Gestaltungsmöglichkeiten

Rich pictures

Vorgangsweise: Gruppen werden dazu eingeladen gemeinsam ein Bild zu zeichnen (ist grundsätzlich auch als Einzelarbeit umsetzbar – siehe dazu auch diese Reflexion über konkrete Einsatzerfahrungen). Der wichtigste Hinweis dazu ist:

  • Jede/r kann zeichnen! Selbst Menschen, die meinen nicht kreativ zu sein, können sich an dem gemeinsamen Prozess beteiligen. Das bedeutet, dass tatsächlich alle Beteiligten grafische Elemente einbringen – hauptsächlich ganz einfache visuelle Komponenten. In einem sparsamen Ausmaß können auch Zahlen, Buchstaben und Worte zum Einsatz kommen.

Rich Pictures  unterstützen das bewusste und tiefgehende Wahrnehmen und Verstehen komplexer Vorgänge bzw. Systeme, in denen u. a. Ursache und Wirkung miteinander verwoben sind. Gleichzeitig können sie Ideen und Visionen zu gerade entstehenden oder noch nicht vorhandenen Vorgängen und Systemen sichtbar machen.

Gearbeitet werden kann mit jeder Art von Stiften und Papier in jedem Setting – wobei Rich Pictures z. B. auch Zeichnungen im Sand sein, also ohne Papier und Stift entstehen können. Es gibt keine speziellen Regeln oder Vorgaben wie es sie etwa für, bis zu einem gewissen Grad verwandte, Konzepte wie Mind Maps oder Smart Maps gibt.

Rich Pictures können auch von Gruppen entwickelt werden, die vorher noch nie zusammengearbeitet haben. Mehr noch: in denen Personen vertreten sind, die stark kontrastierende Meinungen vertreten bzw. Lebensentwürfe umsetzen. Eine Veröffentlichung der Bilder ist kein explizites Ziel, die Entscheidung dafür kann im Gruppenprozess entstehen, wobei es dann Sinn macht, Erklärungsansätze verschiedener Gruppenmitglieder mitzuliefern.

Themen von Rich Pictures sind so vielfältig, wie die Menschen, die sie zeichnen, z. B.:

  • Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Varianten der Zukunft
  • Entwicklungs- und Produktionsprozesse
  • Vertriebs- bzw. Marketing-Landkarten
  • (vorhandene / fehlende) Zusammenhänge innerhalb von Statistiken, Formeln, IT-Programmen und -Systemen
  • Soziale Landkarten: Beziehungen zwischen Menschen bzw. Gruppen von Menschen sowie deren Interaktionen mit verschiedensten Umwelten
  • Gesundheits-Landkarten: Ressourcen von Menschen, Versorgungsangebote und -defizite
  • Mobilitäts-Landkarten: welche Orte wie zugänglich sind / werden können bzw. ebenso Verkehrsströme

Rich Pictures können somit verschiedenste Funktionen erfüllen:

  • Eine Präsentation von Themen(aspekten), die für einzelne Personen / Gruppen wichtig sind. Es entsteht ein Gruppen-Artefakt, das die Erklärung der beteiligten Personen braucht, um im Detail verstanden zu werden.
  • Ein Rich Picture ist eine Visualisierung eines zuvor gefundenen / entwickelten Konsens sehr unterschiedlicher Menschen – gleichzeitig können aber auch Widersprüche, andere Sichtweisen einzelner Gruppenmitglieder sichtbar werden, wobei diese nach wie vor Teil eines vielfältigen Gesamtbildes sind
  • Personen die an der Entstehung eines Rich Pictures beteiligt sind, haben danach in mehr Aspekten davor einen gemeinsamen Wissensstand – eben auch darüber wie (unterschiedlich) Mitglieder einer Gruppe ein Thema, einen Prozess wahrnehmen
  • Durch die gemeinsame Arbeit können zudem gemeinsame Entscheidungsprozesse vorangetrieben werden

Literaturhinweis:

Bell, S., Berg, T., & Morse, S. (2016). Rich Pictures: Encouraging Resilient Communities. London New York: Routledge.

 

Wählen Sie eine weitere Methode

Aktives Plenum

Auswahl von Moderation & Dokumentation (min 2, lieber 6 Personen). Lehrende / Lehrender stellt Aufgabe. Moderation sorgt dafür, dass sich möglichst viele im Raum an Aufgabenlösung beteiligen.

Gruppenpuzzle

Jede Gruppe bearbeitet Gesamtthema: jedes Mitglied in Einzelarbeit anderen Teil. Dann Treffen aller „ExpertInnen“ eines Teilgebiets: Ergebnisse abgleichen. ExpertInnen in Stammgruppe tragen vor.

Kugellager

Umsetzbar mit Bankreihen, wo Studierende immer um einen Platz weiterrücken und sich gegenseitig Informationen zu einem Thema geben / Fragen stellen.

Diskurs / Hearing / Podiumsdiskussion

Studierende(ngruppen) bereiten verschiedene Positionen zu einem Thema vor und vertreten diese (auch gegeneinander im Bedarfsfall).

DisQSpace / Barcamp (Open Space)

Studierende bereiten Beiträge ähnlich wie bei einer Konferenz vor; es entsteht eine Art (moderierter) Stationenbetrieb.

World Cafè / Posterspaziergang

Kleingruppen diskutieren / arbeiten an Tischen / Poster im Raum. Moderierter Wechsel wobei eine Variante ist: Ein „Host“ bleibt.  (Variante: Pro Action Café)

Soziometrische Übungen

Fragen an Anwesende stellen – diese ordnen sich entsprechend zu / heben die Hand. Dabei können auch bewusst die Reihen eines Hörsaals genutzt werden (Nähe / Distanz / links / rechts…)

Hörsaalspiele

Der Titel ist Programm; siehe diese Beschreibungen

Glückstopf / Buzz Group /
Think-Pair-Share

Auch in großen Gruppen sind jederzeit Formen von Tandems, Triaden, Kleingruppen möglich! (siehe auch diese Varianten für Think Pair Share)

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