Learner generated content

(zu diesem Beitrag gibt es eine Langfassung mit Literaturhinweisen)

Mit der Erfindung des Computers sowie des Internets gewann ein Begriff eine völlig neue Dimension und Bedeutung: „user generated content“, also Inhalte, die (auch) von Nutzenden gestaltet werden.

Daraus ergibt sich der Ansatz des learner (oder student) generated content: Inhalte die ausschließlich oder in einem hohen Ausmaß von Lernenden selbst gestaltet werden: Dabei geht es nicht nur um Referate, Recherchen und Zusammenfassungen von Inhalten, es entstehen Unterlagen sowie Fragestellungen, die in vielfältiger Form anderen Lernenden, auch außerhalb der konkreten Lerngruppe zur Verfügung gestellt werden. Diese sind dann teils bewusst so gestaltet, dass sie von anderen Lernenden kollaborativ ergänzt und weiterentwickelt werden. Entscheidend dabei ist ein hohes Ausmaß an selbstständigen und selbstverantworteten Arbeiten. Gerade bei learner generated content ist es sinnvoll diese von Anfang an als Offene Bildungsressourcen zu gestalten.

Ein Effekt von Digitalisierung ist, dass dies viel einfacher und vielfältiger möglich ist (siehe dazu diesen Beitrag zu „Digitalisierung in der Bildung“).

Gerade didaktisch innovative Modelle wie inverted / flipped classroom haben als wesentlichen Aspekt, dass Lernmaterialien bzw. Beiträge zu Lernprozessen nicht nur von einer einzelnen Person (sprich dem / der Lehrenden) kommen. Dazu einige Beispiele wie das aussehen kann, wobei es sich sowohl um Vorgänge handeln kann, die „nur“ von Lernenden umgesetzt bzw. die gemeinsam von Lernenden und Lehrenden gestaltet werden, ebenso unter Hinzuziehung von externen ExpertInnen / MentorInnen:

  • Sammlung von Fragestellungen, die für ein anstehendes Themenfeld wichtig / aktuell sind, sich aus eigenen Wissensständen, Erfahrungen, Wahrnehmungen oder ebenso Lebensentwürfen heraus ergeben
  • Bearbeiten solcher Fragestellungen durch Nutzung von vorhandenen Wissen / Erfahrungen, Recherche, Experimente, Forschung im weitesten Sinn
  • Sammeln und Konkretisieren von Kompetenzen die für verschiedenste Aufgabenstellungen bzw. für eine spätere Tätigkeit in Praktika und Beruf wichtig sind
  • Erstellung von Aufgabenstellungen sowie Lösungswegen, -möglichkeiten und –varianten dazu
  • Entwicklung bzw. Auswahl sowie Festlegung der Art und Weise des Einsatzes von Methoden um Wissen zu erforschen / entwickeln / verstehen / vertiefen / anwenden / hinterfragen / reflektieren
  • Erstellung von analogen / digitalen / hybriden Materialien / Materialpaketen
  • Zusammenfassung / Reflexion von Lernmaterialien / -schritten sowie daraus folgenden / dabei geschehenden (Zwischen)Ergebnissen
  • Entwickeln, umsetzen und reflektieren didaktischer Konzepte die dann auch Elemente enthalten können wie Projekte und Veranstaltungen
  • Publikation(en) / Dissemination im umfassenden Sinn und mit bewusst verschiedenen Methoden / Herangehensweisen
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