#tdlfhstp18: Konzeption von eDesign Thinking für die Hochschullehre

Tina Gruber-Mücke, Professorin für Entrepreneurship an der IMC Fachhochschule Krems und Andrea Schlager, Leiterin der Universitätslehrgänge „Educational Leadership“, „eEducation“, „E-Tutoring und Coaching“ an der Donau Universität Krems bringen sich beim 7. Tag der Lehre am 18. 10. 18 mit einem spannenden und aktuellen Beitrag zu eDesign Tniking ein.

Dazu zunächst ein Video mit Tina Gruber-Mücke:

Während Design Thinking als Lehrinhalt und Lehrmethode bereits Eingang in die Hochschullehre in Form der Präsenzlehre gefunden hat, in der Regel mit Fokus auf bestimmte Bereiche (z.B. Informationsdesign, Clean Energy etc.) stellen die Autorinnen des vorliegenden Beitrags das Thema eDesign Thinking, also die Nutzung von Design Thinking in der Online Lehre in das Zentrum. Dies ist besonders bei Projektarbeiten in Fernstudien ein Format für die Innovationsarbeit in multidisziplinären Teams.

Ihren Hintergrund findet die Methode Design Thinking in den USA, wo sie von David Kelley, Gründer der bekannten Design-Agentur IDEO im Silicon Valley, entwickelt wurde (siehe auch hier). Das ursprüngliche Format setzt in der Umsetzung der einzelnen Phasen nur auf Präsenz. Mittlerweile wird die Methode auch an zahlreichen Hochschulen im deutschsprachigen Raum genutzt (z.B. an der HPI School of Design Thinking in Potsdam) und weiterentwickelt. Die Herausforderung hierbei ist es, die reinen Präsenzphasen in E-Learnignformate gut und effektiv umzugestalten.

eDesign Thinking kombiniert das Phasenmodell des Design Thinkings als eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen mit der Nutzung von Lernmanagementsystemen. Es finden sich als Ergebnis 3 methodische Vorgehensweisen des eDesign Thinking.

  • Die erstere Variante kombiniert Massive Open Online Course (MOOC) mit Problemstellungen über das Modell Design Thinking und ermöglicht dabei eine stetige Rückkopplung zwischen dem Entwickler einer Lösung und seiner Zielgruppe, indem dem Endnutzer Fragen gestellt und Abläufe und Verhaltensweisen genau unter die Lupe genommen werden. Diese Variante ermöglicht maximale Offenheit und eine Vielfalt von Lösungen und Ideen werden in Form von Prototypen möglichst früh sichtbar und kommunizierbar gemacht, damit potentielle Anwender sie – noch lange vor der Fertigstellung oder Markteinführung – testen und ein Feedback abgeben können.
  • Die zweite Variante des eDesign Thinking erfolgt über die Integration in ein Lernmanagementsystem, das geschlossen ist und nur den Teilnehmer/innen den Zugang erlaubt und somit ein geschlossenes möglichst heterogenes Team über die Problemstellung informiert ist und iterativ Lösungsideen entwickelt und als Prototyp ausgewählten User/innen zugänglich macht.
  • Die dritte Variante des eDesign Thinking stellt sich als Blended Lernformat dar, bei dem Präsenzphasen und Online-Phasen sich sinnvoll ergänzen und den ersten Schritt die Online-Vorphase mit Vorinformation und Briefing über die Problemstellung erfolgt und im Anschluss die Ideengenerierung sowie das Prototyping als Präsenzphasen gestaltet sind und das Testen sowohl virtuelle als auch analoge Elemente enthält.

Die Beitragenden stellen die 3 Modellvarianten vor, erläutern die Vor- und Nachteile und geben Handlungsempfehlungen für die Integration der jeweiligen Varianten als innovative Ansätze in die virtuelle Hochschullehre am Beispiel der Donau Universität Krems sowie der IMC Fachhochschule Krems.

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Author: Redaktion

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