Inverted Classroom Modell in LV Interaktive Medien

Ein Beitrag von Kerstin Blumenstein & Gernot Rottermanner:

In der Lehrveranstaltung Einführung Interaktive Medien (EINME) mit 3 ECTS im 1. Semester des Bachelorstudienganges Medientechnik werden die Grundlagen von HTML, CSS und Web-Usability vermittelt und angewendet. Ziel der Lehrveranstaltung ist die Erstellung einer Webseite als Einzelaufgabe aus den Themenbereichen

  • Web Shop für den Verkauf von beliebigen Produkten,
  • Media Portal für beliebige Audio- und/oder Videoinhalte oder
  • ein Lexikon zu einem beliebigen Themenbereich

auf Basis einer selbst definierten Zielgruppe. In der Lehrveranstaltung wird der gesamte Prozess der Erstellung einer Webseite abdeckt:

  • Erstellung von Interface-Skizzen mit Papier und Bleistift
  • Umsetzung des Screendesigns mit einem Grafikprogramm nach Wahl
  • Umsetzung in HTML & CSS

Auf dem eCampus gab es einen Gesamtüberblick zu dieser Lehrveranstaltung, ebenso zu allen Aufgaben und den Beurteilungskriterien. Folgende Elemente wurden innerhalb der Lehrveranstaltung verwendet:

  • Selbststudium: Vor jeder Übungseinheit war das Selbststudium zu Hause als Vorbereitung durchzuführen. Dieses beinhaltete neben einer kurzen textuellen Beschreibung ausgewählte Videos der Lynda-Kurse „HTML Essential Training“, „CSS Fundamentals“, „Learning Sublime Text 2“, „CSS: Page Layouts“, „CSS: Styling Navigation“ und „Making Sense of the CSS Box Model“ (siehe dazu diese Hinweise für Lehrende der FH St. Pölten, die auch Tipps zum Einsatz enthalten). Jedes Selbststudium wurde als HTML-Datei in den eCampus-Kurs eingepflegt.
  • Übungseinheit: In der Präsenzeinheit wurden offene Fragen besprochen und eventuelle unklare Bereiche wiederholt. In der ersten Hälfte der Lehrveranstaltung gab es eine Code Challenge, welche das Gelernte üben soll. In der zweiten Hälfte wurden die Übungen am eigenen Projekt durchgeführt.
  • Vorlesung: Die Vorlesungseinheiten wurden klassisch abgehalten unter Verwendung von Online-Quizzes.

Resümee

Lernvideos haben im Inverted Classroom Modell sicher eine wichtige Bedeutung. Eine Erkenntnis aus dieser Lehrveranstaltung ist, nicht rein auf Videos zu setzen. Dies wird auch durch Rückmeldungen der Studierenden bestätigt. Im kommenden Jahr sollen theoretische Inhalte in Kombination mit den Videos auch durch Texte  vermittelt werden. Bei den Videos ist zudem auffällig, dass diese inhaltlich up-to-date, aber teilweise doch relativ alt sind. Hier wäre es eigentlich manchmal sinnvoller, eigene Videos zu erstellen. Jedoch ist dies nicht so einfach umsetzbar und es fehlt an Unterstützung. Die Erstellung solcher Videos kann nicht vollkommen an eine Assistenz übertragen werden, sondern muss u.a. mit Instrumenten wie einem Storyboard gut geplant werden. Zudem ist wichtig zu wissen, mit welchen Materialien, Aufgaben oder Assessments die Videos später verknüpft werden sollen.

Videos als Vorbereitungsmaterialien haben einige positive Effekte auf die Code Challenges gehabt, die als Aspekt des Anwendens und Vertiefens von Wissen in den Präsenzphasen umgesetzt wurden. Früher wurde im Kurs großteils „vorgecodet“, also gemacht und die Studierenden haben zugesehen. Jetzt ist mehr Fokus auf den individuellen Lernfortschritt der Studierenden möglich. Hierbei war zu merken, dass die Studierenden sich dazu vorher Wissen angeeignet haben. In der Präsenzphase war als Lektor mehr Zeit, sich um die Probleme zu kümmern und zu erkennen, wo Studierende noch Unterstützung oder einen „Selbststudiumsschub“ brauchen. Man konnte individueller betreuen, auch wenn oft eine Person alleine als Lektor nicht ausreicht, da individuelle Fragen der Studierenden nicht für die Gruppe relevant waren und bei Unklarheiten länger gewartet werden musste. Insgesamt wurde für individuelles Feedback – auch das zeigte sich in Rückmeldungen der Studierenden – oft die Zeit zu knapp. Als Weiterentwicklung des Konzepts könnten Studierende aus höheren Semestern als TutorInnen zur zusätzlichen Unterstützung innerhalb der Übungseinheit einbezogen werden bzw. könnte der Aspekt des Peer Learning und des gegenseitigen Unterstützens noch stärker gefördert bzw. eingesetzt werden.

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Author: Redaktion

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