#tdlfhstp18 – Der Siebensprung in der virtuellen Lernumgebung

Mag.a Mag.a (FH) Irmgard Fallmann (Leiterin Servicecenter für Digitales Lehren und Lernen, Universität für Weiterbildung Krems) und Mag. (FH) Edmund Panzenböck, MA, selbständiger Berater, Coach und Trainer beschäftigen sich bei unserem 7. Tag der Lehre mit Problem Based Learning im Umfeld von Blended Learning.

Dazu zunächst ein Gespräch mit I. Fallmann:

Problem Based Learning findet sich als studierendenzentrierte Methode in unterschiedlichen Ausprägungen in der Hochschullehre (Donnelly, 2017; Koutsabasis & Vosinakis, 2012; Ungaretti, Thompson, Miller, & Peterson, 2015; Vandenhouten, Groessl, & Levintova, 2017). Ausgangspunkt für den Lernprozess sind komplexe, schlecht strukturierte und authentische Problemstellungen, die Interesse wecken und Studierende zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Problem und einer damit verbundenen Wissenserschließung anregen sollen. Im Sinne eines konstruktivistischen Lernverständnisses erarbeiten Studierende in einem stark selbstbestimmten Prozess Lösungskonzepte in Kleingruppen. Der Lernprozess wird dabei häufig mittels dem Siebensprung angeleitet und strukturiert (Moust, Bouhuijs, & Schmidt, 2008). Schritt 1 – 4 dienen dabei der Konkretisierung des Problems, im Schritt 5 bestimmt die Gruppe Lernziele, wozu im Schritt 6 ergänzende Informationen außerhalb der Gruppe (Individualstudium) gesammelt werden. Im Schritt 7 erfolgt die Synthese aller Informationen in der Gruppe, die letztlich auch zu einem konkreten Problemlösungsansatz weiterverarbeitet werden.
Die Lernstruktur von PBL weist einige Charakteristiken auf, die selbstreguliertes Lernen gezielt vorantreiben. PBL ist allerdings kein didaktischer Selbstläufer. Aus kognitionspsychologischer Sicht unterliegt PBL der Gefahr der kognitiven Überlastung sowie der Untersteuerung des Lernprozesses (Müller, 2008). Umso bedeutender ist die tutorielle Begleitung des Lernprozesses, um einerseits angemessene kognitive Lernprozesse gezielt auszulösen, aber auch emotional-motivationale und metakognitive Aspekte zu berücksichtigen.
In unserem Beitrag wollen wir erheben, inwiefern die Methode PBL die intrinsische Motivation der Studierenden beeinflusst, wobei wir uns auf ein rein virtuelles Setting konzentrieren. Anhand der Selbstbestimmungstheorie von Deci & Ryan (1993), die Kompetenzerleben, Autonomieerleben und soziale Eingebundenheit als wesentliche Kriterien der Lernmotivation beschreibt, werden Gestaltungskriterien einer virtuellen Lernumgebung eines PBL-Arrangements diskutiert. Dabei soll insbesondere die Rolle des eTutors/ der eTutorin zur Förderung der Lernmotivation betrachtet werden.
Basis unseres Beitrages stellt ein Modul des online Master-Lehrganges „Personalmanagement und Kompetenzentwicklung mit Neuen Medien“ dar, in dem 17 Studierende in Lerngruppen Lösungskonzepte für Problemstellungen aus dem Bereich des HR-Managements erarbeiten. Durch inhaltanalytische Auswertungen der Modulevaluation und von individuellen Lernprotokollen sollen folgende Forschungsfragen beantwortet werden:

  • Welche Merkmale einer virtuellen Lehr- und Lernumgebung fördern die intrinsische Motivation von Studierenden?
  • Welche Interventionsmaßnahmen einer tutoriellen Begleitung fördern die intrinsische Motivation der Studierenden?
  • Inwiefern werden gruppendynamische Effekte und Peer-Learning als motivationsfördernd wahrgenommen?
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Author: Redaktion

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