Multimediale Inhalte

Hier finden Sie Hinweise zu

Erstellung von Lernvideos (inkl. Screencasts) & von Podcasts
sowie interaktiven Materialien, die mit dem Programm h5p (als Werkzeug auf im eCampus verfügbar) erstellt werden können

Weiters ausführliche Hinweise und Tipps zu im Rahmen der Lehre von Studierenden erstellten Materialien.

In diesem Kapitel finden Sie:

Generelle Informationen zur Erstellung von Lehrvideos

Lehr- und Erklärvideos sind in allen gesellschaftlichen Bereichen als wesentliche Bestandteile einer zeitgemäßen Informations- und Kommunikationskultur nicht mehr wegzudenken. Immer mehr an Bedeutung gewinnen auch animierte Lehr- / Erklärvideos (siehe dazu diese Informationen).

  • Videos können  Bestandteile von vorhandenen Videos enthalten (wie bei Texten ist eine Zitation von Bildmaterialien möglich, natürlich mit Quellenangabe und so, dass der eigene inhaltliche Inhalt das Ausmaß der Zitate insgesamt übersteigt)
    • im Unterricht können auch Links auf vorhandene Videos zum Einsatz kommen, ebenso mit Hinweisen dazu, welche Stellen des Videos „Pflichtlektüre“ sind – für Lehrende der FH St. Pölten siehe dazu die Hinweise zur Nutzung des Portals Linkedin)
  • Am sinnvollsten sind Videos zwischen 1 und 15 Minuten
    • Vorlesungsaufzeichnungen können ein zusätzlicher Baustein von Lernmaterialien sein, wobei auch hier gilt: Besonders nützlich / nachhaltig wirksam sind – vorher gut geplante – Phasen, die mit Video aufgezeichnet werden
  • Wichtig ist, Videos mit Assessmentaufgaben zu verbinden wie z. B. einem Quiz oder einer Vorbereitungsaufgabe
  • Wichtig ist die gute Planung des Videos u. a. mit Storyboard, orientiert an kompetenzorientierten Lernzielen
  • In Bezug auf die Tonqualität ist der Einsatz eines Headsets zu empfehlen (sonst Gefahr durch hallende Räume…)
  • Lehrende*r sollte beim Video zumindest kurz / zwischendurch sichtbar sein (nicht ausschließlich Off-Kommentar).
  • Personen nicht vor Fenster oder Lampe filmen (Achtung auf Schatten)
  • bei „nur PowerPoint oder Prezi und dazu reden“ spätestens nach fünf Minuten etwas einbauen, z. B.:
    • Link zu einer WebSite, einem anderen Kurzvideo,
    • Aufforderung, etwas selber auszuprobieren / umzusetzen
    • einen Gegenstand ins Bild holen
    • etwas herzeigen, wobei sich auch die Körperhaltung verändert
    • Wichtig: die PP-Folien oder Prezi-Präsentationen (besonders hier gilt: nicht zu viele Informationen auf einmal) auch gesondert im eCampus & eine Liste an Literatur / Links dazu!
  • Am Anfang des Videos : was sind die Themen des Videos, was die Lernziele, zwischendurch, vor allem ab Minute 5 „Zwischenstationen“ einbauen:
    • bisher ging es um, das Wichtigste war,…
    • jetzt kommt, besonders wichtig ist dabei…
    • Am Ende des Videos klare Botschaft, was Zusehende jetzt tun sollen / austesten könnten.

