Wie geht ICM? Auf einen Blick…

Inverted Classroom Modell (ICM – deutsch: „umgedrehter Unterricht“ / informations on ICM in English):

  • Ein großer Anteil der Wissensaneignung erfolgt selbst organisiert im Vorfeld von / zwischen Präsenzeinheiten
  • Studierenden werden (v. a. online) u. a. zur Verfügung gestellt: Bücher, Fachartikel, kurze Lehrvideos (max. 15 Min.), Podcasts und andere interaktive Materialien
  • dazu kombiniert werden Vorbereitungsaufgaben sowie Assessmentmethoden wie z. B. ein Quiz
  • weitere Optionen bei Vorbereitung: Rechercheaufgaben, gemeinsame Arbeit an Leitlinien, Konzepten, verschiedensten Unterlagen, ExpertInneninterviews, …
  • Schwerpunkte in Präsenzphasen liegen auf Anwendung von Wissen, Simulationen, Vertiefung, Übung, Diskussion, Projekte …
  • Schnelleinstieg für Lehrende, die ICM umsetzen wollen: Schritte für Vorbereitung & Umsetzung im Überblick

Weitere Materialien:

  • Video zu ICM und als Ergänzung dieses Video
  • dieser Zwei-Seiten-Überblick zum ICM mehr,
  • dieser Überblick zu Do’s und Don’ts im ICM und
  • diese Hinweise, die sich auf Präsenzphasen beziehen sowie einen weiteren Überblick zur Planung / Umsetzung des ICM enthalten!
  • Reflexionsblatt zur Weiterentwicklung der Lehre
  • So unterstützt SKILL Lehrende bei der Planung, Umsetzung und Reflexion von nach dem ICM ausgerichteten Lehrveranstaltungen mehr.
  • Hinweise zu Urheberrecht & Offene Bildungsressourcen mehr
  • Literatursammlung auf Zotero rund um das Inverted Classroom Modell

Das ICM unterstützt einen konstruktivistisch bzw. konnektivistisch (ICMKmedium: siehe dazu diesen guten Hintergrund) geprägten Ansatz von Lehre und Forschung. Wichtige Gestaltungsprinzipien sind u. a.:

  • Methodenvielfalt und bewusste Gestaltung der Dynamik sowie des Settings in Lehrveranstaltungen
  • Partizipation und Dialogorientierung inkl. gezielter Einsatz des Ansatzes „Lernen durch Lehren“ (als Element des Peer Learning: Studierende erklären einander verschiedene Themenstellungen,  ICMKmedium: Details siehe hier)
  • Kontinuierliches Feedback inkl. gemeinsamer Analyse – mit Studierenden und anderen Lehrenden, wie das ICM in Bezug auf die konkrete Lehrveranstaltung läuft / laufen könnte
  • Lehren, lernen, forschen „im Netzwerk“ – also bewusste Einbeziehung von / Vernetzung mit Expert*innen aus verschiedensten Feldern, wobei ein wichtiger Aspekt ist, dass grundsätzlich jede Person über eine für andere wertvolle / hilfreiche Expertise aus beruflichen und privaten Lebensfeldern verfügt (und ev. Unterstützung benötigt, diese z. B. via (transmedialen) storytelling einbringen zu können)
    • ein Aspekt ist dabei ebenso: eigene Lern“ergebnisse“ / -materialien sind auch für andere Personen Netzwerke spannend & hilfreich, können diesen im Sinne des commons-Ansatz (ICMKmedium: Hintergrund siehe hier) zur Verfügung gestellt, für diese mitgestaltbar werden
  • Lebensweltorientierung – möglichst unmittelbare Verbindung zwischen „Lernstoff“ und Umsetzung(smöglichkeiten) in verschiedensten Praxisfeldern, auch durch vielfältige Einblicke in diese. Dabei:
    • Förderung von „Lernen am Weg“ auch nach dem Prinzip der Serendipität (ICMKmedium: siehe dazu diesen spannenden Hintergrundstext), der Offenheit für Wissen, das am Weg entsteht, dort sicht- und gestaltbar wird
    • Unterstützung, Veränderungspotentiale und -notwendigkeiten in eigenen Lebensfeldern wahrzunehmen, konkrete Schritte dazu zu entwickeln und umzusetzen
    • Verwebung mit Thematiken aus dem Feld Third Mission und Sustainable Development Goalss

