SKILL

Service- und Kompetenzzentrum für
Innovatives Lehren und Lernen

MI-Quiz – Game Based M-Learning

Ein Beitrag von Friedrich Pawelka und Thomas Wollmann (Hochschule Heilbronn, Universität Heidelberg) als Teil der Blogreihe im Vorfeld des 4. Tag der Lehre an der Fh St. Pölten am 15. 10. 15

Sie finden die beiden im Playground im großen Festsaal, 11:20 – 12:45.

https://youtube.com/watch?v=qJYjt1IG9Gc

Mi-Quiz erklärt durch seine beiden Initiatoren

In quasi allen Studiengängen werden in den ersten Semestern Grundlagen vermittelt, die das Auswendiglernen von Faktenwissen erforderlich machen. Dieses wird in Prüfungen abgefragt und ein Großteil der Studierenden praktiziert dabei sogenanntes „Bulimie-Lernen“ – nur die prüfungsrelevanten Vorlesungsinhalte werden kurz vor der Prüfung exzessiv gelernt. Viel effizienter wäre eine, über das Semester verteilte Wiederholung des Stoffes, z.B. durch eine Selbstüberprüfung in Form von Fragen. Dazu mangelt es aber den meisten Studierenden an der Motivation. An der seit 2013 sehr populär gewordenen App „QuizDuell“ kann man jedoch sehen, dass Studierende durchaus motiviert werden können, sich regelmäßig selbst zu, wenn sie denn gegen andere Personen antreten können. Das ging uns zumindest so und wir haben außerdem festgestellt, dass wir nach mehrfacher Wiederholung die Antworten bereits auswendig gelernt hatten. Während einer Prüfungsphase hatten wir daher die Idee, dieses Spielprinzip von Allgemeinwissen, auf die prüfungsrelevanten Inhalte unseres Studiums der medizinischen Informatik zu übertragen und haben mit MI-Quiz ein E-Learning-Plattform entwickelt, welches sowohl auf mobilen Endgeräten als auch auf herkömmlichen Rechnern über den Browser genutzt werden kann, um quasi überall mit seinen KommilitonInnen spielend zu lernen.

Natürlich musste dieses Tool an die universitären Anforderungen angepasst werden – so ist z.B. eine gezielte Auswahl der besuchten Vorlesungen oder eine Einschätzung des persönlichen Lernstatus mit Hilfe von übersichtlichen Diagrammen möglich. Außerdem werden Zusatzinformation, wie z.B. warum eine Frage falsch war, nach der Beantwortung einer Frage angezeigt, um den Lerneffekt weiter zu erhöhen.

Damit vor allem inhaltliche Fehler in den Fragen direkt behoben werden, können diese den AutorInnen „gemeldet“ werden. Diese haben, in einer separaten Autoren-Komponente, einen Überblick über „gemeldete“ Fragen. Dort befindet sich außerdem, um z.B. Dopplungen auszuschließen, ein Überblick über alle vorhanden Fragen. Fragen, die von den AutorInnen (meist DozentInnen oder wissenschaftliche MitarbeiterInnen) mit Hilfe dieser Komponente erstellt wurden, müssen zunächst von den FachkoordinatorInnen freigeschaltet werden, bevor diese den Studierenden zum Spielen bereitgestellt werden. Somit können grobe Fehler schon frühzeitig behoben werden – ohne dass Studierende sich bestimmte Fakten falsch einprägen.

Derzeit wird MI-Quiz in einem Kooperationsprojekt der Hochschule Heilbronn mit der medizinischen Fakultät der Universität Münster (https://www.gecko.hs-heilbronn.de/?page_id=1132) unter dem Namen „KittelDuell“ (kittelduell.de) pilotiert, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, ihr mikrobiologisches und pharmazeutisches Faktenwissen spielend zu prüfen. Darüber hinaus laufen mit dem SKILL der FH St. Pölten Gespräche über einen möglichen Einsatz.

Wir würden uns freuen, mit euch auf unserem Playground MI-Quiz auszuprobieren und viele interessante Fragen zu beantworten.

Friedrich Pawelka und Thomas Wollmann