Teams-Games-Tournament – Methodik

Was ist das?

In Teams-Games-Tournaments (kurz TGT) und ihrer Vorbereitung arbeiten Kleingruppen zusammen um vorher dargestellte Lehrinhalte zu verstehen und anwenden zu können. Während der Durchführung werden dann auf verschiedenen Turniertischen in etwa gleichstarke (im Sinne von bisheriger Leistung) Studierende zusammengestellt, die dann Punkte für ihr Team (ihre Kleingruppe) holen können und am Ende werden von allen Turniertischen die Ergebnisse eingeholt und zusammengezählt. Die passenden Fragen müssen von der Lehrperson entwickelt werden, ebenso sollten Regeln für die Kleingruppen erarbeitet und Maßnahmen für das Teambuildung im Vorfeld gesetzt werden.

Einsatz: Vielseitiger Einsatz besonders in verschiedenen Studienrichtungen gedacht ist möglich. Kooperatives Lernen wird dadurch gefördert, weil die Gruppe nur so gut ist wie das schwächste Glied während des Turniers ist. Ebenfalls möglich ist ein TGT als Assessment einzusetzen (sowohl als Einzelnote, als auch als Gruppenleistung). Als aktivierende Methode mit etwas mehr Vorbereitungszeit (im Gegensatz zum Einsatz eines Quiz oder einer Murmelgruppe) kann sie auch eingesetzt werden, um die Verständlichkeit von vorgetragenem Inhalt adhoc zu überprüfen.

Als LehrveranstaltunsgleiterIn ist es wichtig:

  • Ich erkläre den Studierenden warum ein TGT durchgeführt werden soll und wie der Ablauf sein soll.
  • Ich benötige eine Vorstellung vom Wissensstand der anwesenden Studierenden zum Inhalt des prospektiven TGTs und teile diese selber in Teams ein – ausnahmsweise ist eine Vorabteambildung hier nicht freigegeben! Achtung, es kann problematisch sein, wenn die Studierenden erfahren in welcher Gruppe sie eingestuft wurden, eventuell experimentieren mit einer Selbsteinstufung! Eventuell kann auch eine Phase des Spielens mit inhaltlichen Fragen vorgeschaltet werden, um den Wissensstand zu eruieren.
  • Ich muss Zeit für eine Selbstlernphase entweder in der Präsenzeinheit ODER außerhalb dieser in meinen didaktischen Designplan reservieren, damit sich die Studierenden gegenseitig coachen und miteinander lernen können.
  • Eine Übungsrunde vor dem eigentlichen Turnier ist zu empfehlen, damit es dann später keine organisatorischen Schwierigkeiten gibt.
  • Ich muss mir Fragen überlegen für die verschiedenen Turniertische und diese Fragen physisch vorbereiten!
  • Eine kleine Adaption des LV-Raums kann nützlich sein, ebenso kleine Veränderungen in der Atmosphäre.
  • Ein Debriefing des Turniers auch im Sinne des inhaltlich Gelernten ist einzuplanen!

Tatsächlicher Turnierablauf:

  1. Ein Fragenpool wird erstellt, durchnummeriert und physisch als Handkarte hergestellt – auf der Vorderseite steht die Nummer, auf der Rückseite die Frage.
  2. Die Lerngruppe teilt sich entlang der vorher definierten Wissensstände auf die jeweiligen Turniertische auf – bei fünf Personen in einer Gruppe auf fünf Tische.
  3. Jeder Turniertisch verfügt über ein identisches Set, das durchgemischt ist und ein Studierender des Tischs liest die Fragen für den Turniertisch vor und notiert die entsprechende Punkteanzahl für richtig beantwortete Fragen. (nicht beantwortete Fragen werden extra aufgehoben für ein Debriefing durch die LV-Leitung).
  4. Beim Turnier gibt es einen akustischen Signalgeber, den die Studierenden betätigen müssen und welcher in der Mitte des Tisches platziert ist, um eine Frage zu beantworten. Wenn die Frage nicht richtig beantwortet wurde, hat der nächste Studierende im Uhrzeigersinn die Möglichkeit zu antworten.
  5. Am Ende kommen die Studierenden wieder in ihrer Lerngruppe zusammen und die Punkte werden addiert und die Siegergruppe durch die LV-Leitung bestimmt.

Prinzipien:

  • Die übliche Herausforderung von verschiedenen Wissensständen in Gruppen ist in diesem Fall explizit angesprochen, da Kleingruppen bis zu fünf Personen gebildet werden, die alle Abstufungen einer Notenskala repräsentieren. Dieses Team lernt gemeinsam und splittet sich aber dann für das Turnier auf in vom Leistungsstand homogene Turniertische, wo dann die Gesamtleistung aller Teammitglieder der Turniertische das Gruppenergebnis widerspiegelt.
  • Durch das Prinzip, dass die Gruppen eine Teamleistung erbringen, sich die einzelnen Teammitglieder jedoch nur bis zum Beginn des eigentlichen Turniers gegenseitig helfen können, ist auch kooperatives Lernen ein zentraler Punkt. TGT ist als klassische Form des Peer Learnings zu betrachten!
  • TGTs sind als Erweiterung der Gestaltung eines aktiven Unterrichts zu sehen, wo Studierende eine Mitverantwortung für die Lehrinhalte und deren Verständnis innerhalb ihrer Kleingruppe tragen und entsprechen somit der Strategie des Student Centered Learning.
  • Studierende lernen gemeinsam. Studierende haben die gleichen Chancen zu gewinnen. Es handelt sich um spielerisches Lernen, welches eine positive Dynamik im Unterrichtssetting verstärkt.

Ergänzungen und Inspirationen von verschiedenen Institutionen zum Thema Teams-Games-Tournament:

http://www.uni-potsdam.de/fileadmin/projects/psych-grundschulpaed/Dokumente/Tagung_Lehren-Lernen/TGT.pdf

http://www.udel.edu/dssep/teaching_strategies/tgt_coop.htm

https://prezi.com/gq4wrl7vsg14/team-games-tournament/

http://trace.tennessee.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=2557&context=utk_graddiss

https://www.researchgate.net/publication/267921321_The_Effects_of_Teams-Games-Tournaments_on_Achievement_Retention_and_Attitudes_of_Economics_Education_Students

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