Learner generated content

Mit der Erfindung des Computers sowie des Internets gewann ein Begriff eine völlig neue Dimension und Bedeutung: „user generated content“, also Inhalte, die (auch) von Nutzenden gestaltet werden. Die Erstellung von Inhalten – und damit Bildung im weitesten Sinn – war lange Zeit scheinbar das Privileg bestimmter Personen. Also etwa der Schreiber (in dem Fall nur Männer) des antiken Ägypten, die mehr als die Chronisten ihrer Zeit waren, sondern eben für das Entstehen, das Weitergeben und Weiterentwickeln von Wissen sorgten. Natürlich wurde und wird Wissen ebenso mündlich weitergegeben; somit war Bildung in einer umfassend gemeinten Bedeutung immer schon ein von vielen sehr unterschiedlichen Menschen aus allen „Schichten“ mitgetragener Prozess. Auch weil dann schriftliche Quellen auf dieses mündliche / überlieferte / auch in grafischer, szenischer bzw. musikalischer Weise vermittelte Wissen verwies, es sammelte, strukturierte, neu verknüpfte.

Ein Effekt von Digitalisierung ist, dass dies viel einfacher und vielfältiger möglich ist (siehe dazu diesen Beitrag zu „Digitalisierung in der Bildung“). Dies gilt natürlich ebenso für Bildungssettings.

Aber / und: User generated hat auch eine andere Dimension, die sich nicht sinnvoll mit den Zuordnungen analog „oder“ digital beschreiben lässt – ein hilfreicher Begriff ist dabei Co Creation:

Gerade didaktisch innovative Modelle wie inverted / flipped classroom haben als wesentlichen Aspekt, dass Lernmaterialien bzw. Beiträge zu Lernprozessen nicht nur von einer einzelnen Person (sprich dem / der Lehrenden) kommen. Dazu einige Beispiele wie das aussehen kann, wobei es sich sowohl um Vorgänge handeln kann, die „nur“ von Lernenden umgesetzt bzw. die gemeinsam von Lernenden und Lehrenden gestaltet werden, ebenso unter Hinzuziehung von externen ExpertInnen / MentorInnen:

  • Sammlung von Fragestellungen, die für ein anstehendes Themenfeld wichtig / aktuell sind, sich aus eigenen Wissensständen, Erfahrungen, Wahrnehmungen oder ebenso Lebensentwürfen heraus ergeben
  • Bearbeiten solcher Fragestellungen durch Nutzung von vorhandenen Wissen / Erfahrungen, Recherche, Experimente, Forschung im weitesten Sinn
  • Sammeln und Konkretisieren von Kompetenzen die für verschiedenste Aufgabenstellungen bzw. für eine spätere Tätigkeit in Praktika und Beruf wichtig sind
  • Erstellung von Aufgabenstellungen sowie Lösungswegen, -möglichkeiten und –varianten dazu
  • Entwicklung bzw. Auswahl sowie Festlegung der Art und Weise des Einsatzes von Methoden um Wissen zu erforschen / entwickeln / verstehen / vertiefen / anwenden / hinterfragen / reflektieren
  • Erstellung von analogen / digitalen / hybriden Materialien / Materialpaketen
  • Zusammenfassung / Reflexion von Lernmaterialien / -schritten sowie daraus folgenden / dabei geschehenden (Zwischen)Ergebnissen
  • Entwickeln, umsetzen und reflektieren didaktischer Konzepte die dann auch Elemente enthalten können wie Projekte und Veranstaltungen
  • Publikation(en) / Dissemination im umfassenden Sinn und mit bewusst verschiedenen Methoden / Herangehensweisen
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