Inverted Classroom Model

Für Lehrende ist der Einsatz des ICM eine gute Gelegenheit, didaktische Konzepte von Lehrveranstaltungen sowie die eigene Lehrtätigkeit zu reflektieren.

Erfolgsfaktoren

Folgende grundlegende Informationen bzw. die selbst organisierte Auseinandersetzung mit diesen inkl. die kontinuierliche Evaluierung der Umsetzung konkreter Lehrveranstaltungen sind für eine höhere Wahrscheinlichkeit des Gelingens des ICM wichtig:

  • Erinnern an das System der ECTS und des darin enthaltenen selbstorganisierten Lernens (hilfreich zu ECTS ist diese Erklärung aus dem HELP.gv.at-Portal)
  • Selbstevaluierung des eigenen Zeitaufwands als Studierende*r sowie von Lernfortschritten (z. B. mit einem Lerntagebuch und/oder E-Portfolio)
  • Auch als allererste Schritte zu forschendem Lernen / wissenschaftlichem Arbeiten: Wie können Fragen zu Inhalten sinnvoll formuliert werden?
  • Einführung in Methoden und Vorgangsweisen beim Peer Assessment sowie bei der gegenseitigen Erstellung sowie Evaluierung von Assessmentmethoden (ICMKmedium: siehe dazu diesen Link zu Peer-Assessment / Evaluierung)
  • Tipps und Werkzeuge für die Zusammenarbeit in Tandems, Triaden und Kleingruppen
  • Unterstützung bei der bewussten Gestaltung / Evaluierung der Persönlichen Lernumgebung (off- und online ICMKmedium: siehe dazu diese Slideshare-Präsentation)
  • Überblick zum konkreten Ablauf der Lehrveranstaltung und der damit verbundenen Aufgaben
  • Strukturen für die gegenseitige Kommunikation / Kooperation

Insbesondere als Teil von Studieneingangsphasen ist zudem die Förderung (in einer Kombination aus Angebot & Selbstorganisation) der Digital Literacy wichtig, z. B. mit Schwerpunkten wie:

  • Funktionen und Möglichkeiten von selbst mitgebrachten Endgeräten Smartphones, Tablets, Notebooks
  • Funktionsweisen und Einsatzmöglichkeiten von verschiedensten Web 2.0-Werkzeugen
  • Methoden für sinnvolle, konstruktive Recherche im Internet
  • Aspekte der Datensicherheit: „Was will ich, das über mich zu finden / lesen sein soll?“
  • Einführung in Urheberrecht / Creative Commons (siehe zu CC dieses Kurzvideo)
  • Einführung in Moodle oder vergleichbare Lernmanagement-Systeme

Impulsfragen für Lehrende vor dem Einsatz von ICM

Analyse und Weiterentwicklung von Lehrveranstaltungen 

  • Was sind die Lernziele auf fachlicher und überfachlicher Ebene und woran wird deren Erreichung festgemacht?
  • Welche Themen in dieser Lehrveranstaltung könnten wegfallen?
  • Bei welchen Themen reicht es aus, einen Überblick zu unterstützen, wie Informationen darüber zu finden / einzuordnen / mit der Praxis verknüpfbar sind?
  • Welche Themen könnten sich Teilnehmende in einer Kombination aus Literaturstudium / eigenständiger bzw. gemeinsamer Recherche / Projektarbeit in Kleingruppen selbstständig erarbeiten?
  • Zu welchen Themen könnten Teilnehmende im Sinne eines noch stärker auf „forschendes Lernen“ ausgerichteten Ansatzes eigenständig / in Tandems / Triaden verschiedenste vorbereitete Aufgaben lösen
    • oder solche für andere Teilnehmende entwickeln?
    • oder dazu Präsentationen mit unterschiedlichsten Medien / Methoden entwickeln und in den Unterricht einbringen?
  • Bei welchen Themen ist ein „Hands-on-Ansatz“, ein Selbst- Ausprobieren unverzichtbar? Und wie könnte dieser Ansatz dokumentiert werden – auch um asynchrone Lernvertiefung zu unterstützen?
  • Welche Themen lassen sich am sinnvollsten durch Impulse im Unterricht vermitteln und welche Methoden könnten dabei eingesetzt / kombiniert werden?
  • Wie sehen die aktuellen Unterlagen aus und wie können diese mit verschiedensten bereits vorhandenen Ressourcen im Internet ergänzt werden? Wie werden solche Unterlagen anderen („der Community“) zur Verfügung gestellt (Nutzung Creative Commons-Lizenzen)?