Es gibt nicht nur eine einzige Möglichkeit, Lehrveranstaltungen am Inverted Classroom Modell auszurichten. Die Stärke und sicher zugleich eine gewisse Herausforderung ist die große Vielfalt an Zugängen und Methoden. Hier finden sich Hinweise und Anregungen zu Zeiten zwischen Selbstlernphasen und Präsenzunterricht selbst. (Am SKILL-Blog gibt es eine Sammlung von Methoden, die in beide Phasen einfließen können.)

So kann /können die Phase/n vor oder zwischen Präsenzphasen geprägt sein durch Aktivitäten wie:

  • Literatur- und Methodenrecherche
  • Suche nach Expert*innen und Nutzung Ihres Wissens in unterschiedlichster Form off- und online
  • Auseinandersetzung mit vorhandener oder extra für diesen Zweck hergestellter „Literatur / Medien“ – wobei dieser Begriff hier sehr weit & umfassend gemeint ist: Vom Printprodukt über Podcasts bis zu Screencasts und Videos – ebenso zum Einsatz kommen können Blogs und/oder verschiedenste kollaborative Web 2.0-Werkzeuge
  • Exkursionen (inkl. dem Austesten oder Umsetzen von Produkten /Dienstleistungen / Herangehensweisen in verschiedenen Lebens- und Arbeitsfeldern)
  • Sozialraumanalysen (ICMKmedium: siehe diesen Hintergrund)
  • Interviews mit Expert*innen oder auch mit bewusst gewählten „Zielgruppen“ (z. B. Kund*innen einer Firma, Klient*innen aus dem Sozialbereich, Schwangere…)
  • Praktika – gerade bei diesen erhöht das ICM die Chance, dass dort erworbenes Wissen sowohl für alle Beteiligten einer aktuellen Lerngruppe als auch darüber hinaus verfügbar bzw. weiter verarbeitbar wird.
  • Webinare, die auch asynchron zur Verfügung stehen (im Unterschied zu Screencasts werden hier Rollen viel stärker flexibel gestaltet, Lernen & Lehren erfolgt gemeinsam)

Gestaltung von Präsenzphasen

Ein Schlüssel für die erfolgreiche, ansprechende Gestaltung des ICM ist ebenso, wie Präsenzphasen (können auch in virtuellen Lernsettings, etwa mit Live-Online Konferenz verbunden mit synchronen Arbeiten an verschiedensten Dateien, ablaufen) gestaltet werden. Auch Studierende können in Präsenzphasen – auch dem „Lernen durch Lehren“-Ansatz entsprechend – ermuntert und unterstützt werden, aus dem „LehrerIn-SchülerIn-Muster“ auszusteigen und noch stärker konstruktivistisch bzw. konnektivistisch vorzugehen. Also  ebenso zum Beispiel mit Methoden wie:

