ICM im Bereich Netzwerktechnik

Ein Beitrag von Chrisoph Lang-Muhr

ILV „Einführung in die Netzwerktechnik“ (BA-Studiengang Medientechnik, WS 14/15) mit über 100 Studierenden (Lehrende: Johann Haag und Christoph Lang-Muhr): Die LV wurde in fünf Gruppen geteilt, drei wurden „klassisch“ unterrichtet, zwei davon – also insgesamt etwa 40 Studierende – nach ICM-Aspekten begleitet. Eingesetzt wurden u. a. selbst gedrehte Screencast-Videos, Quizfragen sowie Peer-Assessment. Die Ergebnisse der Gruppen wurden zusätzlich durch begleitende Befragungen verglichen. Ein in mehrfacher Hinsicht sehr erfolgreiches Beispiel, wie ICM eingesetzt werden kann.

Die ICM-Gruppen zeigten deutlich mehr Engagement in den Unterrichts- und Übungsphasen und waren ebenso bereit sich an der Reflexionsphase durch konstruktive Beiträge und Ideen zu beteiligen. So kamen deutlich mehr Rückmeldungen via einem Online-Fragebogen von den „ICM-Gruppen“ und – obwohl wortgleiche Einladungen genutzt wurden – kamen auch nur Studierende aus diesen zu einem Gruppeninterview.

Einige Ergebnisse aus diesem Interview:

Das ICM wird als didaktische Form gesehen in der es unterstützt wird, „sich Dinge zu erarbeiten und aus ihnen zu lernen“ und bei der Studierende auch eine Mitverantwortung an Lernprozessen übernehmen. Hingewiesen wurde dabei auf die Wichtigkeit der guten Gestaltung der Lernmaterialien, mit denen gezielt selbstorganisiertes Arbeiten gefördert wird. Weiters wichtig sei, so die Studierenden ein guter Einstieg ins Thema und „nicht einfach ins kalte Wasser geworfen zu werden.“ So können Lehr-Videos durchaus einen guten Einstieg unterstützen – diese sollten, so die Rückmeldungen, sehr überlegt ausgewählt oder selbst produziert sein, auch Grundwissen enthalten sowie mit weiterführenden Materialien verknüpft werden. Zu lange Videos werden schnell als mühsam erlebt, ein Aufteilen auf mehrere Lern“portionen“ ist wichtig. Gleichzeitig sollte das ergänzende Material noch deutlicher in Grundlagen und „nice to have“ kategorisiert werden. Noch leichter möglich sein sollte zudem generell, so die Studierenden, Fragen zu Inhalten stellen.

Unterstrichen wurde von den Studierenden die Bedeutung des Peer Learnings, das auch beim Umgang mit Quizzes oder Leistungsbeurteilungen „zwischendurch“ eine Bedeutung für diese hat. Peer Learning ist zudem für Präsenzphasen wichtig, wo noch stärker der Effekt von unterschiedlichen Ausgangsniveaus als Ressource genutzt werden könnte. Die Studierenden erleben es weiters als wichtig, dass ihre Leistungen (etwa Vorbereitungen, durch ein Quiz gefestigtes Wissen…) als Teil der Notengebung etwas wert sind. Weiters wünschen sich Studierende, mehr Möglichkeiten, Wissen zu wiederholen, dies kann sowohl durch Self Assessment-Instrumente online umgesetzt werden als auch durch dialogorientrierte Werkzeuge wie etwa ein World Cafe.

Auch die learning outconmes in diesen Gruppen war im Vergleich besser.

Aus Sicht des Lehrenden kann noch gesagt werden dass in den Präsenzzeiten möglichst kleine Gruppen gewählt werden sollten, da durch große Gruppen der Effekt des Mitarbeitens und Erarbeitens der Problemlösungen kleiner wird und die weniger engagierten Studenten in der Masse versuchen unterzutauchen. ICM hat sich bei einigen Lehrinhalten als sehr nützlich erwiesen doch bei Inhalten die komplett neu für die Studenten waren würde zumindest eine einleitende Erklärung mittels einer guten Kombination aus Vorbereitungsmaterialien und Frontalunterricht das Verständnis beschleunigen und man könnte schneller zur Festigung des Wissens mittels Problem Based Learning gehen.
Mein persönlicher Schluss aus diesem Experiment ist, dass ICM klar einige Vorteile hat doch nicht bei allen Lehrinhalten die beste Methode darstellt. Man sollte bzw. ich werde in Zukunft zu einer Mischform tendieren, einige Inhalte klassisch und einige mittels ICM unterrichten.

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Author: Redaktion

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