#icmbeyond18 – Learner generated content in der Diätologie

Ein Beitrag von Heidemarie Ramler (Dozentin im Studiengang Diätologie), der auch bei der Konferenz Inverted Classroom and Beyond 18 im Knowledge Café zum Einsatz kam (Auszug aus einem Beitrag zum Tagungsband des Tag der lehre 2017).

Basierend auf dem Ansatz des Learner- / Student-Generated-Content wurde in der Lehrveranstaltung Projektmanagement des Bachelorstudiengangs Diätologie im Studienjahr 2016/17 ein Projekt konzipiert, dessen Ziel die Gestaltung eines Schulungsvideos für nachfolgende KollegInnen war. Die Projektgruppe bestand aus vier Studierenden des 2. Ausbildungsjahres.

Der thematische Schwerpunkt des Videos lag auf der Darstellung der ernährungstherapeutischen Grundlagen bei Hämodialyse. In Zusammenarbeit mit den Dozentinnen des Studiengangs Diätologie Connie Dotter und Heidemarie Ramler wurden Einsatzszenarien des Videos in das didaktische Gesamtkonzept der Lehrveranstaltungen erarbeitet und Zusatzmaterialien in Form von Case Studies entwickelt.

Relevante Arbeiten aus der Vorprojektphase stammen aus einer im Studiengang verfassten Bachelorarbeit  sowie aus dem Studierendenprojekt „Wissen antraiNIEREN“. Dabei handelt es sich um ein Schulungsprogramm für Studierende, anhand dessen die medizinischen Grundlagen der Nephrologie vertieft werden.

Das darauf aufbauende Schulungsvideo „Kapiere die Niere“ soll die NutzerInnen auf eine einheitliche Wissensbasis bringen, optimal auf die Fallbeispiele in der Präsenzlehre vorbereiten, maximal 20min dauern, optisch durch Fotos und Bildmaterialien ansprechen und so flexibel in der Verfügbarkeit sein, dass es den unterschiedlichen Lebenslagen der Studierenden gerecht wird.

Als Nicht-Ziele des Projekts wurden die Vermittlung von diätologischen Fachwissens an Laien formuliert, zu ausufernde Theorie sowie eine Wissensüberprüfung.

Konkrete Aufgaben des Projektteams bestanden darin relevante Fachinformationen aufzubereiten, eine entsprechende Geschichte in ein Drehbuch zu verpacken, Videoaufnahmen vorzunehmen und die Postproduktion durchzuführen. Während der Projektplanung wurden die Studierenden fachlich von den Dozentinnen des Studiengangs Diätologie sowie von SKILL in der Konzeption des Drehbuchs und der technisch-didaktischen Umsetzung unterstützt. Besonders wertvoll für den fächerübergreifenden Austausch war die Zusammenarbeit mit Studierenden des Studiengangs Medientechnik, die als Praktikanten von SKILL die audio-visuellen Aufnahmen sowie die Schnitte des Rohmaterials vornahmen.

Für das Verfassen des Drehbuchs wurde die Plattform GoogleDocs verwendet, die es dem gesamten Projektteam ermöglichte, Ideen und Kommentare einzufügen. Auch die Dozentinnen hatten die Möglichkeit entsprechende Rückmeldungen zu geben.

Das 15minütige Schulungsvideo mit dem Titel „Kapiere die Niere“ wurde im Rahmen einer studiengangsinternen Projektevernissage präsentiert und steht zum Einsatz in der Lehre zur Verfügung.

In der gegenwärtigen Nachprojektphase werden die Einsatzszenarien in der Lehrveranstaltung nochmals geschärft, eine kurze Wissensüberprüfung entwickelt sowie weitere Zielgruppen konkretisiert, wie z.B. DiätologInnen, die ihr Wissen im Fachbereich Nephrologie auffrischen möchten.

Durch den Student-Generated-Content-Ansatz sowie die Erstellung von Schulungsvideos entsteht einerseits eine sehr komplexe Lernsituation für die Studierenden und anderseits eine herausfordernde Lehrsituation für die begleitenden DozentInnen.

Die Studierenden müssen sich nicht nur in ein neues Fachgebiet einarbeiten, sondern dieses Wissen auch segmentieren, priorisieren, teilweise praktisch anwenden und den NutzerInnen vermitteln. Da das Schulungsvideo im Rahmen eines studentischen Projekts entstanden ist, mussten sämtliche Kompetenzen des Projektmanagements angewendet werden. Zudem wurde die Nutzung digitaler Medien und technischer Kompetenzen sowie interprofessionelle Kommunikation gefordert.

Aus Sicht der Lehrenden gilt es zu berücksichtigen, dass die Begleitung sämtlicher Projektschritte zeitintensiv ist, zumal die fachliche Richtigkeit der Inhalte gewährleistet werden muss. Vor dem Hintergrund des studentInnenzentrierten Ansatzes gilt es ein richtiges Maß an Anleitung, Begleitung, Tun lassen und Feedback zu finden.

Durch das Projekt ist es gelungen eine vielschichtige und praxisorientiere Lernsituation zu schaffen, von dem nicht nur die primär Lernenden, sondern auch die NutzerInnen des Schulungsvideos profitieren. Eine Evaluierung des Angebots ist erforderlich um Optimierungsmaßnahmen abzuleiten.

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Author: Redaktion

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