  • Arbeiten an Aufgaben (siehe dazu weiter unten: „Aufgaben“ bei Assessmentmethoden / -vorgangsweisen) in Tandems, Triaden, Kleingruppen; wobei auch die Ergebnisse so genutzt werden, dass sie weniger „klassische Präsentationen“ sind, und stärker andere Lernende unterstützen, sich Wissen aktiv anzueignen bzw. gemeinsam an Problemen / Projekten gearbeitet oder nach Umsetzungsschritten für die Praxis geforscht wird
  • strukturiertes Brainstorming
  • Gruppendiskussionen und -reflexionen (auch mit Frage-Antwort-Sessions im Plenum)
  • World Café oder auch Formen, die an Prinzipien des Open Space orientiert sind, bzw. anderen Formen des „Art of Hosting“ – (ICMKmedium: ausführliche Informationen)
  • Das Aktive Plenum (nach Christian Spannagel; mehr)
  • szenisches Auf- /Bearbeiten von Themen und Ereignissen (etwa nach Prinzipien von „drama in education“ (ICMKmedium: kurzer Hintergrund bei Wikipedia) bzw. Ansätzen der Angewandten Improvisation (ICMKmedium:  Hintergrund)
  • Planspiele
  • Hörsaalspiele (ICMKmedium: mehr)
  • alle genannten Punkte sind auch gute Möglichkeiten für die Wiederholung / Sicherung von Inhalten bei Lehrveranstaltungen, bei denen die Termine weiter auseinander liegen – ein Ausgangspunkt dafür kann sein, eine Gruppe Studierender zu definieren, die synchron zur Vorlesung / Übung gemeinsam an einer Dokumentation arbeitet (z. B. mit einem GoogleDok oder EtherPad). Vorher gemeinsam entwickeln oder vorgeben (inkl. ev. Template), nach welchen Kriterien / Überschriften das erfolgt.

Die dabei gezeigten „Lernleistungen“, die Übersetzung von Wissen in Praxisbezug, können auch entsprechend bewertet werden, wobei wieder peer review ein spannendes Werkzeug ist.

Für Lehrende ist der Einsatz des ICM eine gute Gelegenheit, didaktische Konzepte von Lehrveranstaltungen sowie die eigene Lehrtätigkeit zu reflektieren.

Erfolgsfaktoren

Folgende grundlegende Informationen bzw. die selbst organisierte Auseinandersetzung mit diesen inkl. die kontinuierliche Evaluierung der Umsetzung konkreter Lehrveranstaltungen sind für eine höhere Wahrscheinlichkeit des Gelingens des ICM wichtig:

  • Erinnern an das System der ECTS und des darin enthaltenen selbstorganisierten Lernens (hilfreich zu ECTS ist diese Erklärung aus dem HELP.gv.at-Portal)
  • Selbstevaluierung des eigenen Zeitaufwands als Studierende*r sowie von Lernfortschritten (z. B. mit einem Lerntagebuch und/oder E-Portfolio)
  • Auch als allererste Schritte zu forschenden Lernen / wissenschaftlichen Arbeiten: Wie können Fragen zu Inhalten sinnvoll formuliert werden?
  • Einführung in Methoden und Vorgangsweisen beim Peer Assessment sowie bei der gegenseitigen Erstellung sowie Evaluierung von Assessmentmethoden (ICMKmedium: siehe dazu diesen Link zu Peer-Assessment / Evaluierung)
  • Tipps und Werkzeuge für die Zusammenarbeit in Tandems, Triaden und Kleingruppen
  • Unterstützung bei der bewussten Gestaltung / Evaluierung der Persönlichen Lernumgebung (off- und online ICMKmedium: siehe dazu diese Slideshare-Präsentation)
  • Überblick zum konkreten Ablauf der Lehrveranstaltung und der damit verbunden Aufgaben
  • Strukturen für die gegenseitige Kommunikation / Kooperation

Insbesondere als  Teil von Studieneingangsphasen  ist zudem die Förderung (in einer Kombination aus Angebot & Selbstorganisation) der digital literacy wichtig, z. B. mit Schwerpunkten wie:

  • Funktionen und Möglichkeiten von selbst mitgebrachten Endgeräten Smartphones, Tablets, Notebooks
  • Funktionsweisen und Einsatzmöglichkeiten von verschiedensten Web 2.0-Werkzeugen
  • Methoden für sinnvolle, konstruktive Recherche im Internet
  • Aspekte der Datensicherheit: „Was will ich, das über mich zu finden / lesen sein soll?“
  • Einführung in Urheberrecht / Creative Commons (siehe zu CC dieses Kurzvideo)
  • Einführung in Moodle oder vergleichbare Systeme

