#tdl19fhstp – Footprints of Emergence

Beim 8. Tag der Lehre am 17. 10. an der FH St. Pölten bringt Erika Pernold (FH Joanneum) einen Beitrag im Maker Space zu dem hochspannenden Werkzeug der „Footprints of emergence“ ein.

Zunächst ein Videointerview dazu:

Lernen ist ein steter Prozess und er geschieht in der Interaktion mit anderen aber auch, wenn Menschen alleine lernen. Er ist also vielschichtig und komplex. Wir lernen immer und überall und hinterlassen dabei Fußspuren.

„Emergent learning” beschreibt einen Prozess zur Bewältigung dieser Mehrdeutigkeit und Komplexität. Ausgehend von einer offenen “Rahmen-Frage” befähigen Konzepte der Emergenz Erfahrungslernen unter Berücksichtigung einer breiten Palette an Prozessfaktoren. Emergenz liegt dann vor, wenn Lernende, Lernprozesse in einem gewissen Maß selbst bestimmen und mitgestalten können. Diese Selbstbestimmtheit bringt unvorhergesehene Elemente in ein Lernszenario. In einem Lerndesign, das „Emergent learning“ integriert, darf und soll Unvorhergesehenes passieren. Bei berufsbegleitenden Studierenden, aber nicht nur bei ihnen, kann ein Lernszenario, das offen genug ist, Raum für überraschende Querverbindungen zu Praxis, Fragestellungen und Anwendungen bieten.

Die Methode „Footprints of emergence“ dient dazu, Lehrsettings ganzheitlich zu erfassen und das komplexe Zusammenspiel von Lehrdesign, Lehrperson und Lernender/m sichtbar zu machen.

Seit 2013 wird die Methode an der FH Joanneum als Reflexionswerkzeug verwendet. Dabei wurde die ursprüngliche aus dem Englischen übersetzte Version (Williams, 2012) bereits viele Male überarbeitet und an verschiedene Bedürfnisse angepasst.

Die aktuelle Version, die derzeit zum Einsatz kommt, vereint 16 Faktoren in den vier Themenclustern Offenheit/Struktur, Interaktive Lernumgebung, Persönliche Entwicklung und Eigener Stil. Diese Faktoren lassen Aussagen darüber zu, ob und wie Lernen in gegebenen Settings abläuft.

Die Methode der Footprints ist visuell. Es wird eine Art Landkarte der eigenen Lernerfahrung erstellt. Zu diesem Zweck wurde eine Vorlage entwickelt, die am Computer, oder mit der Hand ausgefüllt werden kann. Diese Vorlage wurde farblich ansprechend gestaltet und zu jedem der 16 Faktoren wurde eine passende Frage entwickelt, die das Reflektieren erleichtert.

Die Methode wird seit 2015 am Studiengang Physiotherapie des FH Joanneum zur Praktikumsreflexion genutzt und ist fester Bestandteil der Reflexionsarbeit.

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Author: Redaktion

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