Innovative Lehre sichtbar machen #9: Financial Reporting (be)greifbar machen durch Planspiel

Im Rahmen der Initiative „Innovative Lehre sichtbar machen werden im SKILL-Blog laufend Good Practice Beispiele aus allen Departments der FH St. Pölten präsentiert.

In diesem Beitrag wird das Tutorium für Business Planning & Financial Reporting aus dem Department Medien & Wirtschaft vorgestellt, wo durch ein Planspiel die Zusammenhänge in einem Financial Report veranschaulicht werden.

Das Tutorium bietet Studierenden aus dem 1. Semester in den Master Studiengängen Digital Marketing & Kommunikation, Wirtschafts- und Finanzkommunikation sowie Digital Media Management die Möglichkeit, sich auf Lehrveranstaltungen zum Thema Finance vorzubereiten. Im Wintersemester 2019 bietet Tatjana Aubram (Assistentin für Lehre und Forschung am Department Medien & Wirtschaft), dieses Tutorium bereits zum dritten Mal an. Besonders Studierende ohne betriebswirtschaftliche Vorkenntnisse schätzen dieses Angebot sehr. Im Fokus stehen daher der Aufbau und die Zusammensetzung von Jahresabschlüssen und wo welche Informationen im Jahresabschluss zu finden sind. Dieses Ziel wird erreicht, indem die Studierenden Schritt für Schritt lernen selbst eine Bilanz und Gewinn- und Verlust-Rechnung zu erstellen. Genau dabei soll das Planspiel helfen.

Theoretische Vorbereitung

Zu Beginn des Tutoriums werden der Jahresabschluss und dessen Bestandteile theoretisch erarbeitet und anschließend wenden die Studierenden die gelernte Theorie in einem sogenannten „Kreislauf-Beispiel“ an, bei dem sie selbst eine Bilanz aufstellen. Das Planspiel im Anschluss hilft den Studierenden das Gelernte zu festigen und komplexe Zusammenhänge (be)greifbar zu machen, indem die sonst surrealen Zahlen in Form von realen Münzen dargestellt werden.

Planspiel Tatjana Aubram
Fotocredit: FH St. Pölten, Tatjana Aubram

Über das Planspiel

Das Planspiel veranschaulicht die Prozesse in einer Eventagentur, wurde von BTI entwickelt und von Tutorin Tatjana Aubram speziell für das Tutorium adaptiert. Im Zuge des Planspiels spielen die Studierenden ein Geschäftsjahr durch, in welchem mehrere Projekte abgewickelt werden sollen. Im Vordergrund stehen dabei die dahinterliegenden buchhalterischen Prozesse. Das heißt, zu Beginn des Spiels stellen die Studierenden das aktuelle Vermögen der Eventagentur in Form von Münzen dar, welche den Bilanzpositionen auf dem Spielbrett zugeordnet werden. Danach folgt ein Geschäftsfall und Projekt dem anderen: Kunden leisten Anzahlungen, externe Anbieter unterstützen die Projektabwicklung, das Personal möchte regelmäßig Gehalt überwiesen bekommen, die Bank möchte Zinsen für das zur Verfügung gestellte Kapital, der Staat möchte einen Anteil am Gewinn in Form von Steuern, etc. All diese Ereignisse widerspiegeln sich in der Buchhaltung eines Unternehmens und so auch bei der Eventagentur im Planspiel. Bei diesem werden die oben angeführten buchhalterischen Bewegungen mit materiellen Münzen veranschaulicht, welche von einer Bilanzposition zur anderen verschoben werden. Am Ende des fiktiven Geschäftsjahres erstellen die Studierenden eine Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung und analysieren, wie sich das Vermögen des Unternehmens verändert hat und, ob die Eventagentur einen Gewinn erwirtschaften konnte.

Fazit: Planspiel als ideale Ergänzung

Tatjana Aubram (Leiterin des Tutoriums) fasst die Vorzüge des Planspiels zusammen: „Das System der doppelten Buchhaltung, welches hinter einem Jahresabschluss steckt, ist sehr komplex und zu Beginn oft schwierig nachzuvollziehen. Umso wichtiger ist es, meiner Meinung nach, die Inhalte möglichst oft zu wiederholen und sich dafür unterschiedlichen Methoden zu bedienen, u.a. um die unterschiedlichen Lerntypen anzusprechen. Das Planspiel ist dafür eine ideale Ergänzung.“ Die teilnehmenden Studierenden bestätigen diese Ansicht. Patricia Lang (Studentin des Master Studiengangs Digital Marketing & Kommunikation) rekapituliert die Eindrücke aller TeilnehmerInnen wie folgt: „Die plastische Darstellung der Bilanz im Planspiel macht die buchhalterischen Abläufe hinter den einzelnen Geschäftsfällen greifbar und dadurch besser vorstellbar. Damit wurde v.a. die Reihenfolge der Buchungen für uns nachvollziehbarer.“

Planspiel_Aubram
Fotocredit: FH St. Pölten, Tatjana Aubram
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Author: Josef Weißenböck

Leiter des Kompetenzzentrums für Hochschuldidaktik "SKILL" an der FH St. Pölten seit 2008. Aufbau des hochschuldidaktischen Fortbildungs- u. Beratungsangebotes, Entwicklung des Lehrgangs zum “Zertifikat hochschuldidaktische Kompetenz” und der Vernetzungsveranstaltung “Tag der Lehre”. Inhaltliche Schwerpunkte: Didaktisches Design, Student Centered Learning, Blended Learning, aktivierende Lehrmethoden und Peer Learning als Strategie didaktischer Kompetenzentwicklung.

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