#icmbeyond18: Inverted Classroom in der Lehramtsausbildung

Katharina Wedler (TU Braunschweig) stellt bei der Konferenz Inverted Classroom and Beyond am 20. & 21. 2. auf ihrem interaktives Poster erste Ergebnisse der Pilotierung (siehe Programmübersicht) der am Inverted Classroom Modell ausgerichteten Einheit zum Seminar „Schule in der Migrationsgesellschaft“ vor.

Aktualität und Thematik der Lehrveranstaltung

Ausgehend von der Struktur unserer Gesellschaft, lässt sich eine enorme Diskrepanz im Bereich des Bildungswesens feststellen. Immerhin haben 2016 etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren einen Migrationshintergrund, wobei 79 Prozent von ihnen in Deutschland geboren sind (Autorengruppe Bildungsberichterstattung: Bildung in Deutschland 2016). Die vergleichenden Schulleistungsstudien (z.B. PISA, IGLU) haben offenbart, dass es eine enorme Ungleichheit zwischen den Kindern mit und ohne Migrationshintergrund gibt, weshalb Themen wie Bildungsbeteiligung, Bildungsbenachteiligung und Bildungserfolg im Seminar eine wichtige Rolle spielen. Auch wenn der Anteil der Schüler und Schülerinnenmit Migrationshintergrund an den Gymnasien zunimmt, so sind es dennoch immer noch etwa fünf Mal so viele Personen ohne Schulabschluss, gegenüber der Peer ohne Migrationshintergrund, was zum Beispiel auf die fehlenden frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsangebote (Eckhardt/Riedel 2012; Schmiade/Spieß 2010) zurückzuführen ist.

Zielsetzung des Seminars

Aus diesem Grund besteht das Ziel des Seminars nun darin, die Herausforderungen und Chancen auf den tatsächlichen Schulalltag abzustimmen. Das bedeutet konkret, Deutschland als Einwanderungsland zu begreifen und damit einhergehend Ansätze und Theorien zu Lehr- und Lernkonzepte für die Migrationsgesellschaft zu vermitteln.

Grundlage für die Entwicklung der BL-Einheit

An der TU Braunschweig durchlaufen alle Lehramtsstudierenden während ihres Masterstudiums das Seminar, weshalb dieses aufgrund der Größe der Kohorte im WS 2017/18 sechs Mal in der Erziehungswissenschaft angeboten wird. Dies setzt eine klare Struktur des Seminars voraus, sodass eine Einheitlichkeit gewährt werden kann, was wiederum unter anderem aufgrund der Personalpolitik an den Hochschulen aber auch aufgrund anderer Unstetigkeitsfaktoren einem enormen Risiko unterliegt. Eine Möglichkeit diese Herausforderung zu meistern, ist die Entwicklung und Erprobung einer Einheit, die am Inverted Classroom Modell ausgerichtet ist.

Pilotierung einer E-Learning Einheit im WS 2016/2017

Im Rahmen der ICM-Konferenz werde ich auf die Erstellung der Erklärvideos eingehen und die Arbeitsprozesse eingehend darlegen. Im WS 2016/17 haben die Studierenden zu ausgewählten Themen eigene Erklärvideos erstellt, wobei die Legetechnik Anwendung fand, aber auch mittels der Präsentationsprogramme Prezi und Photoshop Videos erstellt wurden. Außerdem werde ich auf der ICM-Konferenz die dazugehörigen Aufgabenstellungen, die die Studierenden für die Peer entwickelten, präsentieren.

Pilotierung der Blended Learning Einheit im WS 2017/2018

Eine Auswahl der erstellten Videos wird nun im WS 2017/18 den Studierenden im virtuellen Plattform zur Verfügung gestellt. Sie sollen anhand der Videos eine bestimmte Thematik aufarbeiten. Weitere Arbeitsformen, die im Rahmen der E-Learning Einheit Anwendung finden, sowie die Arbeit im Seminar während der Präsenzphase, werde ich ebenfalls darlegen.

Evaluation

Durch die Arbeit mit der ICM Einheit können Elemente des Seminars als E-Learning Einheit in der Selbstlernphase durch die Studierenden individuell bearbeitet werden. Die Arbeitsaufträge und Arbeitsformen sind individuell und werden separat evaluiert, mit dem Ziel, eine optimale Arbeitsform zu ermitteln und die BL-Plattform dieser anzupassen. Erste Ergebnisse der Evaluation werden auf der ICM-Konferenz ebenfalls diskutiert.

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Author: Redaktion

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