Lernen für die Zukunft

Die FH St. Pölten beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit vielen Aspekten zum Themenbereich nachhaltige Entwicklung und deren Sichtbarkeit in der konkreten Ausgestaltung der Lehre. Besonders intensiv war diese Auseinandersetzung zuletzt ab 2018 im Rahmen des entsprechenden Schwerpunktthemas des FH-Kollegiums mehr.

Ein wichtiger Aspekt ist, wie die vielfältigen und zugleich oft komplexen sowie herausfordernden Themen in möglichst viele Lehrveranstaltungen in unterschiedlichen Departments einfließen können. Dazu trägt u. a. bei, dass in allen Curricula der FH St. Pölten Learning Outcomes beschrieben sind: Diese haben die Weiterentwicklung des Wissens und der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen der Studierenden im Fokus. Ein Teilbereich sind dabei Ziele, die sich aus den Sustainable Development Goals (SDGs) der UN ableiten.

Wir haben hier zusammengestellt:

Die UNESCO startete kürzlich das von 2016 – 2018 entwickelte neue Programm „Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs“ (2020 – 2030) mehr. Dieses schließt am fünfjährigen Programm „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ an. Sicher ist die Coronakrise ein Grund, warum aktuell das in vieler Hinsicht (über)lebenswichtige Thema Klimaschutz in der aktuellen, gesellschaftspolitischen Diskussion in den Hintergrund getreten ist. In den Sustainable Development Goals der UN (mehr) werden noch mehr essentielle Bereiche angesprochen, wie etwa Bemühungen, soziale Ungerechtigkeit abzubauen, Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, menschenwürdige Arbeit, Dorf- und Stadtentwicklung…

Lernen kann ein Prozess sein, der Menschen dabei unterstützt, sich in Bezug auf diese komplexen Herausforderungen als selbstwirksam zu erleben sowie Impulse zu setzen, sowohl auf der Ebene eigener Sozialräume (Bildungs- & Arbeitsplatz, Wohnort, Freizeit, Beziehungen) als auch in Hinblick auf die Auswirkungen individueller (Nicht)Handlungen auf globale Entwicklungen. Also ebenso, selbst Probleme zu erkennen, mutig zu benennen und dazu gemeinsam mit anderen Lösungsoptionen zu entwickeln sowie schrittweise zu realisieren bzw. deren Auswirkungen zu evaluieren. Ein essentieller Motor dafür ist lebensbegleitendes Lernen, ausgehend von Erfahrungen, die in einem Studium an der FH St. Pölten gemacht wurden – dieses trägt zu einer Ermutigung und Stärkung bei, selbst Initiative zu ergreifen. Dabei wird es auch möglich, Visionen für eine in jeder Hinsicht gerechtere und lebensfreundlichere Gesellschaft zu entwickeln und umgehend mit der Umsetzung zu beginnen.

Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung, um sich weiterzuentwickeln. Sie können dabei auf schon vorhandenes explizites und implizites Wissen sowie verschiedene Schlüsselkompetenzen zurückgreifen. Um sich angesichts der in den SDGs beschriebenen Problemstellungen nicht als machtlos und ausgeliefert zu erleben, braucht es eine selbstwertschätzende Wahrnehmung vorhandener Kompetenzen inkl. Fachwissen und das Formulieren von Ideen, wie sich diese weiterentwickeln und neue Kompetenzen dazu kombinieren lassen und in weiterer Folge in den Alltag übersetzen lassen – also auch im Hier und Jetzt in allen Lebensfeldern (siehe dazu auch diese Übersicht zu den Kompetenzen des 21. Jahrhunderts). Jedes Studium, jedes Modul, jede Lehrveranstaltung, jede einzelne Unterrichtseinheit und jede der dafür zum Einsatz kommenden Materialien und Methoden können dies unterstützen.