Impulsfragen für Lehrende vor dem Einsatz von ICM

Analyse und Weiterentwicklung von Lehrveranstaltungen 

  • Was sind die Lernziele auf fachlicher und überfachlicher Ebene und woran wird deren Erreichung festgemacht?
  • Welche Themen in dieser Lehrveranstaltung könnten wegfallen?
  • Bei welchen Themen reicht es aus, einen Überblick zu unterstützen, wie Informationen darüber zu finden / einzuordnen / mit der Praxis verknüpfbar sind?
  • Welche Themen könnten sich Teilnehmende in einer Kombination aus Literaturstudium / eigenständiger bzw. gemeinsamer Recherche / Projektarbeit in Kleingruppen selbstständig erarbeiten?
  • Zu welchen Themen könnten Teilnehmende im Sinne eines noch stärker auf „forschendes Lernen“ ausgerichteten Ansatzes eigenständig / in Tandems / Triaden verschiedenste vorbereitete Aufgaben lösen
    • oder solche für andere Teilnehmende entwickeln?
    • Oder dazu Präsentationen mit unterschiedlichsten Medien / Methoden entwickeln und in den Unterricht einbringen?
  • Bei welchen Themen ist ein „Hands-on-Ansatz“, ein Selbst- Ausprobieren unverzichtbar? Und wie könnte dieser Ansatz dokumentiert werden – auch um asynchrone Lernvertiefung zu unterstützen?
  • Welche Themen lassen sich am sinnvollsten durch Impulse im Unterricht vermitteln und welche Methoden könnten dabei eingesetzt / kombiniert werden?
  • Wie sehen die aktuellen Unterlagen aus und wie können diese mit verschiedensten bereits vorhandenen Ressourcen im Internet ergänzt werden? Wie werden solche Unterlagen anderen („der Community“) zur Verfügung gestellt (Nutzung Creative Commons-Lizenzen)?

Reflexion zur eigenen Lehrtätigkeit

Ausgangspunkte können dazu Impulsfragen sein wie (aus der Perspektive von Lehrenden): 

  • Welche Methoden setze ich an welchen Ablaufstellen im Semester / in Blöcken / in Lehrveranstaltungen ein?
  • Wie sieht das Setting aus und wie wird dieses aktiv gestaltet?
  • Wie wirken sich diese unterschiedlichen Methoden aus auf Aspekte wie
    • Verlauf der Dynamik der Lehrveranstaltung inkl. Beteiligung der Studierenden am Unterricht
    • Rückmeldungen
    • Ergebnisse (z. B. Noten, Output in Form von Projekten usw.)?
  • Wie gehen Studierende mit div. Aufgabenstellungen und Aufträgen um?
  • Wie gehen andere Lehrende vor und wie nehmen diese meine Vorgangsweise z. B. in Hospitationen wahr?

Überblick unterstützen

Ein wichtiges Kriterium zum Gelingen von ICM ist, dass sowohl Lehrende als auch Studierende einen guten Überblick über vergangene / aktuelle / kommende Lernperioden haben, also zu Aspekten wie:

  • Ziele des jeweiligen Faches und wie deren Erreichen „festgemacht“ wird
  • Zeitstruktur des Faches (inkl. nochmaliger Erklärung des ECTS-Systems und der Motivation, die investierte Zeiten einzelnen Themen im Fach zugeordnet selbst zu dokumentieren)
  • Prüfungstermine
  • Zu erwartende Aufgabenstellungen („Hausübungen“, Projektarbeiten usw.) inkl. Fristen und Anforderungen (hier können auch div. Vorlagen zur Orientierung / Unterstützung der Gestaltung wichtig sein)
  • Eingesetzte Assessmentmethoden, Pflichtlektüre / weiterführende Lektüre inkl. Motivation und Unterstützung, diese durch eigene Fundstücke oder Arbeitsergebnisse zu ergänzen
  • Kommunikationsstrukturen auch für die Umsetzung div. Aufgabenstellungen

Dieser Überblick wird ermöglicht & gefördert durch:

