ICM am Studiengang Soziale Arbeit (BSO & MSO)

Bei einer Didaktikklausur des Studiengangs Soziale Arbeit waren am 24. 9. auch wir – Andrea Pilgerstorfer und Christian F. Freisleben-Teutscher dabei – und brachten dort gemeinsam das Thema inverted classroom (ICM) ein.

Schon bei der Vorbereitung wollten wir den Shift des ICM erlebbar machen. In einem Mail an alle teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen luden wir dazu ein, zunächst diesen Beitrag am SKILL-Blog http://skill.fhstp.ac.at/2014/07/icm-bei-lv-krisenintervention-und-trauma/ über die Umsetzung von ICM in der Lehrveranstaltung Krisenintervention und Trauma zu lesen bzw. die Ergebnisse einzusehen und weiters sich mit dem ICM-Kurs am SKILL-Blog http://skill.fhstp.ac.at/kurs-basisinfos-icm/ zum Thema einzulesen / einzusurfen. Wir luden dazu ein Fragen sowie Umsetzungsideen in einem Titanpad zu sammeln. (siehe hier: https://titanpad.com/icmTrauma)

Vor Ort fasste Andrea wichtiges aus ihrer Lehrveranstaltung zusammen und wir zeigten dieses Kurzvideo http://www.movenote.com/v/l86rBBSH60T. (Ergänzung hier ein kleines feines movenote-tutorial (Englisch) https://www.youtube.com/watch?v=CYGMdEEjuJE) In der folgenden Phase des Austausch, des gemeinsamen Lernen am Wegs entstanden u. a. folgende wichtige Diskussionspunkte und Ideen:

  • Welche Unterstützung bietet SKILL bei ICM? Begleitung bei der Konzeption, Planung und Umsetzung von Lehrveranstaltungen mit ICM-Elementen bzw. ebenso von dort verwendeten Lehrmaterialien im weitesten Sinn (beinhaltet auch Support z. B. bei Videoerstellung oder Recherche nach offenen Bildungsressourcen); ein wichtiger Diskussionspunkt war dann die Frage der digital literacy von Lehrenden und Studierende, die es gilt institutionalisiert zu fördern auch insgesamt durch Strategien, die Ansätze wie ICM lebbar machen
  • Einsatz von „etherpad“ (Ergänzung: Sehr schönes Tutorial: http://medienbildung.hypotheses.org/4855) Andrea brachte folgendes Beispiel: Studierende tauschten nach einem Impuls durch Literatur ihre Meinungen, Haltungen, Erfahrungen und Kritikpunkte zum Thema Psychiatrieerfahrung aus. Hier bewährte sich ein Ansatz des anonymen posten, aus dem dann in der Präsenzphase eine sehr belebte Diskussion entstand, also wieder Lernen am Weg. Nachgefragt wurde, warum es zu E-Campus (Moodel) noch etwas Zusätzliches braucht: Grundsätzlich ist Moodel sehr vielfältig und oft werden nicht alle Optionen genutzt. Intensive sowie interaktive Diskussionen, kollaboratives Arbeiten an Materialien sind zwei Bereiche wo Moodel an seine Grenzen kommt. Wichtig ist, dass Arbeitsergebnisse „anderswo“ sich wieder im Moodel widerspiegeln
  • Was ist „neu“ am ICM? Dass sich Studierende intensiv auf den Unterricht vorbereiten und dort dann sehr dialogorientiert und mit vielfältigen Methoden arbeiten ist ein etablierter konstruktivistischer Ansatz in der Ausbildung zur Sozialarbeiterin/zum Sozialarbeiter, auch ausgehend vom Ansatz der peer instruction (Eric Mazur). Hinzu kommen bei ICM u. a.

o   Die bewusste blended learning Vorgangsweise inkl. Medien wie Video, Podcasts, div. Web 2.0-Werkzeuge, augmented reality usw.

o   Der noch deutlichere Hinweis darauf, dass es Präsenzphasen und solche des selbstorganisierten Lernen außerhalb der Fachhochschule gibt inkl. Visualisierung & Reflexion des Aufwands

o   Bewusste Selbstlernförderung

o   Lernen durch Lehren in unterschiedlichsten Settings umgesetzt inkl. Aspekten von peer assessment (auch hier zu gibt es gelungene Beispiele am Studiengang, welche im Rahmen der Klausur dargestellt wurden)

o   Projektbasierte Vorgangsweise siehe dazu diesen Blogbeitrag http://skill.fhstp.ac.at/2014/09/projektbasiertes-lernen-als-wichtiges-element-von-inverted-classroom/

  • Was passiert, wenn sich Teilnehmende auf Präsenzveranstaltungen nicht vorbereiten? Bei ICM braucht es zum einen Methoden, die Interaktion und Austausch fördern, so dass vorhandenes Wissen ausgetauscht und ergänzt werden kann. Bewusst gefördertes peer learning ermöglicht Lernen auf mehreren Ebenen.

Es muss Klarheit über die Rahmenbedingungen herrschen: Also eine Transparenz, was, bis zu welchen Zeitpunkt(en) und welchem Umfang vorzubereiten / erarbeiten ist, was dies in Bezug auf Benotung wert ist sowie, dass die Präsenzphase so gestaltet ist, dass die Lektüre / Wahrnehmung / Erarbeitung ein Ausgangspunkt ist und nicht extra noch einmal „vorgetragen“ werden. Offen bleibt die Frage: Prozessorientierung vs. Didaktik als pädagogisches Mittel …

  • Führen Videos nicht zu einer einseitigen Kommunikation bzw. besteht die Gefahr, dass der direkte Kontakt zu Studierenden zu kurz kommt oder sogar Lehrende nach Produktion der Materialien nicht mehr „nötig“ sind? Ein wichtiger Ansatz von ICM ist Dialogorientierung – Kollaboration braucht dabei Ausgangspunkte (u. a. Lektüre von Fachtexten, Videos, Recherche usw.). Lehrende spielen eine wichtige Rolle bei Wissensvermittlung, Unterstützung der Studierenden im selbstorganisierten Lernen, in der Gruppenarbeit bzw. speziell Prozessen des peer learnings. Der direkte Kontakt ist unersetzbar und ist ebenso in Onlinephasen wichtig (gefördert durch Frageforen, virtuelle Sprechstunden usw.)…
  • ICM und Diversity – was ist z.B. mit jenen die keinen Zugang zu digitalen Werkzeugen und Inhalten haben bzw. diesen ablehnen? Analysen im Projekt Non-Liner-Atlas der Initiative d21 zeigen, dass Zugänge immer wieder über Menschen in der Peergruppe erfolgen. Zusätzlich braucht es gute Konzepte – für die es schon viele Praxisbeispiele etwa in Ländern des Südens gibt –wie sowohl digitale Kompetenz und der Zugang z. B. an öffentliche Orten gefördert werden kann.
  • Manche Konzepte der Internetberatung sind wieder aufgegeben worden – welche Bedeutung haben digitale Medien eigentlich in der Sozialen Arbeit? Hier eine kleine Liste an Beispielen, die aktuell laufen sowie hilfreiche Hintergrundinformationen https://storify.com/875761/internet-und-soziale-arbeit

Rückmeldungen, Kommentare, Fragen sind sehr willkommen. Ein Einstieg in das ICM-Projekt an der FH St. Pölten ist jederzeit möglich!

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Author: Redaktion

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