Rückblick auf spannende Tagung #gmw15 delfi15

Vom 1. bis 4. September fand in München die #interdis15 statt – eine spannende Kombination der Konferenzen der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) sowie der Fachgruppe E-Learning der Gesellschaft für Informatik (DeLFI = eLearning Fachtagung Informatik) statt. Die schriftlichen Beiträge zur gmw15 finden sich online und können dort nach wie vor kommentiert werden. Online zu finden sind ebenso die DeLFI-Beiträge. (Link zu den Videos der Keynotes)

Ich, Christian F. Freisleben, habe auf der interdis15 die FH St. Pölten vertreten und stelle hier eine Auswahl von Eindrücken und Linktipps rund um das wichtige Thema digitale / analoge / hybride Bildung zusammen:

Zunächst eine storify-Auswahl einiger Interessanter Tweets, Facebookpostings und Links (sind Ergänzung zu den hier Zusammengestellten!)

Einer der ersten Workshops beschäftigte sich mit Offenen Bildungsressourcen (OER) – dazu die interessanten Folien von Martin Ebner (Uni Graz). Eine wichtige Ressource ist zum Thema die „Ist-Analyse zu freien Bildungsmaterialien (OER)“ von Wikimedia Deutschland. Hinweis: Das Forum Neue Medien Austria ist dabei eine Arbeitsgruppe (OER) zu starten, wer Interesse an einer Mitarbeit hat, hier der Link zur Beschreibung.

Weiters gab es am ersten Tag einen Workshop zum Umgang mit Schwierigkeiten mit E-Learning an Hochschulen. Dazu gibt es eine sehr gute und lesenswerte Zusammenfassung – spannend erscheint mir der Aspekt „Nachhaltigkeit“ zu sein, also wohl auch die Nutzung erstellter Materialien und Ergebnissen von Studierenden: Es ist nicht ständig, vieles von „Grund auf“ neu zu entwickeln, gerade Offene Bildungsressourcen sind hier ein Schlüssel.

Die erste Keynote von James D. Slotta beschäftigte sich zwar nicht die ganze Zeit mit dem Thema – Prof. Slotta brachte aber viele innovative Beispiele dafür, wie digitale Bildung konkret aussehen kann. Besonders wichtig ist für Slotta die Partizipation der Studierenden von Anfang an, das gemeinsame Arbeiten an Aufgaben und – entsprechend dem Titel der Keynote – die Visualisierung und Evaluierung von Ergebnissen (siehe auch diesen Hintergrund). Bei Letzterem spielt für Slotta das peer assessment, also die gegenseitige Bewertung eine besonders wichtige Rolle. Slotta setzt dabei zudem auf einen intensiven Einsatz verschiedener digitaler Medien, mit denen Ergebnisse nicht nur gesammelt sondern auch bewertet werden.

Dann bemerkenswert ein Beitrag zu Rolle von Eye Tracking und wie dieses Kollaboration zwischen Studierenden an gemeinsamen Aufgaben fördern kann, siehe dieses YouTube-Video.

Bei einem Treffen der „AG Digitale Medien und Hochschuldidaktik“ de DGHD ging es u.a. um die Bedeutung / den Einsatz von Patterns in der Lehre, also einer Art von Modellen und Beispielen, wie diese auf vielfältige Weise umsetzbar ist (Linksammlung dazu sowie dieser DGHD Beitrag aus dem Jahr 2013). Im Rahmen des Projekts Inverted Classroom sammelt die FH St. Pölten hier am SKILL-Blog schon länger ICM-Praxisbeispiele und wird dies künftig noch stärker mit weitergehenden Patterns verknüpfen.

Zum Thema Unterstützung der Studieneingangsphase interessant war ein Beitrag der DHBW Mannheim (siehe auch diesen Hintergrund); gezeigt wird hier, wie sowohl die digital literacy konsequent gefördert und gleichzeitig der Einstieg ins Studium unterstützt werden können.

