit dem Zoomen des Bildschirms und Einblendungen zu spielen. Camtasia macht es einem hier sehr einfach. Die fertigen Kunstwerke können natürlich auch bewundert werden: Elemente nebeneinander positionieren & CSS3 Animationen.

Das Feedback der Studierenden zeigt, dass die Form des Unterrichtes für meine Lehrveranstaltung durchaus Potential hat. Vor allem das Video zum Elemente nebeneinander positionieren hat vielen bei der Umsetzung ihres Projektes geholfen. Die Inhalte des Videos „Elemente nebeneinander positionieren“ hatten wir zwar in einer Übungseinheit behandelt, das Video bietet hier jedoch den Mehrwert stopp zu drücken und zurückzuspulen. Was in den meisten Übungseinheiten mit einer größeren Anzahl an Studierenden nur bedingt möglich ist.

Aufgrund des positiven Feedbacks werde ich die gesamte Lehrveranstaltung Einführung Interaktive Medien im nächsten Wintersemester auf das IC-Model umstellen und natürlich von den Erfahrungen berichten.

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Author: Kerstin Blumenstein

Ich bin seit 2011 an der Fachhochschule St. Pölten als wissenschaftliche Mitarbeitern in der Forschung und Lehre tätig. Mein Haupttätigkeitsbereich ist dabei das Mobile (Web-)Development.

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