#tdlfhstp: Kompetenzorientierte Lehre als Studiengangsentwicklungsaufgabe

Prof. Karl-Heinz Gerholz über die Kernbotschaften seiner Key Note am 5. Tag der Lehre:

Kompetenzorientierung in der Lehre spiegelt eine neue Logik in der Steuerung von Bildungsprozessen wider. Der Blick geht auf den Outcome – also auf die Lernergebnisse in Bezug auf die zukünftigen beruflichen und gesellschaftlichen Handlungsfelder der Studierenden. Als Bildungsziel kann somit die Förderung einer wissenschaftlich basierten Handlungskompetenz formuliert werden. Es geht darum, die Studierenden zu befähigen, in ihren zukünftigen Handlungskontexten Probleme zu erkennen und diese auf Basis wissenschaftlicher Verfahren zu bewältigen sowie zu reflektieren. Für die kompetenzorientierte Gestaltung von Lernumgebungen bedeutet dies, dass die zukünftigen Handlungssituationen der Studierenden den Ausgangspunkt von Lernen darstellen. Darüber sollen sich die Studierenden ein Wissens- und Fachgebiet erschließen.

Im Vortrag soll zu Beginn aufgezeigt werden, welche didaktischen Modelle diese idealtypische Umsetzung ermöglichen und wie hierbei eine Verzahnung von fach- und handlungssystematischen Strukturen vorgenommen werden kann. Darauf basierend soll anhand einer didaktischen Entwicklungsarbeit zum Service Learning aber auch illustriert werden, dass die vermeintlich idealen Modelle in der Realität nicht immer zu den gewünschten Wirkungen führen. Die Gründe liegen meist darin, dass die Kohärenz zwischen Curriculum (Studiengangebene), didaktischer Gestaltung (Modulebene) und Prüfungsform nicht gegeben ist. Dies macht deutlich, dass die Gestaltung kompetenzorientierter Lehre als Studiengangentwicklungsaufgabe zu verstehen ist. Dabei sind Studiengänge in spezifischen Kontexten eingebettet, was sich in Fachkulturen, organisationalen Routinen, Lehrüberzeugungen u. Ä. ausdrückt. Kompetenzorientierte Lehre erfordert somit einen diskursiven Aushandlungsprozess zwischen den verantwortlichen Lehrenden. Wie dies organisatorisch gestaltet werden kann, wird über das Konzept der diskursiven Studiengangentwicklung am Ende des Vortrag aufgezeigt.

In diesem Video spricht Prof. Gerholz mit Christian Freisleben-Teutscher (SKILL) über die Kerninhalte seiner Key Note:

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Author: Josef Weißenböck

Leiter des Kompetenzzentrums für Hochschuldidaktik "SKILL" an der FH St. Pölten seit 2008. Aufbau des hochschuldidaktischen Fortbildungs- u. Beratungsangebotes, Entwicklung des Lehrgangs zum “Zertifikat hochschuldidaktische Kompetenz” und der Vernetzungsveranstaltung “Tag der Lehre”. Inhaltliche Schwerpunkte: Didaktisches Design, Student Centered Learning, Blended Learning, aktivierende Lehrmethoden und Peer Learning als Strategie didaktischer Kompetenzentwicklung.

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