OSCE – Methodik

Einsatz:

Das bekannte OSCE-Modell (Kurzform für Objective Structured Clinical Evaluation) ist ein seit Mitte der 1970er Jahre international erprobtes Prüfungssystem, welches vor allem in der Medizin Anwendung findet, indem die praktischen Fähigkeiten von Medizinstudierenden (von Anamnese bis zur körperlichen Untersuchung) innerhalb eines Parcours von verschiedenen Prüfungsstationen getestet werden sollen. Die dahinterliegenden Prinzipien der OSCE Methodik sind jedoch auch für andere Studienfelder im Assessmentbereich nutzbar. Da die Engstellen bei einer alternativen Nutzung vor allem in der personellen Ressourcenlage liegen, geht es hierbei um das Nachdenken darüber, wie dieser Herausforderung begegnet werden kann, wobei drei relevante Lösungen diskutiert werden können (übergreifende Prüfungen mit KollegInnen, Support bei der Erstellung und Betreuung von Stationen durch SKILL, Support via SKILL durch zusätzliche Personen).

Als LehrveranstaltungsleiterIn ist es wichtig:

  1. Für einen Prüfungsaufbau sollen immer mehrere verschiedene Stationen mit unterschiedlichen Aufgaben geplant werden.
  2. Jede Station soll eine fixe Zeitvorgabe bekommen.
  3. Im Gegensatz zu den OSCE Prüfungen des Medizinbereichs, wo Multiple Choice Prüfungen zu den häufig gewählten Standardprüfungsformen zählen (vor allem jedoch aus dem Bereich des Faktenwissens), können bei alternativen Stationenprüfungen natürlich auch Online-basierte Systeme zur Anwendung kommen.
  4. Ursprünglich dazu gedacht, dass hier auf Anwendungswissen Bezug genommen wird, kann dennoch (wo dies geeignet erscheint!) „Hands on“ gearbeitet werden.
  5. Entwerfen eines „Rating Sheets“ ist überaus wichtig!

Optionen: Grundsätzlich kann und sollte jede Methode auf die eigene Lehrveranstaltung angepasst werden (auf die Learning Outcomes, das eigene Lehrverhalten, und eine variable Anzahl anderer Faktoren)

Mögliche Prüfungsstationen:

  • Rollenspiel / Schauspieler für Anwendungswissen
  • Studierende Prüfungsfragen erstellen lassen um Verständnis zu verstehen
  • Multiple-Choice offline oder online
  • Lückentext offline oder online / Kreuzworträtsel
  • PINGO, Kahoot oder ähnliches für eine andere Gruppe erstellen; Lösungsbegründungen erarbeiten
  • Fehler in einem Text, einem Video, Audio, auf einer WebSite, in einer beschriebenen Vorgangsweise (z. B. Anamnese) finden. Begründen warum Fehler und richtige Information angeben (oder auch einfügen)
  • Aus Datenmaterial / einem Text, Video usw. eine Visualisierung machen
  • Zuordnungsaufgabe: Begriffe / Gegenstände in die richtige Reihenfolge bringen oder Kategorien richtig zuordnen; Zuordnung begründen
  • Concept Map: Vorgegebene Begriffe zu einem Themenfeld, zwischen denen mit Pfeilen Verbindungen hergestellt werden, wobei die Pfeile zu beschriften sind, welcher Zusammenhang besteht
  • Experimentieraufgabe: Auf einem Tisch sind verschiedene Gegenstände vorhanden, die miteinander zum Funktionieren gebracht werden müssen – die dabei umgesetzten Schritte müssen beschrieben und kurz begründet werden
  • Poster aus verschiedenen Inhalten im Raum erstellen und dann (ev. auch im nächsten „Raum“) präsentieren
  • Online-Rechercheaufgabe; Auswahl begründen; Ergebnisse kommentieren und in Bezug auf Validität / Aussagekraft analysieren
  • 100 Sekunden Video zu einem Thema gestalten
  • Escape Room

Prinzipien:

  1. Grundsätzlich wichtig ist in jedem Fall die Standardisierung der Prüfungsstationen, damit das Ergebnis unabhängig von den PrüferInnen, der Reihenfolge der zu Prüfenden und natürlich auch der Stationen ist.
  2. Anlehnung an reale Arbeitsbedingungen stellen im Zusammenhang mit OSCE (wie generell) eine noch höhere Relevanz für die zu Prüfenden her und lassen ein größeres Engagement erwarten.

Ergänzungen und Inspirationen von verschiedenen Institutionen zum Thema OSCE:

http://www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de/de/media/2003_Chenot_OSCE.pdf

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/kompzent/2006_praktische_tipps_osce_nikendei_und_juenger.pdf

Vetmed https://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/news/detail/artikel/2017/01/02/praktisches-koennen-vor-den-vorhang-holen/

Parcourprüfung (siehe auch die Beilage)! https://www.prolehre.tum.de/fileadmin/w00btq/www/Angebote_Broschueren_Handreichungen/Handreichungen/05_HR_Parcourspruefungen.pdf

noch mehr Prüfungsformen: https://www.prolehre.tum.de/fileadmin/w00btq/www/Angebote_Broschueren_Handreichungen/Handreichungen/Alternative_Pruefungsformate_Sammlung.pdf)

Prüfungsformen in großen Gruppen – Prüfungsparcour wird auf S. 37 beschrieben https://cgi.tu-harburg.de/~zllwww/wp-content/uploads/ZLL_Brosch%C3%BCre_Auf-dem-Pruefstand.pdf

In dem Dokument ist viel zu Prüfungsformen zu finden, die auch für „Stationen“ geeignet werden https://www.uni-greifswald.de/fileadmin/uni-greifswald/2_Studium/2.1_Studienangebot/2.1.4_Qualitaet_in_Studium_und_Lehre/Greifswalder_Beitraege_zur_Hochschullehre/2014_Greifswalder_Beitraege_zur_Hochschullehre_Ausgabe_3.pdf

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