Ein ganz wesentlicher Aspekt ist dabei selbstständiges Handeln als einzelne Person und in verschiedensten Kleingruppen, damit der Lernraum noch intensiver zum Gestaltungsraum wird – Studierende erleben, testen aus, entwickeln, was es bedeutet, ein Entrepreneur zu sein, sich komplexen Herausforderungen selbstbewusst zu stellen und dabei den Umgang mit Uneindeutigkeit und Unsicherheit einzuüben: also nicht nur auf Impulse von Lehrpersonen oder Studienkolleg*Innen zu warten, sondern diese selbst einzubringen und (mit)zugestalten, etwa in Form von Fragestellungen und Ideen sowie Methoden, wie diese angegangen werden können, und dazu unterstützende Materialien. Ebenso gefragt sind dabei gut belegte und argumentierte persönliche Meinungen sowie einander in einer ernsthaften, wertschätzenden und konstruktiven Weise handlungs- und lösungsorientierte Rückmeldungen zu geben.

Lehrende bringen weiter ihre Expertise ein und haben eine zentrale Rolle beim didaktischen Design, ausgehend von kompetenzorientiert formulierten Lernzielen, die im kontinuierlichen Dialog mit Studierenden sowie mit Expert*innen aus verschiedenen Feldern weiterentwickelt werden. Sie bringen vielfältige Materialien und Methoden ein bzw. begleiten Studierende dabei, solche möglichst selbstständig zu gestalten inkl. Szenarien und Aufgabenstellungen für Assessmentsituationen. Gleichzeitig tragen Lehrende Sorge dafür, dass im Lernraum auch tagesaktuelle Themen einfließen, Fragen- und Themenstellungen, die z. B. im intensiven Dialog mit verschiedenen Stakeholdern und gesellschaftlichen Gruppierungen entstehen. Lehrende unterstützen zudem, dass in möglichst vielen Schritten einer Lehrveranstaltung auch Transferleistungen geschehen und Fragen, Erkenntnisse, Methoden Prototypen… in verschiedene berufliche und private Umfelder einfließen und dort möglichst einfach weiter bearbeitet und entwickelt werden können.

Quellen:

Ehlers, U. (2020). Future Skills. Lernen der Zukunft – Hochschule der Zukunft. Wiesbaden: Springer

Sauter W. (2018). Die Zukunft des Lernens: Selbstorganisierter Kompetenzerwerb durch personalisiertes Lernen. Bertelsmann-Stiftung. 

Tomaschek N. & Resch K. (Hg.) (2018). Die Lifelong Learning Universität der Zukunft. Institutionelle Standpunkte aus der wissenschaftlichen Weiterbildung. Münster: Waxmann.

Unter den Stichworten „Service Learning“ und „Third Mission“ beschäftigt sich auch Österreichs Hochschullandschaft immer intensiver mit der Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung und Mitgestaltung von tertiärer Bildung (siehe dazu auch diese Zusammenstellung von Materialien rund um die Sustainable Development Goals der UNO).

Service Learning bezeichnet die Verknüpfung von akademischer Lehre und bürgerschaftlichem Engagement. Dabei entsteht für die Zivilgesellschaft ein realer Nutzen und die Hochschullehre gewinnt an Praxis- und Erfahrungsorientierung.

Unter dem Stichwort „Third Mission“ geht es um die „aktive und bewusste Übernahme von Verantwortung für die Gesellschaft, in deren Auftrag sie (die Hochschulen, Anm. d. Verf.) arbeiten.“ (Vgl. http://thirdmission.univie.ac.at/ – auch eine sehr wichtige Seite zum Thema mit vielen Beispielen aus Österreich).

 „Service Learning“ an der FH St. Pölten soll noch stärker als bisher zum Thema bzw.  zur gelebten Praxis werden und dabei bewusst sehr weit definiert sein. Es kann also um Aspekte gehen wie Dorf- / Stadtentwicklung, Stärkung von Selbstwirksamkeit verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen und Unterstützung beim Finden sowie Artikulieren und Umsetzen von Bedürfnissen, Entwicklung user*innengerechter Produkte, Dienstleistungen und Bildungsangebote, Nachbarschaftshilfe, gemeinschaftliches Wohnen, Urban Gardening, usw. Vor allem soll es um längerfristige und nachhaltig ausgerichtete, partizipativ entwickelte und umgesetzte Projekte gehen.