  • übersichtliche Struktur im eCampus / auf Moodle
  • Präsentation in der ersten Lerneinheit im Semester und immer wieder „zwischendurch“
  • Gemeinsame Analyse von Feedback & peer reviews

Kommunikationsstrukturen

Lernende werden motiviert und unterstützt, u. a. zu nutzen / mitzugestalten:

  • Fragen zu Themen der jeweiligen Lehrveranstaltung zu stellen
  • Diese Fragen auch gegenseitig zu beantworten (kann in Benotung einfließen!)
  • Feedback zum Ablauf der LV zu geben (auch in Bezug auf die ICM-Aspekte!)
    • im eCampus,
    • in Präsenzveranstaltungen,
    • via Feedbackbögen und
    • weiteren Feedbackinstrumenten wie etwa offene Pinwand, Rückmeldebox usw.
  • Arbeit in Tandems, Triaden und Kleingruppen inkl. peer-review und Feedback
  • Eine wachsende „Liste an Expert*Innen“ – also dem Sichtbarmachen von vorhandenen / erworbenen Ressourcen in Lerngruppen
  • optional: FAQ-Struktur (Sammlung „typischer Fragen“ und Antworten darauf)

In diesem Kapitel finden Sie:

Generelle Informationen zur Erstellung von Lehrvideos

Lehr- und Erklärvideos sind in allen gesellschaftlichen Bereichen als wesentliche Bestandteile einer zeitgemäßen Informations- und Kommunikationskultur nicht mehr wegzudenken. Immer mehr an Bedeutung gewinnen auch animierte Lehr- / Erklärvideos (siehe dazu diese Informationen).

  • Videos können  Bestandteile von vorhandenen Videos enthalten (wie bei Texten ist eine Zitation von Bildmaterialien möglich, natürlich mit Quellenangabe und so, dass der eigene inhaltliche Inhalt das Ausmaß der Zitate insgesamt übersteigt)
    • im Unterricht können auch Links auf vorhandene Videos zum Einsatz kommen, ebenso mit Hinweisen dazu, welche Stellen des Videos „Pflichtlektüre“ sind – für Lehrende der FH St. Pölten siehe dazu die Hinweise zur Nutzung des Portals Linkedin)
  • Am sinnvollsten sind Videos zwischen 1 und 15 Minuten
    • Vorlesungsaufzeichnungen können ein zusätzlicher Baustein von Lernmaterialien sein, wobei auch hier gilt: Besonders nützlich / nachhaltig wirksam sind – vorher gut geplante – Phasen, die mit Video aufgezeichnet werden
  • Wichtig ist, Videos mit Assessmentaufgaben zu verbinden wie z. B. einem Quiz oder einer Vorbereitungsaufgabe
  • Wichtig ist die gute Planung des Videos u. a. mit Storyboard, orientiert an kompetenzorientierten Lernzielen
  • In Bezug auf die Tonqualität ist der Einsatz eines Headsets zu empfehlen (sonst Gefahr durch hallende Räume…)
  • Lehrende*r sollte beim Video zumindest kurz / zwischendurch sichtbar sein (nicht ausschließlich Off-Kommentar).
  • Personen nicht vor Fenster oder Lampe filmen (Achtung auf Schatten)
  • bei „nur PowerPoint oder Prezi und dazu reden“ spätestens nach fünf Minuten etwas einbauen, z. B.:
    • Link zu einer WebSite, einem anderen Kurzvideo,
    • Aufforderung, etwas selber auszuprobieren / umzusetzen
    • einen Gegenstand ins Bild holen
    • etwas herzeigen, wobei sich auch die Körperhaltung verändert
    • Wichtig: die PP-Folien oder Prezi-Präsentationen (besonders hier gilt: nicht zu viele Informationen auf einmal) auch gesondert im eCampus & eine Liste an Literatur / Links dazu!
  • Am Anfang des Videos : was sind die Themen des Videos, was die Lernziele, zwischendurch, vor allem ab Minute 5 „Zwischenstationen“ einbauen:
    • bisher ging es um, das Wichtigste war,…
    • jetzt kommt, besonders wichtig ist dabei…
    • Am Ende des Videos klare Botschaft, was Zusehende jetzt tun sollen / austesten könnten.

