ICM in Wirtschafts- und Unternehmensethik

litschkaFH-Prof. Priv.-Doz. Dr. Michael Litschka, Studiengangsleiter Media Management (MA)

Die Skripten für diese Lehrveranstaltung im Wintersemester 15/16 waren schon vor der intensiveren Einbeziehung von Ansätzen aus dem Inverted Classroom Modell stark interaktiv ausgerichtet und haben u. a. mit Zwischenfragen das Arbeiten in den selbstorganisierten Lernphasen begleitet bzw. strukturiert.

Das Skriptum wurde nun auch eingesetzt, um das Peer-Learning sowie Peer-Assessment noch intensiver zu gestalten: Die Teilnehmenden wurden schon am Beginn der Lehrveranstaltung in vier Gruppen mit je sieben Teilnehmenden eingeteilt. In zwei der Präsenzeinheiten stellten sich nun Gruppen gegenseitig jeweils sieben Fragen zu den Inhalten des Skriptums, die sie selber ausgearbeitete hatten. Eingesetzt wurde dann ein Peer Review, bei dem sowohl die Antworten als auch die gestellten Fragen ausgehend von festgelegten Kriterien beurteilt wurden.

Für die vier Gruppen wurden weiters folgenden Aufgaben gegeben:

A: Link- und Videosammlung zu den wichtigsten Wirtschafts-Ethik-Ansätzen; Präsentation der Sammlung (auch konträrer) Standpunkte im Plenum; Link-Liste und Abstract (ca. 8 Seiten) auf eCampus stellen (Forum für Link-Liste, Aufgabe für Abstract)

B: Case Studies zu Wirtschafts- und Unternehmens-Ethik, Unternehmensbeispiele (positiv und negativ), Managementverhalten etc. (Desk Research und Case Studies Bücher bei ML; auf Verbindung zur Theorie achten!); Abstract (ca. 10 Seiten) auf eCampus stellen (Aufgabe)

C: Rätsel der Wirtschaftsethik: „The paradox of a Paretian Liberal“; „Grenzen des Pareto-Optimums“; „Ökonomische Ethik vs. Integrative Wirtschaftsethik“ (Hilfestellung bei ML); Abstract (ca. 10 Seiten) auf eCampus stellen (Aufgabe)

D: Stakeholder Ansatz: Geschichte, Theorie, Verbindungen zur CSR, Anwendungsmöglichkeiten, Cases; Abstract (ca. 10 Seiten) auf eCampus stellen (Aufgabe)

Jede Gruppe präsentierte Ergebnisse an einem Termin, wobei die Beiträge viele spannende Ergebnisse brachten.

So ergab sich folgender Workload: 3 ECTS = 75 Std., davon:

22,5 Std. Präsenz; 32,5 Stunden Lernaufwand Skripten, Fragen und Quizzes; 20 Std. Vorbereitungsaufwand Arbeitsgruppen.

Die Prüfung wurde auf zwei Teile aufgeteilt, eine erfolgte nach dem Part zu Wirtschaftsethik, die zweite gegen Ende der Lehrveranstaltung. In beiden Fällen wurde ein Multiple Choice Test auf dem eCampus umgesetzt – dieser fand dann im Computerraum statt. Der Test mit 12 Fragen war so gestaltet, dass Studierende unterschiedliche Fragen bekamen und ebenso die Antwortmöglichkeiten in der Reihenfolge variiert wurden. Die im erwähnten Skriptum enthaltenen Fragen wurden so adaptiert, dass sie von der Art und Weise des nötigen Denkprozesses ähnlich jenen im Multiple Choice Test waren.

Nach jedem Test wurden alle Fragen und Antworten mit den Studierenden durchgegangen sowie erklärt, warum welche Antworten stimmten oder nicht. Es gab nach dem ersten Termin einige Diskussionen angesichts der Punktevergabe – bei einer Wiederholung ist es sicher wichtig, den komplexen Berechnungsvorgang eines automatisierten Multiple Choice noch genauer zu erklären.

Für die Notengebung berücksichtigt wurden ebenso:

  1. AGs: 20 Punkte
  2. Quizzes: 20 Punkte (je 10)
  3. Peer Review: 10 Punkte

Effekte die zu beobachten waren:

  • Die Studierenden setzten sich deutlich intensiver mit den Skripten auseinander und auch an der Art von Fragestellungen war zu merken, dass sie sich eingehend mit Details auseinander gesetzt hatten
  • Die Durchfallquote lag früher teilweise bei 10 Prozent, am Ende dieser Umsetzung gab es keine einzige negative Note. Die Studierenden waren durch die intensive Vorbereitungsaufgaben bzw. das Besprechen der Ergebnisse sehr gut auf die Prüfung vorbereitet. Deutlich zu merken war ebenso, dass die Studierenden weniger Angst vor den Prüfungssituationen hatten.
  • Auch bei einem Fach in dem es stark um ethische Fragen geht, kann ein Multiple Choice Test eingesetzt werden, wobei der Vorbereitungsaufwand für die Entwicklung der Fragen nicht unterschätzt werden darf. Zu überlegen ist, einen solchen Test mit offenen Fragen zu ergänzen.
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Author: Redaktion

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