Weitere Beispiele / Hintergründe finden sich u. a. hier:

Bildung & Forschung soll / muss sich, wie schon im Zusammenhang der Materialien rund um Third Mission / Service Learning betont, auch intensiv mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen, dafür Beiträge auf verschiedensten Ebenen leisten.  Daher braucht es ebenso eine intensive Auseinandersetzung – auch auf strategischer Ebene – mit den 17 Sustainable Development Goals, die 2015 von der UNO als Nachfolge der Milleniumsziele beschlossen wurden und bis 2030 umgesetzt werden sollen. Angesetzt werden kann und soll hier bei persönlichen Ressourcen, im Sinn eines „Lernen für die Zukunft„.

Hier haben wir einige Ressourcen zusammengestellt, welche sich mit der Rolle der Hochschulen in diesem Zusammenhang beschäftigen:

  • Laufend aktualisierte, umfangreiche Linksammlung zum Thema „Lehre & Nachhaltigkeit“
  • Hochschulen und ihr Beitrag zu den SDGs. Bericht einer Veranstaltung (2018) von Wissenschaftsministerium, UNIKO, der Fachhochschulkonferenz und der Konferenz der Privatuniversitäten (mehr)
  • Sustainable Development Goals & Universitäten. Projekt uninetz
  • Digitale Ressourcenplattform zu den SDGs. Hintergrundinformationen in Deutsch zu einer umfassenden kanadischen Initiative (mehr)
  • Wie die SDGs in die Uni kommen – ein kritischer Blogbeitrag auf der WebSite der Zeitschrift Biorama (mehr)
    • Ergänzend dazu eine kritische Analyse der SDGs der Heinrich Böll Stiftung (mehr
    • Kritischer Artikel aus der Zeit (2015) (mehr
    • Offener Brief (Jänner, 2017) von 144 NGOs an die Bundesregierung zur Ignoranz der SDGs (mehr)
  • Hochschulbildung und die SDGs (mehr) (ein Bericht der Konferenz „Role of Higher Education, Science and New Alliances – 2030 Agenda”, 20. und 21. März 2017 in Berlin)
  • Beiträge Schweizer Hochschulen zur Agenda 2030 (mehr)
  • Einfluss der Bildung auf die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele. Informationen der Deutschen UNESCO-Kommission
  • Ebenso ergänzend: Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit (Uni Bremen) (2016): Zukunftsfähige Hochschulen gestalten. Beispiele des Gelingens aus Lehre, Governance, Betrieb und Forschung. (mehr)
  • Universität Bremen 2017: Studie zur Umsetzung der SDG im deutschen Bildungssystem (mehr)
  • Ein ergänzender Buchtipp (2016) Singer-Brodowski, Mandy: Studierende als Gestalter*Innen einer Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung. Selbstorganisierte und problembasierte Nachhaltigkeitskurse und ihr Beitrag zur überfachlichen Kompetenzentwicklung Studierender (mehr)

Linktipp:

Videos:
Sehr ansprechende und inspirierende Videos von ScienceSlammer*innen sowie weitere Kurzvideos rund um die SDGs https://www.youtube.com/hashtag/17ziele

Playlist der Scientists for Future mit vielen Screencast zu Nachhaltigkeitsthemen

Ergänzende materialien finden sich hier https://17ziele.de/ dabei sehr empfehlenswert https://twitter.com/17Ziele

https://www.baobab.at/youtube „Sammlung von Kurzfilmen für die Bildungsarbeit in Deutsch, Englisch und ohne Sprache für unterschiedliche Altersgruppen.