Kriterien guter Lehrvideos

  • Ausgangspunkt: Auch ein Sechs-Sekunden-Video, mit dem Handy produziert, kann eine wertvolle Lernressource sein; es geht nicht um „Hollywood-Ästhetik“ sondern um bewusste Gestaltung
    • In alle Schritte können Studierende einbezogen werden bzw. diese selbst umsetzen
  • Vorangehende eigene Auseinandersetzung mit anderen Lehrvideos und möglichen Gestaltungsdynamiken des Mediums Video sowie mit dem Thema storytelling
    • Beschäftigung mit den Themen Urheber- und Persönlichkeitsrecht
  • Beschäftigung mit Zielen der Lehrveranstaltung: Wissen und Kompetenzen, die Lernende hier erwerben sollen (inkl. Positionierung der LV im Modul, im Studiengang, in Bezug auf Berufe, die auf ein solches Studium aufbauen)
    • darauf aufbauend Konzeption des Ablaufs der LV, ihrer Präsenz- und selbstorganisierte Lernphasen sowie der gezielt ausgewählten Methoden der Vermittlung / Begleitung & Unterstützung verschiedener Lernphasen -> Entscheidung, für welche Inhalte Lehrvideos zu welchen Zeitpunkten zum Einsatz kommen
    • Entscheidung, wo bereits vorhandene Videos zum Einsatz kommen können (auch auf der Grundlage von Recherche zu solchen Videos) und wo selbst gestaltete Videos nötig sind (inkl. möglicher Zitate aus vorhandenen Videos)
  • Darauf aufbauend (bzw. parallel): schrittweise Entwicklung eines Treatments (zusammenfassender Überblick zu Inhalten, Drehorten, Personen des Videos inkl. Drehplan), Storyboards (skizzenhafte Visualisierung verschiedener Szenen des Filmes) oder auch Drehbuchs (detaillierte vorangehende Transkription aller Elemente wie Ort der Handlung, Tageszeit, Dialoge, Agieren von Personen, Ton & Musik…)
    • Wichtig dabei: Strukturierung des Videos mitplanen (z. B. mit Inserts)
    • Parallel: Recherche / Produktion / Auswahl verschiedener Aufgaben, die mit dem Video verbunden sind bzw. von Assessmentmethoden wie Quiz usw. (inkl. Einbeziehung in Planung des Workloads Studierender)
  • Bei der Produktion: Achten oder bewusstes Brechen von Ästhetik (u. a. bewusste Wahl des Hintergrunds, ruhige Kameraführung (Einsatz von Stativ!), verständlicher Ton…) und Dramaturgie (u. a. Wechsel von verschiedenen Kameraeinstellungen von Totale bis Nahaufnahme, Abwechslung des Einsatz von „nur / viel Schrift“ und Bild(ern) sprechender Person(en)…)
  • Bei der Nachbearbeitung: Sichtung des Materials, Entfernen von Längen, Integration von Videozitaten wo sinnvoll; Auf Youtube oder anderen Videoportalen ist auch die Integration von Sprungmarken möglich (erleichtern Orientierung!); Fertiges von Außenstehenden ansehen lassen

Diese Punkte finden sich auch in einer Prezi-Präsentation aufbereitet sowie in einem Screencast, in der diese Präsentation zum Einsatz kommt.