Kriterien guter Lehrvideos

  • Ausgangspunkt: Auch ein Sechs-Sekunden-Video, mit dem Handy produziert, kann eine wertvolle Lernressource sein; es geht nicht um „Hollywood-Ästhetik“ sondern um bewusste Gestaltung
    • In alle Schritte können Studierende einbezogen werden bzw. diese selbst umsetzen
  • Vorangehende eigene Auseinandersetzung mit anderen Lehrvideos und möglichen Gestaltungsdynamiken des Mediums Video sowie mit dem Thema storytelling
    • Beschäftigung mit den Themen Urheber- und Persönlichkeitsrecht
  • Beschäftigung mit Zielen der Lehrveranstaltung: Wissen und Kompetenzen, die Lernende hier erwerben sollen (inkl. Positionierung der LV im Modul, im Studiengang, in Bezug auf Berufe, die auf ein solches Studium aufbauen)
    • darauf aufbauend Konzeption des Ablaufs der LV, ihrer Präsenz- und selbstorganisierte Lernphasen sowie der gezielt ausgewählten Methoden der Vermittlung / Begleitung & Unterstützung verschiedener Lernphasen -> Entscheidung, für welche Inhalte Lehrvideos zu welchen Zeitpunkten zum Einsatz kommen
    • Entscheidung, wo bereits vorhandene Videos zum Einsatz kommen können (auch auf der Grundlage von Recherche zu solchen Videos) und wo selbst gestaltete Videos nötig sind (inkl. möglicher Zitate aus vorhandenen Videos)
  • Darauf aufbauend (bzw. parallel): schrittweise Entwicklung eines Treatments (zusammenfassender Überblick zu Inhalten, Drehorten, Personen des Videos inkl. Drehplan), Storyboards (skizzenhafte Visualisierung verschiedener Szenen des Filmes) oder auch Drehbuchs (detaillierte vorangehende Transkription aller Elemente wie Ort der Handlung, Tageszeit, Dialoge, Agieren von Personen, Ton & Musik…)
    • Wichtig dabei: Strukturierung des Videos mitplanen (z. B. mit Inserts)
    • Parallel: Recherche / Produktion / Auswahl verschiedener Aufgaben, die mit dem Video verbunden sind bzw. von Assessmentmethoden wie Quiz usw. (inkl. Einbeziehung in Planung des Workloads Studierender)
  • Bei der Produktion: Achten oder bewusstes Brechen von Ästhetik (u. a. bewusste Wahl des Hintergrunds, ruhige Kameraführung (Einsatz von Stativ!), verständlicher Ton…) und Dramaturgie (u. a. Wechsel von verschiedenen Kameraeinstellungen von Totale bis Nahaufnahme, Abwechslung des Einsatz von „nur / viel Schrift“ und Bild(ern) sprechender Person(en)…)
  • Bei der Nachbearbeitung: Sichtung des Materials, Entfernen von Längen, Integration von Videozitaten wo sinnvoll; Auf Youtube oder anderen Videoportalen ist auch die Integration von Sprungmarken möglich (erleichtern Orientierung!); Fertiges von Außenstehenden ansehen lassen

Diese Punkte finden sich auch in einer Prezi-Präsentation aufbereitet sowie in einem Screencast, in der diese Präsentation zum Einsatz kommt.

Einige Möglichkeiten von Lehrvideos

  • Abfolge von Fotos, die mit Musik und/oder Sprache kombiniert ist
  • Screencast: Aufnehmen von dem, was am PC-/ Laptop- /Tablet- / Smartphone-Bildschirm geschieht inkl. Live-Kommentar (oder nachträgliches Einsprechen von Texten)
  • Powerpointfolien kombiniert mit Ton- oder Videoaufnahme
  • Interaktive Videos (H5p auch zu anderen interaktiven multimedialen Dokumente)  
  • Kurzvideo: Sechs Sekunden bis zwei Minuten
  • Animationsvideos (leicht selbst gemacht z. B. mit Moovly oder Powtoon)
  • Legevideo (nacheinander aufgelegte Symbole und Texte werden abgefilmt, kombiniert mit in Zeitraffer aufgenommenen Sequenzen, in denen gezeichnet oder geschrieben wird)
  • Aufzeichnung von Teilen einer Lehrveranstaltung (oder auch Laborübung usw.)
  • Aufzeichnung eines Live-Online-Gesprächs (umgesetzt z. B. mit MS Teams oder WebEx)
  • Videos ab zwei Minuten aufwärts, die z. B. auch aus Kombinationen des bisher Genannten bestehen

Weitere Ressourcen zum Thema

Video Tools

Tools zu Erstellung & Bearbeitung animierter Videos finden sich hier

Tools für Screencasts haben wir hier zusammengestellt. Diese eignen sich meistens auch für die Bearbeitung von bereits erstellten Videos!

Podcasts sind Mediendateien, das heißt Audiodateien oder manchmal Videodateien, die gestreamt, heruntergeladen bzw. abonniert werden können. Sie machen in prägnanter Form Informationen zu aktuellen Themen, Aktionen, Veranstaltungen zugänglich… 

Ein Podcast ist vergleichbar mit einem Radiobeitrag und besteht aus Sprache (also ebenso Interviews und Expert*innenstatements), Audio (u. a. Hintergrundgeräusche) und Musik. Diese können sehr einfach selbst hergestellt werden . Zur Herstellung reicht ein normales Smartphone zum Aufnehmen sowie zum Bearbeiten ein kostenlos verfügbares Programm:

  • Audacity (http://audacityteam.org/?lang=de). Zu achten ist, dass bei Tönen und der Musik Material zum Einsatz kommen muss, das selbst hergestellt wurde oder „freie Musik“ ist  (weitere Infos / Quellen).
  • Anchor: Hierbei handelt es sich um ein Gratis App für Android und IOS. Die App ist gratis und nach Registrierung kann ein Trailer erstellt werden, in den man direkt von der App Musik in den Hintergrund legen kann. Funktionen einfach austesten, jeder Podcast kann zuerst als Entwurf gespeichert werden und dann via Direkt Share auf Facebook oder Twitter geteilt werden. Optional kann man den Link Kopieren und über E-Mail oder den eCampus verfügbar machen. (weitere Informationen: https://anchor.fm/)

Podcasts können als Datei auf der eigenen WebSite eingebunden werden, eine andere Möglichkeit ist es, die Plattform http://mixcloud.com zu verwenden. Hier gibt es keine Upload-Beschränkung, jedoch muss der Podcast mindestens 20 Minuten haben. Alternativ kann man auch YouTube mit einem ansprechenden themenbezogenen Standbild verwenden. Es gibt immer wieder auch „einzelne“ Podcasts zu spezifischen Themen, häufiger ist aber eine Form, die mit jenem des Bloggen verglichen werden kann, also einer regelmäßigen Veröffentlichung.

Um eine gute Übersicht und Kontinuität der Podcast Episoden zu gewährleisten, gibt es hier noch ein Template: StoryboardPodcast

Hintergründe:

Interaktives Lernmaterial mit H5P

H5P ist eine Open Source Software, die online genutzt sowie als Plugin in WordPress und Moodle integriert werden kann. Dieses Plugin steht seit Anfang April 2017 auch am eCampus zur Verfügung und wird an der FH St. Pölten parallel weiter getestet. Erstellt werden können damit interaktive Inhalte, also zum Beispiel vorhandene Präsentationen und Videos, in die u. a. Fragestellungen, ein Quiz oder weiterführende Links eingebettet werden.

Auf der WebSite von H5P werden verschiedene Funktionen (auf Englisch) vorgestellt, diese werden immer wieder erweitert. Dieses mit h5p produzierte Video zeigt die wichtigsten Funktionalitäten.

Einige Potentiale von interaktiven Lernmaterialien sind:

  • Sie bieten spannende und vielfältige Möglichkeiten, dass Lehrende und auch Studierende Erkenntnisse aus Lernschritten und Rechercheprozessen zusammenstellen können
  • Es entsteht eine größere Vielfalt an Möglichkeiten, Wissensinhalte miteinander zu verknüpfen sowie mit ergänzenden Materialien zu ergänzen
  • Die Dramaturgie der Unterlagen wird vielfältiger und dynamischer
  • Es können sowohl Lernpfade leichter vorgeschlagen und strukturiert als auch von Lernenden selbst leichter selbst zusammengestellt und (mit)gestaltet werden

Lumi

Eine einfache Möglichkeit H5P Materialien erstellen, bearbeiten und importieren zu können bietet die Software Lumi.
Lumi ist ein kostenloser H5P Editor, der offline funktioniert. Er ist Open Source und für Windows, MacOS und Linux verfügbar und wird als Desktop-Programm auf dem Computer ausgeführt, ohne das Moodle oder WordPress erforderlich ist.

Bei der Bedienung können entweder .h5p-Dateien importiert oder direkt Materialien mit allen Inhaltstypen erstellt werden. Die Bearbeitung in Lumi unterscheidet sich kaum von der auf anderen h5p-Interfaces, wie sie z.B. auf der H5P Seite oder bei Plugins für Moodle zu finden sind. Es ist möglich fertiggestellte Materialien als .html zu exportieren, um sie lokal nutzen zu können. So können die Inhalte weitergegeben und in einem Browser lokal geöffnet werden.
Es können aber auch herkömmliche .h5p Exporte erstellt werden, um die Inhalte in Moodle oder WordPress nutzen zu können.


An der FH St. Pölten werden die Potentiale von H5P und weiterer Tools aktuell auch als Teil des Projekts Inverted Classroom analysiert sowie weiterentwickelt. So entsteht aktuell eine Bachelorarbeit und verschiedene Lehrende experimentieren mit Umsetzungsoptionen. Ergebnisse werden hier am Blog laufend vorgestellt, Kommentare und Ergänzungen sind herzlich willkommen.

