Tipps: Erstellung von Lehrvideos


Im Vorfeld des 3. Tags der Lehre an der FH St. Pölten ist ein (nach wie vor regelmäßig aktualisiertes) Dokument entstanden, das einige Impulsfragen und Werkzeuge zur Erstellung von Kurzvideos enthält (außerdem finden sich in diesem Beitrag weitere Kriterien für die Gestaltung von Lehrvideos). Dazu ergänzend / am Punkt gebracht:

  • Videos können auch Bestandteile von vorhandenen Videos enthalten (wie bei Texten ist eine Zitation von Bildmaterialien möglich, natürlich mit Quellenangabe und so, dass der eigene inhaltliche Inhalt das Ausmaß der Zitate insgesamt übersteigt)
    • im Unterricht können auch Links auf vorhandene Videos zum Einsatz kommen, ebenso mit Hinweisen dazu, welche Stellen des Videos „Pflichtlektüre“ sind – für Lehrende der FH St. Pölten siehe dazu die Hinweise zur Nutzung des Portals Lynda mehr)
  • Am sinnvollsten sind Videos zwischen 1 und 15 Minuten
    • Vorlesungsaufzeichnungen können ein zusätzlicher Baustein von ICM sein, wobei auch hier gilt: Besonders nützlich / nachhaltig wirksam sind – vorher gut geplante – Phasen, die mit Video aufgezeichnet werden
  • Wichtig ist, Videos mit Assessmentaufgaben zu verbinden wie z. B. einem Quiz oder einer Vorbereitungsaufgabe
  • Wichtig ist die gute Planung des Videos u. a. mit Storyboard orientiert an Lernzielen…
  • In Bezug auf die Tonqualität ist der Einsatz eines Headsets zu empfehlen (sonst Gefahr durch hallende Räume…)
  • Lehrende/r sollte beim Video zumindest kurz / zwischendurch sichtbar sein (nicht nur Off-Kommentar).
  • Wenn wie bei screencast dauernd sichtbar: nicht vor Fenster oder Lampe filmen (Achtung auf Schatten)
  • bei „nur PowerPoint oder Prezi und dazu reden“, spätestens nach fünf Minuten etwas einbauen, z. B.:
    • Link zu einer WebSite, einem anderen Kurzvideo,
    • Aufforderung, etwas selber auszuprobieren / umzusetzen
    • einen Gegenstand ins Bild holen
    • etwas herzeigen, wobei sich auch die Körperhaltung verändert
    • Wichtig: die PP-Folien oder Prezi-Präsentationen (besonders hier gilt: nicht zu viele Informationen auf einmal) auch gesondert im eCampus & eine Liste an Literatur / Links dazu!
  • Am Anfang des Videos : was sind die Themen des Videos, was die Lernziele, zwischendurch vor allem ab Minute 5 „Zwischenstationen“ einbauen:
    • bisher ging es um, das Wichtigste war,…
    • jetzt kommt; besonders wichtig ist dabei…
    • Am Ende des Videos klare Botschaft was Zusehenden jetzt tun sollen / austesten könnten.


Kriterien guter Lehrvideos

  • Ausgangspunkt: Auch ein Sechs-Sekunden-Video mit dem Handy produziert kann eine wertvolle Lernressource sein; es geht nicht um „Hollywood-Ästhetik“ sondern um bewusste Gestaltung
    • In alle Schritte können Studierende einbezogen werden bzw. diese selbst umsetzen
  • Vorangehende eigene Auseinandersetzung mit anderen Lehrvideos und möglichen Gestaltungsdynamiken des Mediums Video sowie mit dem Thema storytelling
    • Beschäftigung mit den Themen Urheber- und Persönlichkeitsrecht
  • Beschäftigung mit Zielen der Lehrveranstaltung: Wissen und Kompetenzen, die Lernende hier erwerben sollen (inkl. Positionierung der LV im Modul, im Studiengang, in Bezug auf Berufe die auf ein solches Studium aufbauen)
    • darauf aufbauend Konzeption des Ablaufs der LV, ihrer Präsenz- und selbstorganisierte Lernphasen sowie der gezielt ausgewählten Methoden der Vermittlung / Begleitung & Unterstützung verschiedener Lernphasen -> Entscheidung, für welche Inhalte Lehrvideos zu welchen Zeitpunkten zum Einsatz kommen
    • Entscheidung wo bereits vorhandene Videos zum Einsatz kommen können (auch auf der Grundlage von Recherche zu solchen Videos) und wo selbst gestaltete Videos nötig sind (inkl. möglicher Zitate aus vorhandenen Videos)
  • Darauf aufbauend (bzw. parallel): schrittweise Entwicklung eines Treatments (zusammenfassender Überblick zu Inhalten, Drehorten, Personen des Videos inkl. Drehplan), Storyboards (skizzenhafte Visualisierung verschiedener Szenen des Filmes) oder auch Drehbuchs (detaillierte vorangehende Transkription aller Elemente wie Ort der Handlung, Tageszeit, Dialoge, Agieren von Personen, Ton & Musik…)
    • Wichtig dabei: Strukturierung des Videos mitplanen (z. B. mit Inserts)
    • Parallel: Recherche / Produktion / Auswahl verschiedener Aufgaben, die mit dem Video verbunden sind bzw. von Assessmentmethoden wie Quiz usw. (inkl. Einbeziehung in Planung des Workloads Studierender)
  • Bei der Produktion: Achten oder bewusstes Brechen von Ästhetik (u. a. bewusste Wahl des Hintergrunds, ruhige Kameraführung (Einsatz von Stativ!), verständlicher Ton…) und Dramaturgie (u. a. Wechsel von verschiedenen Kameraeinstellungen von Totale bis Nahaufnahme, Abwechslung des Einsatz von „nur / viel Schrift“ und Bild(ern) sprechender Person(en)…)
  • Bei der Nachbearbeitung: Sichtung des Materials, entfernen von Längen, Integration von Videozitaten wo sinnvoll; Auf Youtube oder anderen Videoportalen ist auch die Integration von Sprungmarken möglich (erleichtern Orientierung!); Fertiges von Außenstehenden ansehen lassen

Diese Punkte finden sich auch in einer Prezi-Präsentation aufbereitet sowie in einem Screencast, in der diese Präsentation zum Einsatz kommt.

Einige Möglichkeiten von Lehrvideos:

  • Abfolge von Fotos, die mit Musik und/oder Sprache kombiniert ist
  • Screencast: Aufnehmen von dem, was am PC-/ Laptop- /Tablet- / Smartphone-Bildschirm geschieht inkl. Live-Kommentar (oder nachträgliches Einsprechen von Texten)
  • Powerpointfolien kombiniert mit Ton- oder Videoaufnahme
  • Kurzvideo: Sechs Sekunden bis zwei Minuten
  • Animationsfilm (leicht selbst gemacht z. B. mit Powtoon)
  • Legevideo (nacheinander aufgelegte Symbole und Texte werden abgefilmt, kombiniert mit in Zeitraffer aufgenommenen Sequenzen, in denen gezeichnet oder geschrieben wird)
  • Aufzeichnung von Teilen einer Lehrveranstaltung (oder auch Laborübung usw.)
  • Aufzeichnung eines Live-Online-Gesprächs (umgesetzt z. B. mit WhatsUp, Skype, Google Hangout, Adobe Connect usw.)
  • Videos ab zwei Minuten aufwärts, die auch aus Kombinationen des bisher Genannten bestehen

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