Einige Möglichkeiten von Lehrvideos

  • Abfolge von Fotos, die mit Musik und/oder Sprache kombiniert ist
  • Screencast: Aufnehmen von dem, was am PC-/ Laptop- /Tablet- / Smartphone-Bildschirm geschieht inkl. Live-Kommentar (oder nachträgliches Einsprechen von Texten)
  • Powerpointfolien kombiniert mit Ton- oder Videoaufnahme
  • Interaktive Videos (H5p auch zu anderen interaktiven multimedialen Dokumente)  
  • Kurzvideo: Sechs Sekunden bis zwei Minuten
  • Animationsvideos (leicht selbst gemacht z. B. mit Moovly oder Powtoon)
  • Legevideo (nacheinander aufgelegte Symbole und Texte werden abgefilmt, kombiniert mit in Zeitraffer aufgenommenen Sequenzen, in denen gezeichnet oder geschrieben wird)
  • Aufzeichnung von Teilen einer Lehrveranstaltung (oder auch Laborübung usw.)
  • Aufzeichnung eines Live-Online-Gesprächs (umgesetzt z. B. mit MS Teams oder WebEx)
  • Videos ab zwei Minuten aufwärts, die z. B. auch aus Kombinationen des bisher Genannten bestehen

Weitere Ressourcen zum Thema

Video Tools

Tools zu Erstellung & Bearbeitung animierter Videos finden sich hier

Tools für Screencasts haben wir hier zusammengestellt. Diese eignen sich meistens auch für die Bearbeitung von bereits erstellten Videos!

Podcasts sind Mediendateien, das heißt Audiodateien oder manchmal Videodateien, die gestreamt, heruntergeladen bzw. abonniert werden können. Sie machen in prägnanter Form Informationen zu aktuellen Themen, Aktionen, Veranstaltungen zugänglich… 

Ein Podcast ist vergleichbar mit einem Radiobeitrag und besteht aus Sprache (also ebenso Interviews und Expert*Innenstatements), Audio (u. a. Hintergrundgeräusche) und Musik. Diese können sehr einfach selbst hergestellt werden . Zur Herstellung reicht ein normales Smartphone zum Aufnehmen sowie zum Bearbeiten ein kostenlos verfügbares Programm:

  • Audacity (http://audacityteam.org/?lang=de). Zu achten ist, dass bei Tönen und der Musik Material zum Einsatz kommen muss, das selbst hergestellt wurde oder „freie Musik“ ist  (weitere Infos / Quellen).
  • Anchor: Hierbei handelt es sich um ein Gratis App für Android und IOS. Die App ist gratis und nach Registrierung kann ein Trailer erstellt werden, in den man direkt von der App Musik in den Hintergrund legen kann. Funktionen einfach austesten, jeder Podcast kann zuerst als Entwurf gespeichert werden und dann via Direkt Share auf Facebook oder Twitter geteilt werden. Optional kann man den Link Kopieren und über E-Mail oder den eCampus verfügbar machen. (weitere Informationen: https://anchor.fm/)

Podcasts können als Datei auf der eigenen WebSite eingebunden werden, eine andere Möglichkeit ist es, die Plattform http://mixcloud.com zu verwenden. Hier gibt es keine Upload-Beschränkung, jedoch muss der Podcast mindestens 20 Minuten haben. Alternativ kann man auch YouTube mit einem ansprechenden themenbezogenen Standbild verwenden. Es gibt immer wieder auch „einzelne“ Podcasts zu spezifischen Themen, häufiger ist aber eine Form, die mit jenem des Bloggen verglichen werden kann, also einer regelmäßigen Veröffentlichung.

Um eine gute Übersicht und Kontinuität der Podcast Episoden zu gewährleisten, gibt es hier noch ein Template: StoryboardPodcast

Hintergründe:

Lernen bedeutet auch, persönliche Fähigkeiten auf fachlicher und überfachlicher Ebene weiter zu entwickeln. Von Anfang an mitgedachtetes Assessment begleitet diesen Weg, unterstützt Studierende dabei, (Lern)Ziele zu erkennen und was zu deren Erreichung noch fehlt. 