Learner generated content

(zu diesem Beitrag gibt es eine Langfassung mit Literaturhinweisen) 

Mit der Erfindung des Computers sowie des Internets bekam ein Begriff eine völlig neue Dimension und Bedeutung: „user generated content“, also Inhalte, die (auch) von Nutzenden gestaltet werden (siehe dazu auch den Eintrag / die umfassenden Materialien zu Learner Generated Video).

Daraus ergibt sich der Ansatz des learner (oder student) generated content: Inhalte, die ausschließlich oder in einem hohen Ausmaß von Lernenden selbst gestaltet werden: Dabei geht es nicht nur um Referate, Recherchen und Zusammenfassungen von Inhalten. Es entstehen Unterlagen, multimediale Materialien (siehe etwa diese Anregungen) sowie Fragestellungen, die in vielfältiger Form anderen Lernenden, auch außerhalb der konkreten Lerngruppe, zur Verfügung gestellt werden. Diese sind dann, teils bewusst, so gestaltet, dass sie von anderen Lernenden kollaborativ ergänzt und weiterentwickelt werden. Entscheidend dabei ist ein hohes Ausmaß an selbstständigen und selbstverantworteten Arbeiten. Gerade bei learner generated content ist es sinnvoll, diese von Anfang an als Offene Bildungsressourcen zu gestalten.

Ein Effekt von Digitalisierung ist, dass dies viel einfacher und vielfältiger möglich ist (siehe dazu diesen Beitrag zu „Digitalisierung in der Bildung“).

Gerade didaktisch innovative Modelle wie inverted / flipped classroom haben als wesentlichen Aspekt, dass Lernmaterialien bzw. Beiträge zu Lernprozessen nicht nur von einer einzelnen Person (sprich dem / der Lehrenden) kommen. Dazu einige Beispiele wie das aussehen kann, wobei es sich sowohl um Vorgänge handeln kann, die „nur“ von Lernenden umgesetzt bzw. die gemeinsam von Lernenden und Lehrenden gestaltet werden, als auch unter Hinzuziehung von externen Expert*innen / Mentor*innen:

  • Sammlung von Fragestellungen, die für ein anstehendes Themenfeld wichtig / aktuell sind und sich aus eigenen Wissensständen, Erfahrungen, Wahrnehmungen oder ebenso Lebensentwürfen heraus ergeben
  • Bearbeiten solcher Fragestellungen durch Nutzung von vorhandenen Wissen / Erfahrungen, Recherche, Experimente, Forschung im weitesten Sinn
  • Sammeln und Konkretisieren von Kompetenzen, die für verschiedenste Aufgabenstellungen bzw. für eine spätere Tätigkeit in Praktika und Beruf wichtig sind
  • Erstellung von Aufgabenstellungen sowie Lösungswegen, -möglichkeiten und –varianten dazu
  • Entwicklung bzw. Auswahl sowie Festlegung der Art und Weise des Einsatzes von Methoden, um Wissen zu erforschen / entwickeln / verstehen / vertiefen / anwenden / hinterfragen / reflektieren
  • Erstellung von analogen / digitalen / hybriden Materialien / Materialpaketen
  • Zusammenfassung / Reflexion von Lernmaterialien / -schritten sowie daraus folgenden / dabei geschehenden (Zwischen)Ergebnissen
  • Entwickeln, Umsetzen und Reflektieren didaktischer Konzepte, die dann auch Elemente enthalten können wie Projekte und Veranstaltungen
  • Publikation(en) / Dissemination im umfassenden Sinn und mit bewusst verschiedenen Methoden / Herangehensweisen

Learner generated Videos

Der Einsatz von Lernvideos spielt in einer zeitgemäß gestalteten Form von Lehre eine sehr wichtige Rolle. Diese können auch von Studierenden (mit)gestaltet werden, womit sich ein sehr intensiver Lerneffekt im Sinn eines Deeper Learning ergibt.

Wir haben, ausgehend von mehreren praktischen Erfahrungen an der FH St. Pölten, für die Planung und Erstellung von Learner Generated Videos erstellt:

  • Ablauf als visualiserter Prozess
  • Ablauf in umfassenderer Textform
  • Hinweise für Lehrende für das Vorfeld der Erstellung
  • Eine Playlist, die Beispiele von Videos enthält, die Studierende selbst erstellt haben
    • Ein bei der ICRNM 2018  präsentiertes Poster zum Projekt „Kapiere die Niere“ (Studiengang Diätologie)
  • Ergänzend: Learner generated Videos können auch ein Aspekt des Assessments sein – siehe diesen Beitrag
  • Beitrag zum Thema beim E-Learning-Tag des FH Joanneum 2018: Beitrag mit Hintergründen, Poster

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