NEUroLOGISCH – Inverted Classroom zu Neurologie im Studiengang Phyiotherapie

Ein Beitrag von Anita Kiselka (FH Dozentin) als Teil der Blogreihe im Vorfeld des 4. Tag der Lehre an der Fh St. Pölten am 15. 10. 15

Sie ist im Playground (Großer Festsaal), 14:15 – 15:45 zu finden.

Neurologie ist ein komplexes Fachgebiet, weshalb ich bei einer Lehrveranstaltung Methoden aus dem Inverted Classroom Modell (ICM) und Game Based Learning nutzte. Erfahrungen und Methoden aus diesem spannenden Projekt werde ich auch im Playground beim Tag der Lehre einbringen. Eine Zusammenfassung habe ich als Video erstellt.

In der Lehrveranstaltung (LV) „Physiotherapie in der Neurologie“ habe ich mittels ICM einen Designplan mit Fokus auf fallbezogenes Lernen und KlientInnenkontakte erarbeitet. Ziel war es, den hohen Umfang und die Komplexität der Lehrinhalte zu reduzieren, Anforderungen der Berufsausübung praktisch zu trainieren und die Entwicklung individueller Fragestellungen und persönlicher Lösungswege zu fördern.

Die LV erfolgte in drei Phasen:

  1. Die ersten 9 der 37 zur Verfügung stehenden Lehreinheiten wurden für das Erlernen von Grundlagen und Befundtechniken genutzt. Hier kamen Elemente des Game Based Learning und des Blended Learning zum Einsatz, wie z.B
    • das Instrument padlet (Einholen von Erwartungshaltungen; siehe Link Beschreibung Padlet),
    • das innovative E-Learning-Tools „Kahoot“ (siehe diesen Hintergrundbeitrag),
    • das Spiel „Activity“ (Rollenspiele und Methoden der angewandten Improvisation),
    • und das von meiner Kollegin Anna-Maria Gorgas erfundene „Dr. House Spiel“ zum Einsatz (Analyse von filmischen, schwierigen Fallbeispielen mit dem Ziel, die Ursache der Beschwerden zu identifizieren)

– einiges davon wird auch beim Tag der Lehre im Playground gemeinsam ausgetestet.

  1. Das Wissen kam in weiteren 18 Einheiten bei neurologischen Krankheitsbildern zur Anwendung. Parallel wurden geeignete Therapiemaßnahmen abgeleitet, neue Techniken gelehrt und praktisch erprobt. Im Zuge von 4 KlientInnendemonstrationen erlebten die Studierenden die Anwendung des therapeutischen Prozesses und waren als Ko-TherapeutInnen aktiv einbezogen. Dazu setzte ich div. Vorbereitungsmaterialien am eCampus ein, u. a. selbst produzierte Videos, und ließ die Studierenden in der LV Videos als Dokumentationsmethode nutzen.
  2. In den letzten 9 Einheiten wurden keine neuen Inhalte mehr vermittelt, sondern die Theorie in Fallbeispielen an sich gegenseitig, sowie eigenständig an KlientInnen angewendet. Vorbereitend hierauf entwickelten und prüften die Studierenden in einem Peer-Review-Prozess ab Beginn der Lehrveranstaltung Qualitätskriterien für einen gelungenen physiotherapeutischen Prozess, unterstützt durch das E-Learning-Tool Etherpad (Entwicklung der Qualitätskriterien) und durch das Instrument „Workshop“ auf Moodle (Peer-Verfahren).

Ein gutes Beispiel, wie peer learning konkret aussehen kann…

 

Die Evaluation der Lernergebnisse erfolgte zu 40% durch laufende Mitarbeitspunkte (Erfüllen von Arbeitsaufträgen, die gemäß ICM zur Vorbereitung auf die Lehreinheiten dienten). 60% der Note ergab eine abschließende Prüfung zur Evaluation der Anwendung des physiotherapeutischen Prozesses an einem Fallbeispiel.

In der Evaluation der Lehrveranstaltung berichteten die Studierenden von wesentlich höherem Lernaufwand zwischen den Lehrveranstaltungen, jedoch geringerem Lernaufwand in Vorbereitung auf die Prüfung und höherem Nutzen in der Lehrveranstaltung (mehr Zeit für Praxis, können dem Vortrag leichter folgen). Sie erlebten den Aufwand der Arbeitsaufträge in Bezug auf die ECTS als gerechtfertigt, trotzdem höher im Vergleich zu anderen Lernformaten, bei unterschiedlich höherem (länger anhaltendem) als auch niedrigerem (weniger zeiteffizientem) Lerneffekt.

Für die Gestaltung des LV-designs und Betreuung der Arbeitsaufträge sind zusätzliche Zeitressourcen zu planen Werden diese Zeitressourcen gestellt und in späteren LVs die Zeiteffizienz durch neuerlichen Einsatz entwickelter Videos, Assessmentherangehensweisen oder anderer entwickelter Lehrunterlagen erhöht, ermöglicht dieses Design individuelles Lernen und die Entwicklung komplexer praktischer Kompetenzen, wie sie mit KlientInnen und im Berufsalltag erforderlich sind.

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Author: Redaktion

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