Gleichzeitig geht es um Unterstützung der Lernenden dabei:

  • Inhalte zu verstehen und einen möglichst engen Bezug zu Praxisanwendungen herzustellen;
  • das persönliche Zeitmanagement zu entwickeln und zu evaluieren;
  • mit anderen Lernenden, den Lehrenden und auch außenstehenden Expert*Innen zusammen zu arbeiten 
  • die(Selbst)Motivation zu unterstützen / stärken

Grundsätzlich gilt dabei, dass auch Lernende – mit entsprechender Anleitung sowie Unterstützung – selbst die Leitfragen (er)stellen, Tests entwickeln und auswerten, Foren erstellen / betreuen und/oder moderieren, Aufgaben selbstständig finden / füreinander  entwickeln / gegenseitig bewerten, Lerngruppen initiieren / begleiten / evaluieren können.

Im Folgenden eine Auflistung einiger Assessmentmöglichkeiten: 

Gemeinsames Arbeiten am Forum

Die Möglichkeit zum Austausch ist ein zentrales ICM-Element. Im Kontext von Assessment werden folgende Aufgaben / Schritte am Forum aktiv wahrgenommen und ggf. bewertet: 

  • Auftauchende Fragen einander  stellen / miteinander nach Lösungen suchen sowie diese bewerten (ev. erweitert durch gegenseitige off- / online „Förderangebote“);
  • wechselseitig Aufgaben im weitesten Sinn stellen;
  • gesammelte Wissensbausteine (neu) strukturieren (dies kann auch eine z. B. mit einem Etherpad oder GoogleDok gemeinsam erstellte Dokumentation einer Präsenveranstaltung sein);
  • Ergebnisse gegenseitig bewerten;
  • Visualisierungen von Prozessen & Ergebnissen von Lerngruppen off- und online: In Tandems, Triaden oder größeren Kleingruppen arbeiten (off- und/oder online etwa unterstützt durch Live-Online-Konferenzen) Lernende gemeinsam an Aufgaben. Die Art und Weise der Beteiligung dort ist ebenso ein Ausgangspunkt für die Bewertung.

Assessmentmöglichkeiten

Unterstützen dabei einen bestimmten Fokus zu setzen / finden. Lerninhalte werden ausgehend von diesen wahrgenommen, analysiert und/oder bearbeitet. Leitfragen können auch Ausgangspunkte für WebQuests sein.

Können vor, während oder nach der Auseinandersetzung mit Wissensinhalten zum Einsatz kommen. Durch einen Dreischritt kann auch die Selbstwahrnehmung des Lernfortschritts unterstützt werden.

Dieses kann ein höchstpersönliches Instrument sein oder das Ganze / Teile daraus können Lernfortschritte sichtbar (und damit ebenso bewertbar) machen. (Impulsfragen für ein Lerntagebuch). Ein Lerntagebuch kann auch aus Visualisierungen bestehen / diese beinhalten. Etwa zur Frage, in welchen Lebensfeldern bestimmte Lerninhalte zum Einsatz kommen / konkret ausgetestet werden / welche Erfahrungen gemacht wurden.

Hier ist sicher die größte Bandbreite möglich, einige Beispiele:

Alle Punkte / Schritte die bei „Einige Grundformen von ICM“ beschrieben sind. (siehe oben „Mögliche Grundformen des ICM“)

WebQuest: Es gilt online Informationen (also auch aktuell eingeholte Aussagen von ExpertInnen) zu finden und nach einem vorgegebenen / selbst entwickelten (entsprechend begründet) Raster zu sortieren, die bestimmte Aussagen oder Inhalte verifizieren bzw. falsifizieren. Ergebnisse von WebQuests können auch Materialpools oder Linklisten sein (weitere Informationen zum Format).

(In Einzelarbeit oder kollaborativ) Herstellen von Lernmaterialien (z. B. Texte, Tabellen, grafische Visualisierungen, Power Point / Prezi, E-Book, Kurzvideos, Podcast, ExpertInneninterviews, Sozialraumanalyse, div. Exzerpte / Printprodukte, Produktpräsentationen…)

Selbstorganisierte Exkursionen und Besuche bei ExpertInnen

Projekte (z. B. (Weiter)Entwicklung einer Methode, Dienstleistung, eines Produkts (eines Produktionsablaufs), Organisation einer Veranstaltung…)

Menu

Methoden

Tools

Angebote

Projekte