Playlisten mit Filmen u.a. zu Themen wie Diversität, Soziales Lernen, Migration & Flucht, Umwelt & Klima, Entwicklungspolitik, Armut uvm.“ Angeboten wird zu einigen Filmen auch Didaktisches Begleitmaterial

Übersicht zu aktuellen (Spiel- / Dokumentar-) Filmen mit dem Fokus Nachhaltigkeit: https://filmsfortheearth.org/de

Ökologischen Fußabdruck
berechnen:
http://www.fussabdrucksrechner.at/de/calculation/personal (Strom und Wärme: http://www.fussabdrucksrechner.at/de/calculation/energymix)

 

Viele
Unterrichtsstunden und -methoden zu Nachhaltigkeit auf Englisch
http://sustainicum.at/

 

 

Materialien rund um die Sustainable Development Goals:
Online Quiz zu einigen der SDGs https://culpeer-for-change.eu/quiz/de/select/level-3 oder auch https://sdg-quiz.suedwind.at/ noch intensiver ist diese App https://sdgsinaction.com/ hier finden sich auch Herausforderungen für den Alltag, können selbst solche eingebracht werden oder auch dieses Kartenspiel https://www.umweltbildung.at/shop/challenge-accepted-spiel/

https://resources.unsdsn.org/europe-sustainable-development-report-2020

Real Time Data und sehr gute Materialien zu den SDGs https://sdgstoday.org/

Weiterführende Unterlagen: https://www.sdgwatch.at/de/ressourcen/ besonders auch https://factivism.globalgoals.org/ als Anregungen für das persönliche / gemeinsame Handeln

https://resources.unsdsn.org/sdg-impact-assessment-tool “The SDG Impact Assessment Tool is a free, online resource for research and educational institutions, companies, entrepreneurs, civic organizations, and public agencies to make self-assessments of impacts on the 17 Sustainable Development Goals (SDGs).”

Diese Materialien sind auch für den Hochschulbereich einsetzbar https://www.globaleslernen.de/de/fokusthemen/fokus-sustainable-development-goals-sdg/multimediales

 

 

Schriftliche Informationen inkl. Grafiken:
Sehr gut aufbereitete Informationen https://www.lag21.de/portal-nachhaltigkeit/nachhaltige-entwicklung/articles/nachhaltige-entwicklung/

Beispiel einer Klimaaktivistin https://www.globalcitizen.org/de/content/vanessa-nakate-climate-activism-in-africa/

https://www.umweltbundesamt.at/klima und https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel sehr gut aufbereitete Hintergrundinformationen

Publikationen des „Institut futur“ der Freien Universität Berlin https://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/weitere/institut-futur/publikationen/index.html

sehr gute Materialien für den Unterricht https://futurzwei.org/article/bildungsmaterialien

 

Daten zum Thema Klimawandel / zum Thema Nachhaltigkeit:
Klimadaten: http://www.realclimate.org/index.php/data-sources/

https://climate.nasa.gov/ sehr gut visualisierte / aufbereitete Daten der NASA

https://www.iea.org/data-and-statistics International Energy Agency

https://interactive.carbonbrief.org/impacts-climate-change-one-point-five-degrees-two-degrees/ Daten aus 70 aktuellen Studien als Quelle (auf dieser Seite sind u. a. auch sehr gute Infografiken https://www.carbonbrief.org/category/in-focus/infographics)

https://ccca.ac.at/wissenstransfer/apcc Austrian Panel on Climate Change (APCC)

https://www.ipcc.ch  Intergovernmental Panel on Climate Change (siehe auch diesen YouTube Channel https://www.youtube.com/user/IPCCGeneva?reload=9)

Zentralanstalt für Metrologie und Geodynamik https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/informationsportal-klimawandel

Co2-Rechner https://www.co2-rechner.at/#/start und ergänzend https://www.worldwatchers.org/climate-compass App die auch beim Umsetzen von Maßnahmen im Alltag helfen will

 Atlas der Zivilgesellschaft: https://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/atlas-der-zivilgesellschaft/ Zivilgesellschaftliche Akteure haben weltweit alarmierend wenig Handlungsspielraum. Siehe auch hier: Open Source Toolbox zu Civic Education in Englisch https://competendo.net/en/Main_Page

https://weltrisikobericht.de/ Daten
& Fakten zu verschiedensten Feldern der SDGs

SKILL bietet jederzeit Unterstützung bei der Planung, Umsetzung, Reflexion und Weiterentwicklung von Bausteinen rund um Nachhaltigkeit in der Lehre, in interdisziplinären Projekten oder bei Kooperationen mit verschiedenen Stakeholdern an. Gerne eine Mail senden an skill@fhstp.ac.at!

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