Innovative Lehre sichtbar machen #5: „Murder in the Classroom“ – ein kreativer Storytelling-Ansatz

Im Rahmen der Initiative „Innovative Lehre sichtbar machen“ werden im Sommersemester 2019  im SKILL-Blog laufend Good Practice Beispiele aus allen Departments der FH St. Pölten präsentiert.

Heute wird das auf einer durchgehenden „Story“ beruhende LV-Konzept „Murder in the Classroom“  aus dem Studiengang IT Security von Robert Luh und Sebastian Schrittwieser vorgestellt:

Die meisten Verbrechen der heutigen Zeit haben eine digitale Komponente. Wie ein Tag im Leben eines Computer-Forensikers aussieht, welche Methoden bei der Spurensuche auf Computern und Smartphones angewandt werden können und welche digitalforensischen Grundsätze bei der Untersuchung unbedingt beachtet werden müssen, erfahren die Bachelorstudierenden des 4. Semesters in der Lehrveranstaltung „Digitale Forensik“.

Fiktiver Kriminalfall…

Vor zwei Jahren wurde begonnen die Lehrveranstaltung grundlegend neu zu gestalten und als gemeinsame Spurensuche in einem fiktiven Kriminalfall aufgebaut. Schrittweise werden nun alle Lehrinhalte in diesen Fall integriert und so die komplexen Grundsätze der digitalen Forensik und die richtige Wahl der passenden Untersuchungsmethode problembasiert gelehrt.

… als durchgehende Story

Die Lehrveranstaltung beginnt damit, dass die Studierenden den Unterrichtsraum betreten und einen Tatort mit Mordopfer vorfinden. Rund um dieses befinden sich verschiedene technische Geräte und Datenträger, welche einer digitalforensischen Untersuchung unterzogen werden können, um den Fall aufzuklären und den/die TäterIn zu finden.

Problembasiertes Lernen am konkreten Fall

Schritt für Schritt werden nun die diversen Untersuchungstechniken besprochen und auf die Beweisstücke angewandt. Im Zuge dessen lernen die Studierenden die korrekte Dokumentation der Untersuchung mit Fotos, digitalen Fingerabdrücken usw. Neben Standardmethoden der digitalen Forensik wie dem Kopieren von Festplatten mit einem Write Blocker Gerät, werden auch exotischere Konzepte betrachtet: So wird etwa der Arbeitsspeicher mittels Kältespray eingefroren, was aufgrund bestimmter technischer Rahmenbedingungen gelegentlich zum Einsatz kommen muss. Diese Rahmenbedingungen und die Notwendigkeit für den Einsatz bestimmter technischer Methoden kann mithilfe der zugrundeliegenden Story praxisnahe demonstriert werden. Die Studierenden erkennen dadurch selbst, dass einfachere Methoden in manchen Fällen technisch nicht möglich sind und verstehen, wann komplexere Techniken zum Einsatz kommen müssen.

Am Ende wird natürlich der Mordfall aufgeklärt und der/die TäterIn identifiziert.

Das Konzept der LV wurde bereits beim Tag der Lehre 2018 an der FH St. Pölten präsentiert und mündete in einen sehr spannenden Austausch, wie man diesen Storytelling-Ansatz auch in andere Fachgebiete und Lehrveranstaltungen transferieren könnte.

Serie: innovative Lehre sichtbar machen!

In den kommenden Wochen werden weitere inspirierende Lehrprojekte aus allen Departments der FH auf Teamwork und auf dem SKILL-Blog präsentiert.

 

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Author: Josef Weißenböck

Leiter des Kompetenzzentrums für Hochschuldidaktik "SKILL" an der FH St. Pölten seit 2008. Aufbau des hochschuldidaktischen Fortbildungs- u. Beratungsangebotes, Entwicklung des Lehrgangs zum “Zertifikat hochschuldidaktische Kompetenz” und der Vernetzungsveranstaltung “Tag der Lehre”. Inhaltliche Schwerpunkte: Didaktisches Design, Student Centered Learning, Blended Learning, aktivierende Lehrmethoden und Peer Learning als Strategie didaktischer Kompetenzentwicklung.

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