Reflexion zur eigenen Lehrtätigkeit

Ausgangspunkte können dazu Impulsfragen sein wie (aus der Perspektive von Lehrenden): 

  • Welche Methoden setze ich an welchen Ablaufstellen im Semester / in Blöcken / in Lehrveranstaltungen ein?
  • Wie sieht das Setting aus und wie wird dieses aktiv gestaltet?
  • Wie wirken sich diese unterschiedlichen Methoden aus auf Aspekte wie
    • Verlauf der Dynamik der Lehrveranstaltung inkl. Beteiligung der Studierenden am Unterricht
    • Rückmeldungen
    • Ergebnisse (z. B. Noten, Output in Form von Projekten usw.)?
  • Wie gehen Studierende mit div. Aufgabenstellungen und Aufträgen um?
  • Wie gehen andere Lehrende vor und wie nehmen diese meine Vorgangsweise z. B. in Hospitationen wahr?

Überblick unterstützen

Ein wichtiges Kriterium zum Gelingen von ICM ist, dass sowohl Lehrende als auch Studierende einen guten Überblick über vergangene / aktuelle / kommende Lernperioden haben, also zu Aspekten wie:

  • Ziele des jeweiligen Faches und wie deren Erreichen „festgemacht“ wird
  • Zeitstruktur des Faches (inkl. nochmaliger Erklärung des ECTS-Systems und der Motivation, die investierte Zeiten einzelnen Themen im Fach zugeordnet selbst zu dokumentieren)
  • Prüfungstermine
  • Zu erwartende Aufgabenstellungen („Hausübungen“, Projektarbeiten usw.) inkl. Fristen und Anforderungen (hier können auch div. Vorlagen zur Orientierung / Unterstützung der Gestaltung wichtig sein)
  • Eingesetzte Assessmentmethoden, Pflichtlektüre / weiterführende Lektüre inkl. Motivation und Unterstützung, diese durch eigene Fundstücke oder Arbeitsergebnisse zu ergänzen
  • Kommunikationsstrukturen, auch für die Umsetzung div. Aufgabenstellungen

Dieser Überblick wird ermöglicht & gefördert durch:

  • übersichtliche Struktur im eCampus / auf Moodle
  • Präsentation in der ersten Lerneinheit im Semester und immer wieder „zwischendurch“
  • Gemeinsame Analyse von Feedback & peer reviews

Kommunikationsstrukturen

Lernende werden motiviert und unterstützt, u. a. zu nutzen / mitzugestalten:

  • Fragen zu Themen der jeweiligen Lehrveranstaltung zu stellen
  • Diese Fragen auch gegenseitig zu beantworten (kann in Benotung einfließen!)
  • Feedback zum Ablauf der LV zu geben (auch in Bezug auf die ICM-Aspekte!)
    • im eCampus,
    • in Präsenzveranstaltungen,
    • via Feedbackbögen 
    • via weiteren Feedbackinstrumenten wie etwa offene Pinwand, Rückmeldebox usw.
  • Arbeit in Tandems, Triaden und Kleingruppen inkl. peer-review und Feedback
  • Eine wachsende „Liste an Expert*innen“ – also dem Sichtbarmachen von vorhandenen / erworbenen Ressourcen in Lerngruppen
  • optional: FAQ-Struktur (Sammlung „typischer Fragen“ und Antworten darauf)

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