Infomarkt statt Präsentationsmarathon

Ein Beitrag von Mag. Jochen Elias und Mag.ª Karoline Kiss, Lektoren in der Masterklasse Grafik Design des neuen Master-Studiengangs für Digital Design im Department Medien & digitale Technologien.

Das Wintersemester 2018/19 hielt eine besondere Herausforderung für die Lehrveranstaltung Brand Identity bereit: Ein alter und eine neuer Studienplan stießen aufeinander und plötzlich hatten wir doppelt so viele Studierende in der Lehrveranstaltung; also 50 Studierende in zehn Projektgruppen..

In der Lehrveranstaltung Brand Identity/Corporate Design gestalten die Studierenden in 5er-Gruppen sog. Brand Books. Am Ende des Semesters präsentieren sie das Ergebnis – gleichzeitig also ein Beispiel für projektbasiertes Lernen. Die übliche Vorgehensweise für die Vorstellung – ein Vortrag – kam diesmal nicht in Frage. Zehn Präsentation á zehn bis 15 Minuten hätte alle überfordert. Nicht nur die Studierenden, auch wir Vortragenden hätten so einen „Präsentationsmarathon“ nicht durchgehalten. Wir haben deshalb nach einer Alternative gesucht und sie im sogenannten „Infomarkt“ gefunden. Bei dieser didaktischen Methode gestaltet jede Gruppe einen Infostand, an dem sie ihr Projekt präsentiert.

Ablauf

Zunächst baut jede Gruppe ihren Infostand auf. Für jede Gruppe müssen eine Pinnwand, ein Tisch, zwei Sesseln und ein Stromanschluss bereitgestellt werden. Ausdrucke kommen auf die Pinnwand. Über einen Laptop können weitere multimediale Elemente präsentiert werden; z. B. Videos, animierte Präsentationen, PDF-Files, etc. Für den Aufbau muss eine Lehreinheit eingerechnet werden.

Der Infomarkt wird eröffnet: Während die eine Hälfte der Gruppe am eigenen Infostand bleibt, kann die andere Hälfte die anderen Infostände besuchen. Wie bei einer Messe können die Studierenden von einem Stand zum anderen wandern und sich die verschiedenen Projekte präsentieren lassen. Es besteht die Möglichkeit der Diskussion und man kann Fragen zu den Projekten stellen. Nach einer Lehreinheit ist Zeit für eine Pause (15 – 20 Minuten).

Nach der Pause wechseln die Gruppen. Die eine Hälfte, die bisher am eigenen Infostand war kann nun herumwandern und die anderen Infostände besuchen. Die andere Hälfte bleibt nun beim eigenen Stand und präsentiert das Projekt. Nach einer weiteren Lehreinheit wird der Infomarkt wieder aufgelöst; die Stände werden abgebaut.

Unsere Erfahrungen mit dem Infomarkt

Wir haben den Studierenden nur wenige Vorgaben zur Gestaltung ihrer Infostände gemacht. Es war klar, dass das Projektergebnis – also ein Brand Book – präsentiert werden muss. Ansonsten haben wir den Studierenden jede Gestaltungsfreiheit gelassen. Das haben die Gruppen genutzt und mit innovativen Ideen ihren Infostand „aufgepimpt“. Zum Beispiel hat eine Gruppe ein Brand Book für ein Café gestaltet. An ihrem Infostand gab es passend dazu Kaffee und selbstgemachte Kekse. Die Kekse hatten sie sogar mit dem Logo ihres Auftraggebers verziert. Eine andere Gruppe hat von ihrem Brand Book einen Dummy produziert. Das aufwändig von Hand geklebte Buch konnte man am Infostand durchblättern.

Uns Vortragenden hat der Infomarkt viel Spaß gemacht. Auch die Studierenden waren mit Eifer dabei und haben sich gefreut, dass sie mit ihren Ideen zur Standgestaltung überraschen konnten.

Im Vergleich zu einer Frontalpräsentation kann man bei dieser Form der Präsentation viel mehr auf individuelle Fragen eingehen. Es ist ein Austausch möglich, der in einer Frontalpräsentation nur mit sehr hohem Zeitaufwand zu bewerkstelligen wäre. Das direkte Feedback, dass die „Standler“ von uns Vortragenden und von ihren KollegInnen erhalten haben, war mit Sicherheit sehr wertvoll für zukünftige Projekte.

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Author: Redaktion

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