#tdlfhstp19 – lernstand am Weg erheben

Monika Wyss konzipiert und realisiert als Studienleiterin den „Zertifikatskurs Hochschuldidaktik“ und das Weitbildungsprogramm „Exzellenz in der Lehre. Inspiration und Werkstatt“. Sie erfindet laufend einfache analoge und digitale Möglichkeiten, um zusammen mit Studierenden oder Kursteilnehmenden lernen sichtbar zu machen (assessment for learning). Zusammen mit Leitungspersonen der Hochschule Luzern realisiert sie Workshops zur Einführung des neuen, datenbasierten Evaluations- und Feedbackkonzepts, wo integrierte assessments for learning zentral sind. Sie bringt sich mit einem Workshop beim Tag der Lehre am 17. 10. 19 an der FH St. Pölten ein (bitte Laptop oder Tablet mitbringen!)

Dazu folgendes Videointerview:

„Wird gelernt, was geprüft wird?! Oder wie Dozierende und Studierende mehr Klarheit auf dem Weg hin zur Prüfung finden“.

Nicht selten erschrecken Studierende und Dozierende beim Abschluss des Moduls ob der Qualität des summativen Assessments. Schwarz auf weiss wird sichtbar, was gelernt und nicht gelernt wurde. Die Frage drängt sich auf: Welche Alternativen gibt es, erfolgreicher zu lernen und zu lehren?

Zu Beginn des Workshops wird mit einfachen datenbasierten Methoden das Vorwissen und die Interessen der Teilnehmenden abgeholt. Konkrete Beispiele werden als Input vorgestellt. Anschliessend adaptieren oder erfinden die Teilnehmenden eine Möglichkeit für die eigene Lehre.

Zielführend ist lernen und lehren dann, wenn auch die Prüfungsanforderungen transparent und während den Veranstaltungen einfache datenbasierte formative Assessments* eingesetzt werden. Der Lernstand, das Vorwissen, die Interessen und die Motivation der Studierenden können variantenreich abgeholt, der Lernfortschritt hin zum Ziel sichtbar gemacht und nächste Lehr-Lernschritte mehr oder weniger explizit begründet bzw. gestaltet werden.

Aufgrund solcher in den Unterricht integrierte datenbasierte und dialogische Aktivitäten sehen die Dozierenden das Lernen immer öfter mit den Augen der Studierenden. Sie können Situationen für den Erwerb von fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen differenzierter gestalten und so kreativ und eigenverantwortlich den Unterricht weiterentwickeln. Die Studierenden erleben solche kurzen dialogischen Sequenzen mindestens als methodische Abwechslung, im glücklichen Fall übernehmen sie immer öfter die Verantwortung für das anspruchsvolle und erfolgreiche Lernen an der Hochschule. Beide – Dozierende und Studierende – lernen von und miteinander.

Diese Optik auf eine dialogische Lehr-Lernkultur ist zwar nicht neu, aber die Wirkung mit kurzen Feedbackschlaufen wird zunehmend empirisch belegt (Beywl et al. 2011, Hattie 2013, eng. 2009, Hattie 2014, Schneider & Preckel 2017).

*Begriffe wie assessment for learning, Classroom Assessment Techniques, selbstevaluative Methoden, Lernfeedback, Tools und Methoden werden in diesem Workshop synonym verwendet.

 

Literatur

Beywl, W., H. Bestvater and V. Friedrich (2011). Selbstevaluation in der Lehre: Ein Wegweiser für sichtbares Lernen und besseres Lehren. Münster, Waxmann.

Hattie, John A. C. (2013): Lernen sichtbar machen. Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von „Visible Learning“, besorgt von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren (englische Originalausgabe 2009).

Angelo, T. A. and P. K. Cross (1993). Classroom Assessment Techniques. A Handbook for College Teachers. San Francisco, Jossey-Bass.

Schneider, M., & Preckel, F. (2017). Variables Associated With Achievement in Higher Education: A Systematic Review of Meta-Analyses. Psychological Bulletin. Advance online publication https://www.uni-trier.de/index.php?id=41370.

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Author: Redaktion

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