Programmieren – Blockunterricht meets Inverted Classroom

Mag. (FH) Ralf Wunsch, Dozent im Studiengang IT Security (BA)

Ausgangspunkt war eine didaktische Neukonzeption der Lehrveranstaltung „Unix und Windows Systemadministration“. Im Rahmen dieser wurden für die Studierende noch genauer als bisher die Lehrinhalte dargestellt und die verschiedenen Aufgaben, die von ihnen erwartet werden bzw. wieviel Zeit sie jeweils dafür einkalkulieren müssen. Kombiniert wurden diese Informationen mit Hintergründen zur Vorgangsweise des Inverted Classroom.

Am eCampus fanden sich für die Studierenden verschiedene Videos, einige davon stammen von Lynda, einem Video-Portal mit Technikschwerpunkt, zu dem Lehrende und Studierende der FH St. Pölten Zugang haben. Ergänzt wurden die Videos mit verschiedenen schriftlichen Unterlagen sowie mit Übungsfragen zum Selbst-Assessment und Zwischenevaluationen.

In den Nicht-Präsenzphasen des Blockunterrichts (siehe die Erklärung am Ende des Beitrags) beschäftigten sich die Studierenden sichtlich intensiv mit den Videos und Unterlagen. Eine skeptische Rückmeldung war am Ende, dass dabei die Zusammenhänge noch nicht deutlich erkennbar waren. Allerdings kamen die Studierenden mit deutlich besseren Vorkenntnisse im Vergleich zu vergangenen Durchgängen der Lehrveranstaltung in die Präsenzphasen und beteiligten sich an diesen oft aktiv. Ich habe dort die Vorbereitungsmaterialien durch Details und Beispiele ergänzt, das Herstellen der Zusammenhänge unterstützt bzw. wurde das Wissen für die praktischen Übungen am PC genutzt.

Was nicht so gut funktionierte war die Idee, dass Studierende gemeinsam an Protokollen für Tätigkeiten für das Labor in Präsenzphasen vorab arbeiteten. Hier beteiligten sich nur einige Studierende aktiv, die anderen waren sichtlich überfordert. Beim nächsten Durchgang wird es nötig sein, auch zu diesem Thema eine intensivere Vorinformation zu geben bzw. ev. Kleingruppenarbeiten voranzustellen. Nicht genutzt wurde weiters das Frageforum, wobei das sicher mit dem Format des Blockunterrichts zusammenhängt – in den Präsenzphasen wurden einige Fragen gestellt, auch bei diesen waren die positiven Effekte der Vorbereitungsphasen zu merken.

Insgesamt hat die Verbindung der Ideen von Inverted Classroom und Blockunterricht aber gut funktioniert. Aus meiner Sicht unterstützt wurde ein stärker eigenständiges und damit intensiveres Lernen und ein „Lernen am Weg“ anstatt nur am Ende der Blockphase.

 

Blockunterricht
Studierende beschäftigen sich für eine bestimmte Zeit (zwei bis vier Wochen) schwerpunktmäßig mit einem Thema. So entsteht eine Phase, in der es nicht zu ständigen Wechseln zwischen Themen kommt, sondern eine Vertiefung unterstützt wird. Teil des Blockunterrichts sind sowohl theoretische Inputs und dazu ergänzende Übungen etwa in einem Techniklabor. Dazu kommen von Lehrenden begleitete sowie eigenständig umgesetzte Selbststudienphasen. Ein weiterer Vorteil: Prüfungen sind nicht geballt am Ende eines Semesters sondern stehen jeweils am Ende eines Blockes.

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Author: Redaktion

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