Flipped Classroom in Sekundarstufe I – Sebastian Schmidt

Am Anfang war der Lernprozess

Sebastian Schmidt fängt mit dem Anfang an. Seinem eigenen nämlich. Er dachte einmal, wenn Videos gemacht würden, die im Unterricht geschaut werden, werde alles gut. Dann hat er festgestellt: Dem ist nicht so. Die Crux liegt in der Art und Weise, wie die Videos eingesetzt werden. Gemeinsam Videos zu schauen bringt die Klasse nicht notwendigerweise weiter. Das Video allerdings vorauszusetzen hat seinen Unterricht besser gemacht.

Absicherung

Als nächstes drehte er an der Schraube der Inhaltssicherung. Zu Beginn ließ er die Schüler/innen Hefteinträge schreiben, dann stellte er fest, dass sie sich einfach vorklickten auf das letzte Bild und das abschrieben, ohne das Video gesehen zu haben. Clever! Statt Hefteinträgen verwendet er nun LearningApp Quizzes zur Absicherung. Außerdem stellt er im Unterricht gezielte Fragen zum Video.

In der Kürze liegt die Würze

5 Minuten sind die längste Zeit, die man SuS abverlangen kann.

Übungsphase

Die Erklärung der Übungsphase ist besonders aufschlussreich – oft konzentrieren wir uns ja auf die Erstellung der Videos. Nun haben wir schon einige Male gehört, wie wesentlich der Unterricht selbst ist. Sebastian Schmidt erklärt genau, wie er die Unterrichtszeit mit den Schüler/innen plant.

Üben ist

  • individuell: SuS entscheiden selber, wie sie weitermachen
  • kollaborativ: SuS wenden sich an andere SuS, die den Inhalt schon für sich erschlossen haben
  • differenziert: SuS kriegen 3 Aufgabenpools, schon bestehende Aufgaben aus dem Lehrbuch teilt die Lehrkraft nur in Pools ein, das Lehrbuch dient als Leitfaden

In der Übungsphase wichtig:

  • Tutor/innen: helfen Schüler/innen, die sich schwer tun, dürfen nicht einsagen oder durchstreichen
  • Freiarbeit (alle 3-4 Stunden): Schüler/innen arbeiten gesondert an Themen, die sie schwierig fanden
  • aktives Plenum (nach Christian Spannagel) – es gibt eine komplexe Aufgabe, mehrere Schüler/innen versuchen, eine Aufgabe zu lösen – Lehrkraft hält sich heraus
  • Rolle der Lehrkraft muss sich ändern – „Mach eine halbe Stunde lang nur diese eine Aufgabe, schau, wie du selber bis zur Lösung kommst“
  • Deal: Hausaufgabe ist auf 20 Minuten gedeckelt, 4-7 Minuten Video, 10 Minuten zum Abschreiben, ein paar Minuten für LearningApps
  • Fairness: Wenn die Mehrheit sagt, sie haben länger als 20 Minuten gebraucht, gibt es Hausaufgabenerlass

Was für ein erfrischender Vortrag! Den Blick nicht nur auf die Erstellung der Videos, sondern auf die Unterrichtsphase selbst zu richten, hat mir persönlich Fragen beantwortet, von denen ich noch gar nicht wusste, dass ich sie mir gestellt habe.

Präsentation Sebastian Schmidt

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