ICM in der Sozialarbeit – Projekt-Rückschau „Living without barriers /Albania“

Im Wintersemester 14/15 fand ein Projekttag zu diesem Thema statt. Er wurde vom Studiengang Soziale Arbeit im Rahmen der Lehrveranstaltung „Social Work/Internationalization“ (1 ECTS / 1 SWS) realisiert. Ich (Andrea Pilgerstorfer) betreute diese Lehrveranstaltung gemeinsam mit dem FH-Lektor Lukas Steinwendtner. Er ist hauptberuflich Leiter der Auslandshilfe der Caritas St. Pölten. Rückblickend gesehen, haben wir didaktisch einige Elemente umgesetzt, die eng mit den Grundprinzipien des Inverted Classroom Modells (ICM) zusammenhängen:

Wir haben am E-Campus grundlegende Informationen zu Albanien sowie zur Situation von Menschen mit Behinderung zur Verfügung gestellt. Diese Informationen wurden von den Studierenden schrittweise ergänzt und sind letztlich in eine Ausstellung zum Thema eingeflossen, die die Studierenden rund um den Projekttag (18.12.2014) erarbeitet und in der Bibliothek an der FH präsentiert haben.

Ein wesentlicher Aspekt dieser Recherchephasen war neben der Onlinerecherche auch das In- Kontakt-treten mit Menschen mit Behinderung bzw. mit SelbstvertreterInnen aber auch mit den Fachkräften vor Ort. Die Studierenden haben dabei u. a. Videobotschaften aus Albanien erhalten, um intensivere Einblicke zu gewinnen. Genauer in den Fokus rückte ein Projekt der Caritas Albanien in Kooperation mit der Auslandshilfe der Caritas der Diözese St. Pölten (als ein Beispiel internationaler Sozialarbeit), bei dem Peer Specialists* zum Einsatz kommen. Die Form der forschenden Recherche wurde von Studierenden genutzt um sich intensiv mit der Frage zu beschäftigt, welche Potentiale hat Peerberatung grundsätzlich und in einem Land wie Albanien im Speziellen? In Albanien leben Menschen mit Behinderung meinst immer noch am Rande der Gesellschaft, ohne eine adäquate Unterstützung zu bekommen oder in der Artikulation ihrer Bedürfnisse begleitet zu werden. Zum Projekttag wurden PeerberaterInnen aus Albanien und Österreich und die Projektleiterin als ReferentInnen eingeladen.

Insgesamt haben die Studentinnen und Studenten ein sehr hohes Engagement gezeigt, sichtbar wurde das besonders am Projekttag selbst. Vom Organisationsteam wurde ein Spendenbuffet umgesetzt bei dem von Studierenden selbst gekochte albanische Gerichte angeboten wurden, €380.- konnten dem Projekt übergeben werden. [Fundraising ist eine nicht zu unterschätzende Ressource im Sozialbereich, darüber lernten die Studierenden quasi im Vorbeigehen]

Zusammengefasst heißt das aus der Perspektive des ICM:

  • Vorinformationen bieten gute Ausgangspunkte für eigenständiges Arbeiten
  • …dies gilt besonders dann, wenn diese nicht als „fertig“, sondern als Art framework präsentiert werden, bei dem es darum geht, dass alle Beteiligten an diesem aktiv weiterarbeiten, somit ergänzt das „am Weg Gelernte“ Vorhandenes
  • Gerade Interviews und persönliche Begegnungen sind wichtige Instrumente des forschenden, projektorientierten Lernens – gleichzeitig sind es Methoden zur dialogorientierten Gestaltung sowohl von Vorbereitungs- als auch Präsenzphasen die sehr praxisorientiert sind
  • Studierende sind zu einem Engagement weit über ECTS-Grenzen hinaus bereit. Gleichzeitig ist es wichtig, im Blick zu behalten, wieviel Zeit hier investiert wird, sowie Ergebnisse zu sichern und zu würdigen – daher ist es uns besonders wichtig an dieser Stelle den Studentinnen und Studenten des ersten Semesters DANKE für ihre engagierte Teilnahme zu sagen!

* Die Beratung von Menschen mit Behinderung erfolgt von geschulten oder ausgebildeten BeraterInnen, selber auch Menschen mit Behinderung

Ergänzende Links:

Ablauf des Projekttages: http://www.fhstp.ac.at/studienangebot/bachelor/so/aktuelles/events/14/projekttag-albanien-2013-being-active-without-barriers/

Bericht zum Projekttag & Ausstellung: http://www.fhstp.ac.at/studienangebot/bachelor/so/aktuelles/news/14/soziale-arbeit-in-albanien

Beispiel der Arbeit der Caritas St. Pölten in Albanien mit/für Menschen mit Behinderung: http://www.caritas-stpoelten.at/auslandshilfe/alle-projekte/europa/albanien/werkstatt-in-arrameras/

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Author: Redaktion

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