Ein Höhepunkt des zweiten Tages war die Keynote von Dr. Rebecca Ferguson. (Link zu Ihrem spannenden Blog). Sie betonte dass – gut geplante – Analysen zu Lernfortschritten, weit mehr als statistische Zwecke erfüllen und sowohl Lehrenden als auch Lernenden dienen müssen. Weiters dürfte „Leistung“ nicht nur an Noten sondern u. a. auch durch kontinuierliche Blicke auf die Intensität der Zusammenarbeit zwischen Studierenden gemessen werden.

Eine gute Gelegenheit zu Erfahrungsaustausch und gegenseitigen Kennenlernen war die anschließende Postersession.

Vorgestellt wurde dann bei einem Impuls die Evaluation eines blended Learning Angebots an der FU Berlin (siehe dazu diese Beschreibung der FU Berlin sowie dieses Wiki zur Lehrveranstaltung). Auch hier wird aktiver Beteiligung Studierender nicht dem Zufall überlassen.

Später dann eine Session zu MOOCs: Der Stifterverband hat deren Bedeutung an deutschen Hochschulen analysiert (mehr) – einige spannende Ergebnisse: Ein Drittel der dt. Hochschulen bieten bereits selbst MOOCs an. Positive Konsequenzen sehen Befragte u.a. im Erreichen neuer Zielgruppen, der Öffnung der Hochschulbildung, Verbesserung des Lehrangebots, Ausbau des Weiterbildungsangebots und die Internationalisierung, mehr Kooperation mit Gesellschaft und Wirtschaft.

Sehr beeindruckend weiters der Einblick in die Praxis eines Projekt zu interdisziplinären Arbeiten an der FH Potsdam (Hintergrund). Studierende aus bewusst unterschiedlichen Fachrichtungen arbeiten in Tandems und setzen dabei Prinzipien des forschenden Lernens um, einem Ansatz der auch im Inverted Classroom eine wichtige Rolle spielt.

Am eduCamp der gmw hab ich mich einem Beitrag zu meinem Dissertationsprojekt improflair beteiligt, zum Einsatz von Improvisation in Lernsettings (Info & Dokumentation). Weiters interessant war eine Session zu Game Based Learning (Session-Dokumentation). Hinweisen möchte ich auch auf den Beitrag eLearning im Kurs Deutsch für Flüchtlinge (siehe auch diesen ergänzenden Blogbeitrag des Inputgebers Tim Vogelsang) – während der gesamten Tagung war und ist München Schauplatz von großer Hilfsbereitschaft der Bevölkerung beim Ankommen mehrere Züge mit Flüchtlingen v. a. aus Syrien.

Bemerkenswerte Beispiele rund um das Thema MOOC brachten am letzten Tag u.a. Anja Lorenz und Andreas Wittke von der Plattform MOOIN. Diese hat nicht nur Erfolge in der Fernlehre sondern auch mit MOOCs, die auch durch Kooperationen Zielgruppen außerhalb der Universitäten erreichen – schönes Beispiel ist dafür der zuletzt gelaufene ichMOOC, eine Kooperation mit VHS aus D, Ö und CH. Weiters präsentierte Jürgen Handke (Uni Maarburg) Ansätze, MOOCs einzusetzen bzw. das auch an der FH St. Pölten zu findende Inverted Classroom Modell weiter zu entwickeln. Handke verwies auf die Bedeutung der Gestaltung der Präsenzphase mit interaktiven Methoden, Selbsttests und Einsatz von Tutoring. Ein Blick in die Zukunft ist das Format FLOCK, bei dem Studierende ihren Lernrhythmus bestimmen und auch Terminen von E-Klausuren selbst wählen können. Am „Virtual Linguistic Campus“ der Uni Marburg laufen MOOCs schon länger erfolgreich, nun gibt es auch eine Art „Dauer-MOOC“, bei dem ein Einstieg jederzeit möglich und ebenso ein Abschluss mit automatisierten Frageszenarien machbar ist. Zuletzt dann noch der KLOOC, ein MOOC der Uni Kaiserslautern

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Author: cfreisleben

FH St. Pölten SKILL / Projekt inverted classroom Berater, Referent, Trainer, Journalist www.cfreisleben.net

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